Mittwoch, Januar 19, 2005

Unwort des Jahres

Das Wort "Humankapital" ist ja nun zum Unwort des Jahres gewählt worden. Ich hätte eher "Hartz IV" erwartet. Was ist dann eigentlich mit dem Begriff "Human Resources", der seit langem etabliert ist?! Das ist auch nicht viel netter als "Humankapital". Ich finde eigentlich Platz 2 des Unwort-Rankings dann doch noch schlimmer: "Begüßungszentren" statt "Auffanglager" für afrikanische Flüchtline, die dem politischen/sozialen Elend entkommen wollen/müssen. Dieser Begriff ist mit Bedacht als Euphemismus in die Welt gesetzt worden und m.E. bewusster instrumentalisiert worden als "Humankapital".

1 Kommentar:

Big Troll hat gesagt…

könnte nicht vollmundiger zustimmen ...

letztendlich wirft diese wahl ein bezeichnendes licht auf eine gesellschaft, die zwar nahezu in gänze dem götzen mammon (oder meintwegen konsum) huldigt aber kaufmännisches denken oder wirtschaftliche metaphern grundsätzlich "menschenverachtend" findet.

komich, komich ... woher soll das geld kommen, dass ich dann zum mediamarkt tragen will?

"humankapital" und die "rendite", die es abwirft, ist für jeden wirtschaftlich denkenden menschen eine super-motivation, ins humankapital zu investieren. zum beispiel in bildung. nur unverbesserliche dummbeutel und gutmenschen glauben daran, dass irgendjemand (und sei es "die gesellschaft") dauerhaft in bildung investiert, ohne, dass ein betriebs- oder volkswirtschaftlicher nutzen dahinter steht ...