Samstag, Januar 22, 2005

Der Tod von König Ludwig

Ich war doch einigermaßen überrascht, dass der Tod von Rudolph Moshammer so ein breites und vor allem langdauerndes Medieninteresse gefunden hat - und das nicht nur in der Regenbogenpresse. Ich habe den guten Mann immer als nicht ernstzunehmenden Paradiesvogel empfunden, der gerade mal für einen 2-Minuten-Bericht bei RTL gut war. Und nun bekommt er posthum weitaus mehr Öffentlichkeit als so mancher "ernstzunehmender" Zeitgenosse bei seinem Tod. Offensichtlich braucht das Volk seinen "König Ludwig". Aber das ist ja per se nichts Schlechtes und ist mir im Grunde auch egal. Immerhin erfahren wir jetzt, dass sich Moshammer stark für Obdachlose im Raum Müchen engagiert hat und das hätte ich aufgrund seines mondänen und stutzerhaften Auftretens nicht erwartet.
Interessant fand ich, dass ausgerechnet sein Mord in manchen Kreisen die Forderung nach einem offensiveren Umgang mit dem "genetischen Fingerabdruck" einmal wieder verstärkt hat (ohne das hier zu bewerten). Insgesamt sieht man mal wieder: Mord kann jeden erwischen und manchmal ist man tot präsenter als lebend.

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