Sonntag, Januar 23, 2005

Genetischer Fingerabdruck - komplex und sensibel

Im Moment ist die Diskussion um den Einsatz des genetischen Fingerabdrucks mal wieder medienpräsent. Heute morgen z.B. im WDR-Presseclub und heute abend bei Sabine Christiansen. Eine fundierte und differenzierte Meinung habe ich mir dazu noch nicht gebildet, das Thema ist doch sehr komplex und sensibel. Natürlich betonen die Befürworter eines offensiveren und konsquenteren Einsatzes, dass diese Maßnahmen nur in einem sehr strengen gesetzlichen Rahmen stattfinden dürfen/müssen. Gegner nennen allerdings gleich Fallbeispiele, in denen bestehende gesetzliche Regelungen umgangen oder nicht eingehalten wurden - sei es aus Absicht oder aus Unkenntnis.

Relative Übereinstimmung herrscht in dem Punkt, dass man bei konkreten Verbrechen und bei bereits vorliegendem genetischen Material einen Abgleich zur Identifikation vornehmen darf. Ein entscheidender Aspekt ist dabei wohl die Frage "Welche präventiven (!) Maßnahmen sollen erlaubt sein?" So gibt es bereits Vorschläge, von allen männlichen Babys Genproben aufzubewahren, um sie später bei z.B. bei Tötungs- oder Sexualdelikten abzugleichen.

Ein weiterer Aspekt: Zur Zeit werden mit den Standardmethoden lediglich die Merkmale erfasst, die zur Identifikation einer Person dienen. Aber natürlich kann man durch entsprechend weitere Analysen auch weitere Merkmale rauskriegen: Konstitution, Charaktereigenschaften, Krankheiten, ... Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Untersuchungen auch für den Standardeinsatz bezahlbar sind. Was passiert, wenn diese Daten in die falschen Hände geraten? Es gibt bestimmt einige Institutionen, die sich danach die Finger lecken würden: Krankenkassen, Versicherungen, Pharmaindustrie, Militär (?), ... Und wenn zur Nachfrage erst mal irgendwo das Angebot existiert...?!

Zum Glück muss ich dazu heute keine endgültige Entscheidung treffen.

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