Samstag, September 18, 2004

Information overload goes ahead

Noch immer werde ich den Eindruck nicht los, dass die neue Technik "Blog" bzw. der Hype damit/darum lediglich dazu führt, dass noch mehr Informationsmüll produziert wird. Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Man muss ja nicht mitmachen.

Aber wenn ich über die mir (wenigen - zugegeben) bekannten Profiblogger fliege, dann schätze ich mal grob, dass sich fast die Hälfte der Beiträge damit beschäftigt, wie man mit der neuen Technik umgeht, was es hier Neues gibt, dort Vielversprechendes und wie lacking das alles noch ist.

Und VOR ALLEM: Hinweise darauf, wie man diese neue Datenflut am besten kanalisiert, verteilt, bewältigt. Das kommt mir doch alles sehr bekannt vor! Und dann das ganze Verweisen und Zitieren anderer Blogs, Artikel etc. Klar, der eine oder andere nette Kommentar, die eine oder andere eingestreute "Weisheit" - aber wirklicher MEHRWERT?! Natürlich macht es Sinn, dass Leute sich austauschen und natürlich wird zwangsläufig durch synoptische Betrachtungen auch mal was NEUES und SINNVOLLES dabei geschaffen. Dafür ist es auch legitim, die neuen Techniken zu nutzen.

Aber ehrlich: diesen Hype darum kann ich nicht wirklich nachvollziehen. das ist die berühmte Geschichte von den Millionen von Affen, die man wild auf Schreibmaschinen hämnern lässt. Natürlcih wird irgendwann auch mal eine lesbare Geschichte dabei geschrieben. Aber ist das ein wirklicher Fortschritt?! Masse statt Klasse?

Wenn das wirklich DER Hit ist mit dem Blogging, um NEUES zu schaffen, dann müsste sich das ja bald durch zahlreiche gute und sinnvolle Ideen ja zeigen.

Ich will nicht unken
Ich will das auch nicht ausschließen.
Ich bin skeptisch.

1 Kommentar:

Big Troll hat gesagt…

Hallo Horst, die Idee ist: mach es wie dein Gehirn. Da passiert auch schrecklich viel und es funktioniert mehr spannendes, wenn mehr passiert. Hast Du meine Ramblings bei http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/09/was_social_soft.html
gelesen. Denk einfach mal über diese Phänomen nach. Ich denke, es hat tatsächlich Analogien in der Welt der Gedanken. Darum geht es beim Personal Webpublishing - von dem Blogging nur ein kleiner Part ist. Nicht Masse STATT Klasse, sondern Klasse aus Masse. Den Mehr ist nicht nur mehr. Mehr ist anders!

Tatsächlich kann Blogging dabei helfen, den Information Overload zu bewältigen. Indem man die richtigen anderen Blogger liest (die einem das Prefiltering abnehmen), Tools einsetzt, die das intuitive Surfen an der Oberfläche unterstützen und vor allem die Angst ablegt, etwas zu verpassen (daher kommt das Overload-Gefühl). Tatsache ist: wenn Du irgendwo etwas nicht wahrnimmst, das für dich wichtig gewesen wäre, ist das kein Beinbruch. Wenn es wirklich gut war, kommt es wieder. Und beim dritten Mal bemerkst du's. Entspannung ist angesagt.