Sonntag, Januar 30, 2005

Hut ab!

Meinen tiefen Respekt vor allen IrakerInnen, die heute gewählt haben. Man braucht viel Mut und Zivilcourage, um wählen zu gehen, wenn der Mensch vor oder hinter einem im nächsten Moment explodieren kann.

NPD verbieten?

Die aktuellen Ereignisse in Sachsen haben die Diskussionen über das Verbot der NPD wieder angeregt. Aus meiner Sicht sollte man die NPD nicht verbieten, weil das politisch korrekt oder opportun wäre. Wenn die NPD aus strafrechtlichen Gründen einwandfrei zu verbieten wäre - meinetwegen. Aber nicht aus aus politischen Gründen! Damit würde die NPD in eine "Märtyrerrolle" geraten, die ihr nicht zusteht. In einem demokratischen Staat wie der Bundesrepublik Deutschland sollten diese Ewiggestrigen auch ohne Verbot "nicht wirklich" etwas zu melden haben. Andernfalls würde auch ein Verbot nichts ändern.

Sonntag, Januar 23, 2005

Genetischer Fingerabdruck - komplex und sensibel

Im Moment ist die Diskussion um den Einsatz des genetischen Fingerabdrucks mal wieder medienpräsent. Heute morgen z.B. im WDR-Presseclub und heute abend bei Sabine Christiansen. Eine fundierte und differenzierte Meinung habe ich mir dazu noch nicht gebildet, das Thema ist doch sehr komplex und sensibel. Natürlich betonen die Befürworter eines offensiveren und konsquenteren Einsatzes, dass diese Maßnahmen nur in einem sehr strengen gesetzlichen Rahmen stattfinden dürfen/müssen. Gegner nennen allerdings gleich Fallbeispiele, in denen bestehende gesetzliche Regelungen umgangen oder nicht eingehalten wurden - sei es aus Absicht oder aus Unkenntnis.

Relative Übereinstimmung herrscht in dem Punkt, dass man bei konkreten Verbrechen und bei bereits vorliegendem genetischen Material einen Abgleich zur Identifikation vornehmen darf. Ein entscheidender Aspekt ist dabei wohl die Frage "Welche präventiven (!) Maßnahmen sollen erlaubt sein?" So gibt es bereits Vorschläge, von allen männlichen Babys Genproben aufzubewahren, um sie später bei z.B. bei Tötungs- oder Sexualdelikten abzugleichen.

Ein weiterer Aspekt: Zur Zeit werden mit den Standardmethoden lediglich die Merkmale erfasst, die zur Identifikation einer Person dienen. Aber natürlich kann man durch entsprechend weitere Analysen auch weitere Merkmale rauskriegen: Konstitution, Charaktereigenschaften, Krankheiten, ... Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Untersuchungen auch für den Standardeinsatz bezahlbar sind. Was passiert, wenn diese Daten in die falschen Hände geraten? Es gibt bestimmt einige Institutionen, die sich danach die Finger lecken würden: Krankenkassen, Versicherungen, Pharmaindustrie, Militär (?), ... Und wenn zur Nachfrage erst mal irgendwo das Angebot existiert...?!

Zum Glück muss ich dazu heute keine endgültige Entscheidung treffen.

Samstag, Januar 22, 2005

Der Tod von König Ludwig

Ich war doch einigermaßen überrascht, dass der Tod von Rudolph Moshammer so ein breites und vor allem langdauerndes Medieninteresse gefunden hat - und das nicht nur in der Regenbogenpresse. Ich habe den guten Mann immer als nicht ernstzunehmenden Paradiesvogel empfunden, der gerade mal für einen 2-Minuten-Bericht bei RTL gut war. Und nun bekommt er posthum weitaus mehr Öffentlichkeit als so mancher "ernstzunehmender" Zeitgenosse bei seinem Tod. Offensichtlich braucht das Volk seinen "König Ludwig". Aber das ist ja per se nichts Schlechtes und ist mir im Grunde auch egal. Immerhin erfahren wir jetzt, dass sich Moshammer stark für Obdachlose im Raum Müchen engagiert hat und das hätte ich aufgrund seines mondänen und stutzerhaften Auftretens nicht erwartet.
Interessant fand ich, dass ausgerechnet sein Mord in manchen Kreisen die Forderung nach einem offensiveren Umgang mit dem "genetischen Fingerabdruck" einmal wieder verstärkt hat (ohne das hier zu bewerten). Insgesamt sieht man mal wieder: Mord kann jeden erwischen und manchmal ist man tot präsenter als lebend.

Mittwoch, Januar 19, 2005

Unwort des Jahres

Das Wort "Humankapital" ist ja nun zum Unwort des Jahres gewählt worden. Ich hätte eher "Hartz IV" erwartet. Was ist dann eigentlich mit dem Begriff "Human Resources", der seit langem etabliert ist?! Das ist auch nicht viel netter als "Humankapital". Ich finde eigentlich Platz 2 des Unwort-Rankings dann doch noch schlimmer: "Begüßungszentren" statt "Auffanglager" für afrikanische Flüchtline, die dem politischen/sozialen Elend entkommen wollen/müssen. Dieser Begriff ist mit Bedacht als Euphemismus in die Welt gesetzt worden und m.E. bewusster instrumentalisiert worden als "Humankapital".

Mittwoch, Januar 12, 2005

Kuckuckskinder

Zur Zeit ist ja die Diskussion um "heimliche Vaterschaftstests" im Gange. Im Zusammenhang damit ist auch in seriösen Medien schon häufiger der Begriff "Kuckuckskinder " gefallen, die man den vermeintlichen Vätern untergeschoben hat/unterschieben will. Ich bin verwundert über die kommentarlose Verwendung einer solchen Metapher. Für mich fällt so eine Bezeichnung in die gleiche Kategorie wir "Neger" oder "Mongole" (Mensch mit Down-Syndrom). Würde ich nicht verwenden.

Sonntag, Januar 09, 2005

Hornbach, Kundenprügel und Citroen

Ist mir schon häufiger aufgefallen - heute mal wieder: Bei Hornbach darf der Kunde geschlagen werden, der die Dauer-Tiefpreise anzweifelt. Finde ich sehr witzig, aber diese Art der Werbung ist doch eigentlich sehr merkwürdig - oder? Kundenprügel?!
Da ist der aktuelle Werbespot von Citroen für den C 4 ein ganz anderer Schnack. Also - wie sich der Wagen auf dem Parkplatz in einen tanzenden Roboter "auffaltet", das finde ich echt toll gemacht. Ich prognostiziere, dieser Spot wird einige Preise einheimsen.

Heute in den Nachrichten...

Heute in den 11:00 Uhr Nachrichten auf WDR 2 habe ich zum ersten Mal seit dem 26.11. zwei Nicht-Flutkatastrophen-Meldungen an erster Stelle gehört: Wahl bei den Palästinensern und Friedensverhandlungen im Sudan. Damit ist meine Frage von gestern ja schnell beantwortet worden.

Samstag, Januar 08, 2005

To be or not Shakespeare

Ich habe mir Mitte 2004 einen dicken Wälzer mit Standardwerken von Shakespeare (u.a. Hamlet, Macbeth, King Lear, Was ihr wollt) bestellt und bin auch fast durch damit - immerhin 700 Seiten. Nachdem ich mehrfach gelesen hatte "Shakespeare MUSS man gelesen haben", dachte ich mir "Das muss wohl so sein". Immerhin - welcher Autor der Weltgeschichte hat diesen Ruf?! Angeblich schreibt Shakespeare so spannend und zeitlos. Ich vermute mal, mein vorliegende Übersetzung ist nicht die schlechteste - immerhin finde ich sie recht anspruchsvoll. Daran kann es eigentlich nicht liegen. Ich kann auch an der einen oder anderen Stelle "ahnen", dass diese Art zu schreiben um 1600 herum sehr modern gewesen sein muss. Auch Humor kann man dem guten William an der einen oder anderen Stelle nicht absprechen. Allein - der Funke will nicht überspringen. Liegt es vielleicht daran, dass ich mich nicht mehr auf Lyrik und Versmaß einlassen kann? Fehlen Ruhe und Muße beim Lesen?! Liegt es daran, dass ich die historischen Hintergründe nicht genug kenne? Muss ich Shakespeare im englischen Original lesen, um ihn zu verstehen?! Oder ist es in Ordnung, wenn ich sage "Ok Shaky - du bist kein schlechter, aber für mich ist das nichts."

Wann und Was?

Seit dem 26.12.2004 bestimmt die Flutwelle in Südostasien weltweit die Schlagzeilen aller News in einem Maße, wie es das noch nicht gegeben hat?! Selbst der 11.9. oder der Irak-Krieg kommen da "nicht mit". Bin mal gespannt, wann und vor allem welche Meldung "es schafft", zum ersten Mal wieder auf Nummer 1 zu kommen. Ist bestimmt auch ein interessantes soziologisches und journalistisches Forschungsthema.

Moderne Zeiten

Nach jahrelangem Beharren auf analogen Medien (Video/VHS, Fotokamera) - "Never change a running system" - hält seit etwa einem Jahr schrittweise der digitale Fortschritt bei uns Einzug: Digicam, Windows XP mit DVD-Player, USB-Stick, Musik wird in mp3 codiert und vom Laptop gehört, ... Allerdings: ich habe es seit dem Kauf (inzwischen fast ein Jahr) nicht geschafft, das Bild vom Camcorder über den Fernseher laufen zu lassen. Also wird auch nichts aufgenommen. Auch der neue XP-Rechner passt mit keiner vorhandenen Stecker- und Kabelkombination an den Fernseher. Darum können wir die bisher einzige DVD "Der einzige Zeuge" noch nicht mal im Fernsehformat anschauen. An den vorhandenen Drucker passt der neue Medion-Rechner übrigens auch nicht. Der alte Rechner hat keinen USB-Anschluss, der neue Rechner kein Disketten-Laufwerk. Wie bekommt man die alten Daten am sinnigsten auf den neuen Rechner? Der alte Mac 8.6 von 99 hat zwar ein Jaz-Laufwerk, aber der Win95 - wie gesagt, kein USB. Es ist kein Wunder, dass selbst Bill Gates noch Anfang 2005 feststellen muss, es müssten für eine wirklich vernetzte Welt noch "einige Hürden" genommen werden.

Dienstag, Januar 04, 2005

EOM

Ich bin ja immer für kurze Mitteilungen zu haben und nutze deshalb gerne die Betreffzeile in eMails für kurze Messages. Was ich aber noch nicht kannte, war die die Abkürzung "eom" für "end of message" am Ende der Betreffzeile. Das signalisiert dem Empfänger "Du brauchst die Mail nicht aufmachen, dort steht nichts mehr." Keine große Hilfe, aber nützlich. Entspricht offensichtlich dem "Over" aus dem Funkverkehr , damit man sich aufgrund von Verzögerungen bei der Übertragung nicht ständig dazwischenquatscht, weil man glaubt, der andere sagt nichts mehr.

Habe den Tipp übrigens gelesen in "simplify your life". Das Buch hatte ich schon lange vor der Brust, komme aber erst jetzt dazu (bei mir kommen viele Modewellen erst 1-2 Jahre später an). Ist zum Schmökern wirklich interessant, mit brauchbaren Tipps (s.o.). Die passende Website gibt es hier.