Sonntag, Dezember 31, 2006

Wer bist du?

Die TIME hat vor kurzem den Internetuser zur Person of the Year gekürt. Das ist eine bemerkenswerte Entscheidung. Offensichtlich hebt das Internet nicht nur räumliche Entfernungen auf, sondern inzwischen auch schon die Individualität. Sonst könnte TIME nicht eine Gesamtheit von Menschen als EINE Person behandeln. Das hatte ich in dieser Konsequenz noch nirgends gelesen.

Den entgegengesetzten Aspekt von "Identität im Netz" behandelt ein Artikel der Tagesschau unter dem Aufhänger "Digitales Sein oder Nichtsein. Wie sichert man online seine Identität - und die seines Gegenübers?"

Hier zeigen sich zwei grundlegende Aspekte von Web Identity:
  1. Die Auflösung/Ausweitung von Identität. Ich denke z.B. auch daran, wie problemlos und schnell ich diverse Identitäten (Alias) im Web annehmen kann.
  2. Die Absicherung von Identität. Bisher sind Kommunikation und Sozialisierung stark an "feste" Individuen gebunden. Diese Identität des Individuums ist durch das Internet in Bewegung geraten.
Bin gespannt, was da noch alles passiert.

Noch ein Haken bei Flickr

Ich hatte schon mal festgestellt, dass ich bei Flickr mit dem Standard Zugang nur eingeschränkt Features nutzen kann. Bisher konnte ich gut damit leben: 100 MB lade ich sowieso nur selten pro Monat hoch. Jetzt habe ich festgestellt, dass man insgesamt nur 200 Bilder hochladen und verwalten kann. Bei jedem weiteren Foto verschwindet ein altes Foto aus dem verfügbaren Bereich (wird allerdings nicht gelöscht).

Hmm - ist eigentlich ok, dass Flickr nicht alles kostenlos zur Verfügung stellt. Außerdem steht das bestimmt auch in den Nutzungsbedingungen (natürlich nicht genau gelesen). Aber 25 Dollar im Jahr ist mir dann doch zu viel.

Da bleibe ich doch erst mal bei Yahoo Fotos (auch wenn's eher uncool daher kommt): " Laden Sie so viele Fotos wie Sie möchten. In Ihren Alben haben Sie unbegrenzten Speicherplatz."

Ab jetzt Pendler

Zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir mit unserer Agentur die beiden Büros in Gütersloh und Paderborn aufgelöst und sind nach Bielefeld in einen neuen Firmensitz gezogen. War eine ganz schöne Keulerei. Nix mit besinnliche Tage. Es ist andererseits aber auch spannend, denn das macht man ja nun auch nicht oft im Leben - mit einer kompletten Firma umziehen.

Für mich ist das durchaus eine spürbare Veränderung: So einen weiten Arbeitsweg - ca. 20 km - hatte ich noch nie. Bisher hatte ich immer maximal 2,5 km bis zur Arbeit - also Fahrrad Entfernung. Und im Winter bin ich bei Glatteis auch schon mal zu Fuß zur Arbeit gegangen. Das ist nun vorbei. Ist mir schon klar: Andere pendeln seit Jahren weit längere Strecken. Ist ja auch ok so. Ich habe den Umzug ja selber mit entschieden. Eine Umgewöhnung ist es trotzdem.

Auf der anderen Seite: Vielleicht ist es gar nicht mal so schlecht, wenn ich NICHT mehr innerhalb von 10-12 Minuten zuhause bin. Wenn das so schnell geht, dann nimmt man das Büro und all das, was damit zusammen hängt, auch irgendwie noch mit nach Hause. Jetzt liegen ca. 30 Minuten Autofahrt dazwischen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Sonntag, Dezember 17, 2006

Kleiner Sieg über den Schweinehund

Ich habe heute zum ersten Mal seit August wieder etwas Sport gemacht. 30 Minuten auf dem Ergometer - wow! Ich musste mich allerdings echt dazu zwingen... Vielleicht klappt es ab jetzt ja wieder öfter. Meinen 85 Kilo würde es gut tun.

Gedanken zur Todesstrafe

Anlässlich der Hinrichtung von Angel Diaz wird zur Zeit sehr viel über die Todesstrafe diskutiert. Unabhängig von der alten Frage nach Schuld und Sühne habe ich mich gefragt, welchen Sinn es machen kann, dass ein Mensch 27 Jahre (!!!) nach der Verurteilung hingerichtet wird (Diaz ist 1979 verurteilt worden). Welche Moral kann DAS rechtfertigen?

Winterloch!?

Haben wir in den Medien ein Winterloch?! Oder was soll diese Farce mit Kurt Beck und Henrico Frank?

Sonntag, Dezember 10, 2006

Digitize it.

Seit Mai besitze ich einen iPod. Nach monatelangem Digitalisieren meiner CDs seit dem 16.05. war es heute endlich soweit: alle meine CDs sind digitalisiert. Das macht 6.206 Titel oder 53,4 Tage Musik. Ich muss sagen, alleine Zeit und Lust zum Digitalisieren zu finden, war ganz schön schwierig. Passiert natürlich höchsten am Wochenende. Kein Wunder, dass sich das über sieben Monate hin gezogen hat.

Wie lange wird das erst dauern, bis ich meine Fotosammlung digitalisiert habe?! Nach ersten Versuchen weiß ich: das kostet noch viel mehr Zeit. Erst mal dauert das Digitalisieren selber deutlich länger (jedenfalls mit meinem Scanner). Und dann muss man viel mehr auf die Settings achten, damit die Qualität der Scans auch gut genug wird. Darauf muss man beim Digitalisieren für den iPod überhaupt nicht achten.

Samstag, Dezember 09, 2006

Terrorgefahr in Deutschland

Ich habe gerade im Spiegel einen Artikel über einen neuen "Bombengürtel" für Selbstmordanschläge gelesen, der durch Metalldetektoren nicht zu erfassen ist und darum die Terrorgefahr auch in Deutschland deutlich erhöhen soll. Das mag sein. Vielleicht auch nicht.

Bemerkenswert an dem Artikel fand ich vielmehr eine Äußerung von Heinz Fromm, dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV): "Fromm bedauert den mangelnden Erfolg des vom Verfassungsschutz eingerichteten "Hinweistelefons" gegen islamistischen Terror. Das Kölner Bundesamt versucht seit einem Jahr mit einem besonders eingerichteten Sicherheitsprogramm, Hinweise auf drohende islamistische Anschläge in Deutschland abzufangen. Die Behörde nimmt über eine Hotline täglich rund um die Uhr Hinweise auf mögliche Attentate entgegen. Absolute Vertraulichkeit und Schutz sind zugesagt. Die Zahl der Hinweise, die der Verfassungsschutz bisher bekommen habe, gehe dennoch "leider gegen Null", stellte Fromm fest."

Ich glaube, ich habe keinen Terroranschlag in Deutschland in den Medien "verpasst". Aber hier liegt vielleicht auch die Erklärung dafür, dass "die Zahl der Hinweise, die der Verfassungsschutz bisher bekommen" hat, "leider gegen Null" geht. Es gab keine Pläne. Es gab keinen Anschlag.

Nur zur Klarstellung: Dieses Thema finde ich NICHT harmlos, aber bitte Augenmaß behalten.

Nachtrag: In diesen Zusammenhang passt auch die Meldung "Schützen Antiterrordateien und andere Listen wirklich vor Anschlägen?", die ich gerade gefunden habe.

Google überall

Nach längerer Zeit wollte ich gerade einen Beitrag posten und stelle fest, dass Google seine Finger nun auch bei blogger.com im Spiel hat. Das hatte ich trotz diverser Newsletter, die ich so überfliege, gar nicht mitbekommen. Na ja - ich habe dann gerade auf die neue Blogger-Version (über Google Account) umgeschaltet und bin gespannt, was sich verbessert hat.

Sonntag, November 19, 2006

Der Traum vom Fliegen

Ich werde ja nicht so leicht sentimental, aber bei DEM Traum vom Fliegen, den sich dieser Kiwi verwirklicht, kann man schon mal am Schluss eine Träne verdrücken... Unbedingt sehenswert!

Samstag, November 04, 2006

Herbert Burda über eCommerce

Schon interessant, was ein Medienmensch wie Herbert Burda über eCommerce zu sagen hat. Durchaus lesenswert in einem Interview in der Zeit online.

Tarnen, Tricksen, Täuschen

Ich habe mal wieder einen interessanten Artikel bei Telepolis gefunden unter dem Titel "Unordnung macht Geld". Dort geht es um den Sinn und Zweck von Google. Allerdings einmal von einer ganz anderen Warte betrachtet:

"Google ist eine Chaosschleuder. Google ist ein Medien-Anarchist, der Unordnung zelebriert und damit Geld macht. [...] Und Google wird den Teufel tun, sein Versprechen einzulösen, die Welt suchbarer zu machen. [...] Wer ist schon so dumm und verschenkt die Lizenz zum Gelddrucken. Also geht es Google nicht wirklich darum, eine Findmaschine zu bauen. Eine universelle Maschine, die alle immer nur suchen und dann kapitulieren lässt, DAS bindet den Werbemarkt an sein Publikum."

Das ist eine sehr interessante Betrachtungsweise. Das hat mich spontan an eine Theorie von Richard Dawkins und John R. Krebs aus dem Bereich der Öko-Ethologie bzw. Verhaltenbiologie erinnert. Diese vertreten die These, dass es bei der Kommunikation letztlich um Manipulation geht und nicht um "zweckfreie" Information. Diese These - die ich schon immer sehr interessant fand - hat bei der o.g Betrachtung der Absichten von Google offensichtlich auch im Internet ihre Berechtigung.

Mittwoch, November 01, 2006

Doch mal weniger arbeiten?

Ich hatte heute - Feiertag in NRW - endlich mal wieder ein wenig Zeit und habe den letzten Telepolis Newsletter gelesen. Dort findet sich ein interessanter Artikel zum Thema Teilzeit. Einiges davon kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen, z.B. der "negative Beigeschmack" von Teilzeitarbeit. Gut zusammengefasst im Fazit des Artikels:

"In Deutschland gilt immer noch eine Stigmatisierung der Teilzeitarbeit. Manager entscheiden auf der Suche nach innerbetrieblichen Optimierungsansätzen lieber intuitiv falsch. Lange Arbeitszeiten gelten als Zeichen von Leistungsbereitschaft und Produktivität - ein Trugschluß, wie das empirische Material belegt. Vielmehr führt Arbeitszeitverkürzung zu einer Steigerung der Arbeitsproduktivität. Auch gesamtgesellschaftlich haben die Befürworter der Flexibilisierung der Arbeitswelt - unter Einbindung eines möglichst großen Teils der Bevölkerung - gute Argumente. Die Befürchtung, ein Ausschluß großer Bevölkerungsteile führe zur Förderung radikaler Gruppieren scheint sich durch die letzten Wahlergebnisse zu bestätigen. Dass statt dessen die Kombination aus Teilhabe am Wirtschaftsleben und Zeit für das Privatleben dem mündigen Bürger gut steht und gleichzeitig die Volkswirtschaft befördert hat viel für sich."

Hmm - ich sollte mal drüber nachdenken, ob ich daraus etwas für MEIN (Berufs)Leben ableiten sollte.

Wasser marsch!

Verkehrte Welt. Warum Wasser sparen negative Konsequenzen haben kann, ist in der FTD zu lesen.

"Fakt ist, dass die Infrastruktur belastet wird, wenn zu wenig Wasser durch die Netze fließt. Zusätzliches Wasser muss durch die Leitungen gepumpt werden, um zu verhindern, dass Trinkwasser verkeimt. Auch üble Gerüche oder die Korrosionsschäden an den Rohrleitungen sind mögliche Folgeerscheinungen. Langfristig führt kein Weg an einer Anpassung des Netzes vorbei. Das jedoch kostet Geld.
[...]
Ein Beispiel ist Frankfurt/Oder, wo die Bevölkerung zwischen 1993 und 2003 um 17 Prozent schrumpfte. Damit einher ging ein drastischer Rückgang des Wasserverbrauchs. Die Stadt an der polnischen Grenze benötigte über 6500 Kubikmeter Wasser zur Spülung der Trinkwasserleitungen und Abwasserrohre."

Wer hätte gedacht, dass selbst so etwas Positives wie Wasser sparen auch seine negativen Seiten hat.

Dienstag, Oktober 24, 2006

American Economy

Am Sonntag habe ich mit einem Ohr bei Sabine Christiansen rein gehört (das andere Ohr war per WLAN im Internet). Unter dem Titel "Wie sozial ist die globale Wirtschaft" war auch Jeffrey R. Immelt, Vorstandsvorsitzender General Electric, zu Gast. Egal, wie man da moralisch zu steht - da hat man mal wieder gesehen, warum die amerikanische Wirtschaft dominanter als die deutsche Wirtschaft ist. Erst mal redet Immelt wie ein "normaler" Mensch und schwafelt nicht wie ein deutscher Wirtschaftsintelektueller. Man versteht ihn.

Im Zusammenhang mit der BenQ Pleite hat er ganz offensiv gesagt (sinngemäß): "Der Job eines Vorstandes ist es NICHT, den Leuten vorzugaukeln, die eigene Firma sei international konkurrenzfähig, wenn sie es NICHT IST. Der Job als Vorstand ist es, die Fakten ganz klar zu formulieren."

Nun gut, man könnte hinterfragen, wer denn nun die Verantwortung dafür hat, dass ein Konzern nicht mehr (national/international) konkurrenzfähig ist - wenn nicht der Vorstand. Das tue ich mal an dieser Stelle nicht. Fakt bleibt, dass Immelt der einzige in der Runde war, der Tacheles geredet hat.

Sonntag, Oktober 15, 2006

Herbstferien in Belgien

Herbsturlaub - ganze vier Tage! Zwei Tage Gent, ein Tag Brüssel und dann noch ein Tag in Aachen (Fotos hier). In Gent waren wir sicher nicht zum letzten Mal. Eine sehr nette und malerische Stadt. Was mir aufgefallen ist - dort trinken die Leute in den Cafes schon nachmittags Bier. Sonst kommt man vermutlich durch die ganzen Biersorten nicht durch.

Dienstag, Oktober 03, 2006

Es gibt Hoffnung.

Die ungehemmte Vermehrung der Menschheit scheint nachzulassen. Das passt ein wenig zu dieser Meldung.

Haben Sie etwas zu verbergen?

Bitte unbedingt lesen.

Schon gehört?

Gerade zuende: "WDR 2 Der Ton der Töne" - Hörer wählen die berühmtesten Worte aus 50 Jahren WDR. Gewonnen hat kein John F. Kennedy (Ich bin ein Berliner), kein Martin Luther King (I have a dream), kein Giovanni Trappatoni (Ich habe fertig). Nein - Platz 1 gebührt Edmund Stoiber mit seiner Flughafenrede. Das MUSS man gehört oder gelesen haben!

Sonntag, Oktober 01, 2006

Wieder was gelernt...

Gefunden im E-Business Weblog:

"Irre guter Vortrag von Thomas Madsen-Mgydal über Sprache.
Ausgangspunkt: Wir können Sprache "hacken", das heißt: sie gestalten. Wir können Sie so gestalten, dass sie das beschreibt, was wir sehen. Wir können sie so einsetzen, dass sie wirkt, wie wir wollen. Wir müssen unserer Wörter sorgfältig wählen: Wir sollten die verwenden, die wir für richtig und gut halten und die nicht verwenden, die schlecht sind. Wir müssen neue Begriffe für neue Phänomene erschaffen."

Aha. Wieder was gelernt...

Das Parfum

Gestern abend waren wir im Kino in "Das Parfum". Ich hatte mir nach einigen Kritiken nicht sehr viel versprochen, aber ich muss sagen, das war schon großes Kino. Ich habe heute noch mal nach Krtiken recherchiert, hier ein Auszug, der meinen Gesamteindruck gut trifft:

"Regisseur Tom Tykwer gelingt mit seiner Verfilmung bildgewaltiges Unterhaltungskino, das sich, wie bereits die Romanvorlage, vor allem auf die schillernde Oberfläche des Stoffs konzentriert, während Charaktere und zeitgeschichtliche Hintergründe zwar konturiert, aber nicht vertieft werden. Die gestalterische Perfektion und Sinnlichkeit des Films sorgen dennoch dafür, dass keine Längen entstehen."

Alleine die Leistung es Hauptdarstellers Ben Whishaw: sehenswert (und Oscar reif?).

Das letzte "Draußen-Frühstück" 2006?!

Heute morgen war es noch mal richtig sonnig und wir haben die Gelegenheit genutzt zum vermutlich letzten Frühstück auf der Terasse in 2006.

Samstag, September 30, 2006

Telepolis-Splitter

Ich habe im vorletzten Telepolis Newsletter mal wieder einige interessante Beiträge gefunden:

In dem Artikel "Mehr Arme, weniger Geld und Zweifel an der Demokratie" ist von "prekärem Wohlstand" die Rede. Hatte ich noch nie gehört. Das bedeutet Wohlstand, "der sich jederzeit verflüchtigen kann". Interessante Kategorie.

Und dann liefert die NASA mal wieder Munition für die Anhänger der Moon-Hoax-Theorie . Will heißen, die Amerikaner waren gar nicht auf dem Mond. Es ist aber auch zu peinlich, dass fast alle Originalaufnahmen von den Mondlandungen offenbar spurlos verschwunden sind. Kein Wunder, dass die Skeptiker jetzt wieder sagen "Na sehr ihr!" FALLS die ganze Geschichte allerdings tatsächlich ein Fake gewesen WÄRE (...), dann wäre es allerdings wirklich geschickt, jetzt zu tun, als wäre alles verloren gegangen. Das ist zwar hochpeinlich, aber immerhin könnte dann auch niemand mehr die Fälschungen nachweisen.

In dem Artikel "Der Papst, die Evolution und der Kreationismus" findet man die Passage:
"Damit bezieht die katholische Kirche eine klare Gegenposition zu den Kreationisten, die auf dem wortgenau geschichtlichen Verständnis des biblischen Schöpfungsberichts bestehen. Die Kirche setzt sich damit aber gleichzeitig auch von dem derzeit vielerorts gängigen Naturalismus, von einer dem reinen "Stoffwechselverständnis" verschriebenen und auf die Erklärung der innerweltlichen Ursachen beschränkten Naturwissenschaft ab, die sich anmaßt, Fragen des Warum und Wozu beantworten zu können." Der Papst und Katholische Kirche gehören damit offensichtlich nicht zu den Brights.

Das Internet greift inzwischen für viele Menschen so tief in unser Leben ein, das es sich auf die sozialen Kontakte auswirkt. Damit befasst sich z.B. der Beitrag "Über die neue Offenheit in sozialen Online-Netzwerken". In dem Artikel "Online, um zu leben" wird über widersprüchliche Ergebnisse von entsprechenden Studien berichtet: "Manche behaupten, dass die Individuen durch social networking extrovertierter, sozialer und glücklicher seien. Andere erkennen das Gegenteil: Die Sozial-Netz-Werker würden sich von ihren Familien und Freunden zurückziehen, soziale Bindungen im echten Leben abreißen lassen, sich isolieren und depressiv werden."
Und über die Risiken einer zu großen Offenheit im Internet kann man hier und hier etwas erfahren. Also Vorsicht beim Blogging, Tubing, Flickring and whatever.

Dienstag, September 26, 2006

Über die Moral

Ich habe bei brandeins einen interessanten Artikel über Wohlstandsmaximierung gelesen. Dort formuliert Richard Posner, "der erfolgreichste und mit Abstand meist zitierte Rechtswissenschaftler unserer Zeit" folgende These:

"Die Moral stellt ... lediglich ein Vokabular zur Verfügung, mit dessen Hilfe Menschen Ansichten zum Ausdruck bringen können, mit denen sie sich gefühlsmäßig stark verbunden fühlen. Aber sie sei nicht in der Lage, Konflikte zu lösen. [...] Entweder die Leute stimmen in ihren Ausgangsgedanke n überein. Oder eben nicht. Und da kann man nichts machen: Die Lücke, die sich zwischen den verschiedenen Ansichten auftut, ist nicht zu schließen. [...] Und ich meine, dass nicht einmal Gerichte dazu da sind, der Moral zur Anerkennung zu verhelfen oder Ideale von Unparteilichkeit, Gerechtigkeit und Fairness zu stärken. Sie bekräftigen lediglich bereits getroffene Übereinkünfte..“

Das empfinde ich als einen hoch interessanten Ansatz, dem ich stark folgen kann. Das erinnert mich an meine Mitgliedschaft bei The Brights, einer Community, die einen naturwissenschaftlichen Ansatz der Weltanschauung vertritt:
  • A bright is a person who has a naturalistic worldview
  • A bright's worldview is free of supernatural and mystical elements
  • The ethics and actions of a bright are based on a naturalistic worldview
Leider beschränkt sich meine Mitgliedschaft auf das Lesen des Newsletters.

Immer noch zuviel...

Vor drei Monaten hatte ich mir vorgenommen, bis heute auf 80 Kilo runter zu kommen. Ich habe es nicht geschafft. Leider nicht EIN Kilo... Offen gestanden habe ich es auch gar nicht WIRKLICH probiert. Ich hatte gehofft, dass es vielleicht reicht, wenn man nur ein WENIG und mal AB UND ZU etwas kürzer tritt. Hmm - es reicht nicht. Offensichtlich muss man da richtig dran ARBEITEN! Na ja. Ich weiß unter den Umständen gar nicht, ob es Sinn macht, einen nächsten Zieltermin für die 80 Kilo zu proklamieren.

Sonntag, September 24, 2006

Telekom lernt dazu?!

Ich habe letztes Jahr im Zuge von Umzug und Umstellung von ISDN auf DSL viele schlechte Erfahrungen mit T-Online und T-Com gemacht und wollte damals eigentlich sofort wechseln. Aber nachdem es dann doch irgendwann lief und ich gehört/gelesen habe, dass der Service bei den meisten Anbietern genau so Sch... ist, bin ich bei der Telekom geblieben (never change a running system).

Nun - es gibt ab Oktober neue Tarife von der Telekom für Internet und Telefonie. Und ich glaube - zumindest was den Tarifdschungel angeht - sie haben es endlich verstanden: Es gibt eine neue Tarifstruktur mit nur noch 3x3 Tarifen in einer Staffelung, die mir ziemlich plausibel erscheint. Ich habe sofort einen davon bestellt, weil mich das überzeugt hat. Kann es sei, dass die tatsächlich dazu gelernt haben...?!

Werben mit Sterben (2)

Vor einiger Zeit war mir zum ersten Mal eine Werbung aufgefallen, die ganz offensiv mit dem Thema Tod geworben hat. Gestern im Autoradio habe ich eine Werbung für "Dauergrabpflege" gehört. Es ist inzwischen offensichtlich tatsächlich möglich, mit dem Tod zu werben. Bei Yahoo habe ich gerade über 32.000 Treffer zum Thema Dauergrabpflege gefunden. Warum auch nicht?
Eine Bekannte erzählte in dem Zusammenhang von einer Werbung einer Bestattungsfirma in der U-Bahn, die sie in Köln gesehen hat: Dort stand an der Wand hinter den Gleisen "Treten Sie ruhig näher" und unten dann die Adresse der Firma. Ganz schön mutig.

Herbstimpressionen

Gestern war der kalendarische Herbstanfang. Wir sind heute nachmittag von einem Besuch in Köln zurück gekommen und ich nutze die Gelegenheit, einige Herbstgarten-Impressionen zu posten (hierund hier). Es wird in diesem Jahr nicht mehr viele Sonntage mit 28°C und strahlendem Sonnenschein geben... Zugegeben - ich bin nicht so der Gartentyp. Trotzdem schafft es Pia immer wieder (hier und hier), dass unser Garten "sogar" für mich total heimelig ist. Leider sind die Fotos mit der Digitalkamera nicht so gut (die Farben, die Farben...), wie sie mit einer Spiegereflexkamera wären, aber dafür sind sie schneller online. Ist auch was.

Sonntag, September 17, 2006

Schwarz und Weiß. Rechts und Links.

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Schlechtes Zeichen: die NPD hat über 6 Prozent erhalten und ist im Landtag. Was mir bei der üblichen Runde in den Nachrichten übrigens sofort aufgefallen war: NDP-Spitzenkandidat Udo Pastoers war der einzige mit einem hellen Anzug. Sicher kein Zufall. Der Wolf im Schafspelz. Sicher Zufall: Der NPD-Mann stand ganz links am Tisch...

Freitag, September 15, 2006

Back again

Aus verschiedenen Gründen habe ich mein Blog-Intermezzo bei Yahoo 360 beendet und bin wieder hier gelandet und werde auch den Namen des Blogs behalten (die alten "Blockbuch" -Einträge gibt es hier).

Dienstag, April 25, 2006

Blog Test auf Yahoo 360°

Ich bin schon seit langem ein Anhänger von Yahoo: Nicht schön, aber schlank. Ich probiere deshalb für meine nächsten Posts mal die Plattform Yahoo 360° aus.

Sonntag, April 23, 2006

Werbe-Wortspiel

Bitburger. Fast frischer Geschmack.

Samstag, April 22, 2006

Realitätsverlust auf italienisch

Nachdem Silvio Berlusconi nun schon länger an politischem Realitätsverlust leidet, setzt sich auch bei ihm die Erkenntnis durch, dass er die Parlamentswahlen in Italien verloren hat. Aber selbst das vollzieht sich bei ihm in einem unerträglichen Stil, wie man hier lesen kann.

Montag, April 17, 2006

Winkelplezier

Vorgestern waren wir in einem Gartencenter kurz hinter der niederländischen Grenze. Dort habe ich eine interessante Übersetzung gelesen. Auf den Einkaufswagen wurde der niederländische Satz "Heel veel Winkelplezier" übersetzt mit "Viel Spaß beim Einkaufen".

Nach meinen bescheidenen Sprachkenntnissen müsste man das aber eher mit "Ganz viel Kaufhausspaß" übersetzen. Ich weiß nicht leider nicht genau, wie "Winkelplezier" auf niederländisch interpretiert wird. Aber "Kaufhausspaß" wäre schon etwas anderes als "Spaß beim Einkaufen" und eine sehr interessante Auffassung vom Einkaufen.

Exerzierplatz

Meistens lese ich Bücher, wie ich Wasser trinke: schnell und in großen Zügen. Absätze überfliege ich meistens, auf sprachliche Feinheiten achte ich kaum, solange ich die Handlung verfolgen kann (ich behaupte, das ich trotzdem das meiste erfasse...). Bei den Romanen von Siegfried Lenz ist das anders. Da ist jeder Satz ein literarischer Genuss. Das habe ich jetzt beim wiederholten Lesen von "Exerzierplatz" wieder festgestellt. Kann ich nur wärmstens empfehlen. Man benötigt allerdings ein wenig Muße. Für schnell zwischendurch ist das nichts.

Freitag, April 14, 2006

Alles Banane oder was?!

Gerade in der Kneipe (wo wir kurz essen waren) hat jemand am Nebentisch "ein kleines Weizen mit Banane" bestellt. Mir ist fast der Bissen im Hals stecken geblieben: Ein "kleines Weizen"?! Ich wusste gar nicht, dass es kleine Weizenbiere gibt. Und dann noch "mit Banane"?! Was soll das denn sein? Der Niedergang der Kultur.

Hätten Sie's gewusst?!

Ich gehöre zu den Menschen, die lexikalisches Wissen einfach gut finden. Und da lese ich doch heute bei SPIEGEL ONLINE einen Artikel über Prokrastination, d.h. "Aufschieberitis" oder "das Verhalten, alle Arbeit auf Morgen zu verschieben." Ich habe diesen Begriff vorher noch nie gehört und ich wusste auch nicht, dass dieses Phänomen wissenschaftlich/psychologisch untersucht wird. Das wird jetzt nicht mein Leben ändern (ich selber bin auch nicht prokrastinativ - heißt das so?!), aber ich finde es toll, diesen Begriff jetzt zu kennen. So etwas vermeintlich Profanes wissenschaftlich zu hinterfragen und zu untermauern - das hat doch was.

Dienstag, April 11, 2006

Politisches Armutszeugnis?

Matthias Platzeck ist zurück getreten. Ich habe gar nicht gemerkt, dass er da war... Überhaupt ist mir in dem Zusammenhang aufgefallen, dass ich noch nie so wenig Politiker kannte wie im Moment. Ich kriege nicht mal ein Drittel des Regierungskabinetts zusammen. Keine Gesichter, keine Namen. Da war ich als 15Jähriger besser informiert. Ist das ein Armutszeugnis für mich oder für die Politik? Oder für beide? Muss ich mir Sorgen machen?

Sonntag, April 09, 2006

Aldi und Web 2.0

Was hat Aldi mit Web 2.0 zu tun? Nun - seitdem ich mir vor einem Monat einen Ruck gegeben habe und mir endlich ein "eigenes" Laptop (ich gebs zu - ein Medion von Aldi...für ein Powerbook hat es leider nach Hauskauf, Renovierung und Carport nicht mehr gereicht, man muss Prioritäten setzen) zugelegt habe, werde ich nun zunehmend ein aktiver und experimentierender Teilnehmer im Web.

Klar - ich bin schon seit Jahren täglich 10 Stunden online und kenne das Internet. Aber richtig "Rumspielen" während der Arbeit ist nicht. Mit dem Firmen Laptop sind aufgrund der Sicherheitseinstellungen keine Experimente möglich. Außerdem geht das Projektgeschäft vor. Da wird nicht rumgespielt. Und privat hat es mit meinem iMac von 1999, ISDN und ohne WLAN auch nicht wirklich Spaß gemacht...(bis auf bloggen, das ging noch ganz gut). Jetzt mit DSL, WLAN UND einem neuen Laptop hole ich einiges nach: Flickr, Skype, diverse Feedreader, Technorati, ...

Also werde ich nun Dank Aldi hoffentlich ein nützliches Mitglied der Internet Gemeinde. Grüße an Herrn Albrecht.

Montag, April 03, 2006

Jahrhundertereignisse

Gerade wurde in der Tagesschau vom aktuellen Hochwasser der Elbe berichtet. Dabei war auch vom "Jahrhunderthochwasser" von 2002 die Rede. Das erinnert mich an meine Vorlesungen in Waldbau (20 Jahre her) zum Thema "Jahrhunderstürme": Einige der heimischen Baumarten werden älter als 100 Jahre, das gilt erst recht für einen ganzen Wald. Es ist also für so einen Baum oder so einen Wald ein hochgradig wahrscheinliches Ereignis, einen sog. Jahrhundertsturm zu erleben.

Darum muss man bei der wirtschaftlichen Prognose für einen Baum oder für einen Waldbestand immer auch ein "Jahrhundertereignis" berücksichtigen. Zu sagen "Tja - das war ein Jahrhundertsturm, da kann man nichts machen" ist kurzsichtig.

Und was für einen Baum gilt, das gilt erst recht für eine menschliche Siedlung, die an einem hochwasserführenden Strom liegt. In Relation zur Lebendsauer eines Menschen ist das ein außergewöhnliches Ereignis, für eine Stadt hingegen ein Ereignis, dass so sicher wie das Amen in der Kirche eintreten wird.

Sonntag, April 02, 2006

Eurodont oder Du wirst älter, Alter.

Gestern fand ich eine neue Zahncreme im Badezimmer: "Eurodont. Die Vitalpflege für reife Zähne." Ich weiß nicht, ob Pia sich was dabei gedacht hat oder diese Tube einfach nur so gegriffen hat, aber ist das ein Zeichen?! Fürs Älterwerden? Geht's jetzt los?

Samstag, April 01, 2006

Lohngerechtigkeit?!

Ich habe gerade in der Zeit vom 30.03.06 einen Artikel über Lohngerechtigkeit gelesen. Ich habe dieses Thema bisher eigentlich nie als eine Frage der Gerechtigkeit angesehen - allenfalls als eine Frage der Angemessenheit. Also nichts, was sich mit Kriterien rechtlicher Normen erfassen ließe. Das ist aber offensichtlich eine sehr eindimensionale Auffassung von Gerechtigkeit (Reste von Schulwissen...), wie mir ein Blick bei Wikipedia gezeigt hat:

"Gerechtigkeit (lateinisch Justitia) ist das abgeleitete Substantiv von gerecht, dessen ursprüngliche Bedeutung "angemessen, richtig" ist. Gerechtigkeit wird heute als Versuch definiert, jedermann fair und moralisch angemessen zu behandeln."

Aristoteles beschreibt "Gerechtigkeit als Maßstab für die Angemessenheit eines Verhaltens". Selbstverständlich kann man Gerechtigkeit auch auf moralische, soziologische und philosophische Kategorien beziehen. Das führt aber nicht weiter. In sozialen Gefügen sind juristische Normen der einzig verbindliche - weil sanktionierbare Maßstab. Ich weiß nicht, ob das gut ist. Aber alles andere funktioniert nicht. Und darum bleibt für mich das Thema Lohngerechtigkeit KEINE Frage der Gerechtigkeit.

Sonntag, Januar 08, 2006

Maskulinum und Femininum

Gerade habe ich in einem Buch einmal wieder den Hinweis gelesen, dass der Autor aus Gründen der besseren Lesbarkeit (und der leichteren "Schreibbarkeit" - immerhin ehrlich) bei Berufsbezeichnungen nur die maskuline Form verwendet. Nicht ungewöhnlich - und das Argument der besseren Lesbarkeit stimmt ja auch. Hat eigentlich schon mal jemand auf Basis dieser Argumentation nur die feminine Form verwendet? Ist mir nicht bekannt, wäre aber genau so plausibel.