Samstag, Dezember 29, 2007

Börsenexperten?! Überflüssig.

In den Nachrichten wurde gestern über den letzten Börsentag des Jahres berichtet. Insgesamt das fünfte Jahr in Folge mit positivem Abschluss. Einer alten Börsenweisheit zu Folge müsste das nächste Jahr schlechter werden. Aber - wie sagte die Tagesschau Sprecherin so schön:

"Nach Expertenmeinung entwickeln sich Aktienmärkte meist anders als erwartet."

Das war nicht als Scherz formuliert und ich habe einige Sekunden gebraucht, bis ich den Witz kapiert hatte (wenn es ein solcher gewesen sein soll, ich bin mir da nicht sicher).

Muss ich sehen

Ich habe gestern abend auf Arte Ausschnitte aus dem Program KA vom Cirque du Soleil gesehen. Ich hatte schon öfter von dieser Truppe gehört, aber das war beeindruckender als erwartet. Hat mich teilweise an Flic Flac erinnert, die ich bereits zwei Mal gesehen habe und die ich auch sehr sehenswert finde. Cirque du Soleil sind aber epischer im Gesamtkonzept und noch mal zwei Nummern größer, was Technik und Bühnenshow angeht. Auf jeden Fall landet das jetzt ganz oben auf der Muss-ich-mal-live-sehen-Liste.

Freitag, Dezember 28, 2007

Schlagworte

Laut Wikipedia sind "Schlagwörter Wörter oder kurze Phrasen, die benutzt werden, um bestimmte Sachverhalte prägnant und überzeugend mitzuteilen."

Irenäus Eibl-Eibesfeldt
bezeichnet in seinem Buch Die Biologie des menschlichen Verhaltens Schlagwörter als "Waffen im Kampf der Ideologien". Diese Formulierung finde ich - um im Bild zu bleiben - sehr treffend. Sie steht passenderweise im Kapitel Das innerartliche Feindverhalten.

Dienstag, Dezember 25, 2007

The Stones in the Park

Habe mir gerade die DVD The Stones in the Park reingezogen. Eine Aufnahme des legendären Rolling Stones Auftritts vom 5. Juli 1969 im Londoner Hyde Park (Kenner wissen, wovon ich rede). Über die Qualität der Kameraführung aus den Jahren kann man streiten. Aber der Abspann ist richtig gut gelungen:

Mitten in der abwandernden Menschenmenge (es sollen ca. 500.000 Leute gewesen sein) steht verloren ein altes Mütterchen und versteht die Welt nicht mehr.
















Und im letzten Bild zieht sie eine unglaublich vielsagende Schnute. Tolle Kameraeinstellung - ganz herrlich!

Sissi und das Zeitkontinuum

Heute morgen im Radio sagte eine Moderatorin, dass 2007 in die Geschichte eingehen wird, weil in diesem Jahr keine Sissi-Folgen im Fernsehen laufen. Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber natürlich wird (auch) 2007 in die Geschichte eingehen, denn sonst wäre ja eine Lücke im Zeitkontinuum.

Sonntag, Dezember 23, 2007

Starker Tobak

Ich bestelle ab und zu Buchpakete bei Zweitausendeins. In der letzten Lieferung befand sich Das Denken und die Logik des Universums von Charles Sanders Peirce.

Es handelt sich um acht Vorlesungen aus dem Jahre 1898, "die sich an ein allgemeines Publikum richten und die klarste Darstellung des großen Bogens seiner Philosophie sind. [...] Ausgehend von der Frage nach dem Wesen der Philosophie und ihrer Rolle im Leben macht sich Peirce auf die Suche nach den mathematischen und semiotischen Grundlagen eines Verständnisses von Logik, Metaphysik und Naturwissenschaft, ..." (Klappentext).

Klingt vielversprechend - oder?! Ich hatte nicht weniger als die Antwort auf alle Fragen erwartet. Vielleicht hat Pierce sie auch in dem Buch gegeben, aber wenn, dann habe ich es nicht verstanden. Ich habe mich etwa zwei Monate durch die Seiten gekämpft, aber selten so wenig kapiert wie in diesem Buch. Kostprobe gefällig?

"Folglich ist es der inhärente Dualismus des logischen Gesetzes, der uns dazu zwingt, die Idee, dass das Kontinuum möglicher Qualitäten perissid ist, aufzugeben, oder der, wenn es zunächst perissid war, darauf drängt, dass es durch eine weitere Hälfte ergänzt wird, die es artiad werden lässt."

Das ist echt starker Tobak. Und darum geht es in Kurzform:

"Peirce wurde vor allem durch die von ihm begründete philosophische Theorie des Pragmatismus bekannt. Dieser philosophischen Richtung zufolge liegt die Bedeutung der Dinge allein in den Wirkungen begründet, die ihre Anwendung oder ihr Gebrauch mit sich bringen. Selbst die Wahrheit einer Vorstellung kann daher durch empirische Untersuchungen ihrer Nützlichkeit herausgefunden werden." (Microsoft Encarta Enzyklopädie 2006)

Alles klar?

Juke Box Hero

Gestern abend auf einer Geburtstagsparty: Irgendwann wurden Zettel verteilt und es folgte ein "Quiz": 25 Musikstücke wurden angespielt und es waren Titel und Interpret zu benennen. Ich sach mal, das konnte ich immer schon gut... Habe auch mit ziemlichem Abstand die meisten Punkte gehabt... ;-)

Trotzdem - solche Spielchen sind einfach nichts für mich. Denn wenn ich NICHT die meisten Punkte gehabt hätte, dann hätte ich mich tierisch geärgert. Gerade auf diesem Gebiet kenne ich keinen Spaß...

Donnerstag, Dezember 20, 2007

Weisheiten im Alltag

Besser ereignislos aber erfolgreich als umgekehrt.

Mars Attacks!

Also - ich kann ja nicht beweisen, dass es KEINE Ufos gibt. Aber das finde ich dann doch übertrieben:

"Japans Verteidigungsminister Shigeru Ishiba will die Streitkräfte des Landes auf ein mögliches Auftauchen von UFOs aus dem All vorbereiten. Bisher gebe es für diesen Fall weder Pläne noch eine Rechtsgrundlage, um die Armee zu mobilisieren."

Ich habe irgendwann irgendwo mal gelesen, dass es in den USA sogar eine zuständige Behörde sowie Einsatzpläne für den Fall des "Kontaktes" gibt. Ich habe diese Info nie überprüft, aber das traue ich den Amerikanern auf jeden Fall zu. Weltmacht in Reinkultur.

Dienstag, Dezember 11, 2007

Dicke Backen

Also ich kann mir ja nicht helfen, aber seitdem ich das erste Mal die Werbung für das neue C-Klasse T-Modell gesehen habe,













denke ich dabei an









Ob das wohl beabsichtigt war? Für mich jedenfalls ist die Wirkung des Spots damit dahin.

Montag, Dezember 10, 2007

Wie war das noch mal?

Habe auf meiner Muss-ich-mal-posten Halde einen spannenden Artikel über die Funktionsweise der menschlichen Erinnerung gefunden.

Schon lange ist bekannt: "Die bloße Tatsache, [...] dass Menschen sagen, dass sie sich genau an Details erinnern, die mit einem Ereignis zusammenhängen, kann für sich genommen nicht als überzeugender Beleg dafür gelten, dass dieses Ereignis tatsächlich stattgefunden hat". Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass richtige und falsche Erinnerungen in jeweils eigenen Hinrregionen lokalisiert sind.

"Die beiden ... Regionen [...] könnten auch mit Déjà-vu-Erlebnissen zu tun haben: Wenn sich die für vage Vertrautheit zuständige Region oberhalb der Stirn einmischt, könnte bei einem aktuellen Eindruck schnell das Gefühl entstehen, das betreffende Ereignis zum zweiten Mal zu durchleben - selbst, wenn das eine Illusion ist."

Das erinnert mich an den Blog Beitrag Alles nur Fiktion? Why do we feel that we own our body?. Auch ein sehr spannendes Thema. Wie war das noch mal mit der Matrix?

Donnerstag, Dezember 06, 2007

So geht's auch!

SinnerSchrader hat heute seine neue Website gelaunched. Sehr mutig und innovativ. Was mich beeindruckt ist die konsequente Implementierung externer Dienste unter Verzicht auf “Markengestaltung über alles”:

- Die Vision: verlinkt auf eine Präsentation bei slideshare
- Daten und Fakten: öffnet ein simples PDF
- Bilder und Grafiken: verlinkt auf Bilder in Picasa
- Management: geht direkt auf die Profile in Xing bzw. LinkedIn
- Anfahrt: geht direkt auf Google Maps (heutzutage fast schon Standard)
- Jobs: geht direkt auf Monster

Das einzig verbindende Element ist der obere Bereich mit der Navi und dem SinnerSchrader Logo. Was mich allerdings stört, ist dass man das Hauptmenü jedes Mal aufklappen muss, wenn man den Bereich wechseln möchte. Das kann man besser machen. Aber ansonsten: Kompliment. Ich finde es gut. Auch wenn es ein ernstzunehmender Wettbewerber meines Arbeitgebers ist.

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Turbo Evolution

Vom Eisbär zum Dreckspatz in nur einem Jahr:








Foto: http://www.rp-online.de

Ist usergenerierter Content korrekt und valide?

Gestern noch bei der Web 2.0 Mittelstandskonferenz ein kontrovers diskutiertes Thema:
  • Wie korrekt und valide ist usergenerierter Content (v.a. bei Sachthemen) ?
  • Ist Wikipedia der Abgesang auf inhaltliche Richtigkeit?
  • Gilt die Wertigkeit einer Quelle überhaupt noch etwas?
Heute bereits eine Antwort bei Spiegel Online "Wikipedia schlägt die Profis". Ich kann diesen Vergleichstest jetzt nicht groß hinterfragen, aber das Ergebnis stimmt mit meinen Antworten auf die o.g. Fragen überein:
  • Usergenerierte Sachthemen sind oft korrekt und valide.
  • Wikipedia ist nicht der Abgesang auf inhaltliche Richtigkeit.
  • Die Quelle einer Information spielt auch im Web 2.0 immer noch eine Rolle.
Natürlich gilt weiterhin "den eigenen Kopf gebrauchen", wenn man Informationen sucht. Das war aber schon immer so. Das hat sich durch's Web vielleicht in seiner Quantität (der schnell verfügbaren Informationen) verändert, aber nicht in seiner grundsätzlichen Qualität.

Dienstag, Dezember 04, 2007

Justin - verzweifelt gesucht

Zum Jahresende hin zieht es traditionell auf der Arbeit noch mal kräftig an. Verbunden mit einigen Auswärtsterminen bin ich im November deshalb zu nichts gekommen: Kein Sport, wenig Freizeit - nicht mal ein Blog Post.

Heute habe ich die Web 2.0 Mittelstandskonferenz in Bielefeld besucht und da dachte ich mir - Du musst auch mal wieder was posten. Es ist ja nicht so, dass ich nicht bereits einige Themen im Google Reader markiert und "zurückgelegt" hätte.

Da ist zum einen ein Hinweis darauf, möglichst schnell wieder mit dem regelmäßigen Joggen zu beginnen: "Körperliche Aktivität wirkt gegen Depressionen, schützt vor Alzheimer und kann sogar das Gehirn vergrößern. Jetzt entdecken Wissenschaftler, warum das so ist. Noch nie gab es bessere Argumente, in Bewegung zu kommen, ..."

Zum anderen habe ich vor kurzem noch einmal die Seite von Justin TV besucht. Eine Website, die mich vor einiger Zeit mit ihrer Konsequenz beeindruckt hatte. Doch was ist das?! Kein Videostream von Justin mehr (habe ihn jedenfalls nicht gefunden), sondern eine Art Youtube mit jeder Menge Live Videostreams und mit Werbung. Diese Entwicklung ist vermutlich unvermeidbar gewesen, aber voher war die Website einzigartiger.

Freitag, November 09, 2007

Hut ab

Also - ich habe die Online Meldungen über den heutigen Verkaufsstart des iPhones in Deutschland nicht gezählt, aber stündlich gibt es News darüber auf den verschiedensten Kanälen. Es ist schon ein Phänomen: Selbst das seriöse ZDFheute schreibt Deutschland hat die ersten iPhones.

Das klingt so, als ob ein nationales Großereignis gemeldet wird. So ähnlich hat es früher sicher geheißen Deutschland legt erstes Telefonkabel oder Deutschland hat jetzt auch Farbfernsehen. Und dabei geht es nur um einen Produktlaunch (Apple Fans mögen mir das "nur" verzeihen).

Das Geniale daran ist jedoch, dass Apple für diesen Quasi Werbefeldzug keinen Euro zahlen muss. Das melden die Medien alles kostenlos. Auch neue Windowsprodukte genießen ja eine hohe mediale Aufmerksamkeit, aber eine derart emotionale Durchdringung der Medien, das schafft nur Apple. Hut ab.

Donnerstag, November 08, 2007

Super Angebot

Kürzlich bekam ich von einem dieser zahlreichen Club-Prämien-Vorteils-Anbieter - nennen wir ihn XXX - folgendes Prämienangebot:

"Liebes XXX Mitglied, Weihnachten kommt dieses Jahr für Sie ein wenig früher. Denn an ausgesuchten XXX Stationen können Sie sich die exklusiven und begehrten 250 ml X-Mas Aluminium-Flaschen Coke sichern. Und wenn Sie im November und Dezember gleich zwei dieser Sammlerstücke kaufen, erhalten Sie sogar einen Gutschein für einen gratis* iTunes Song**. 6 Millionen Songs sind mittlerweile schon im Angebot – überlegen Sie also schon mal, welchen Sie haben wollen."

Na ich werde verrückt. Einen gratis iTunes Song! Sowas Tolles habe ich ja noch nie erlebt! Da bedanke ich mich auch schön bei XXX.

Samstag, November 03, 2007

Telepolis Nachlese

Der Telepolis Newsletter gehört nach wie vor zu meinen Favoriten zum Thema Neues aus der Wissenschaft. Hier eine subjektive Nachlese:

Es gibt Hoffnung: "Optimismus ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft - Forscher konnten jetzt mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztherapie ermitteln, wo dasVertrauen in eine glänzende Zukunft seinen Sitz hat."

Aus den Augen, aus dem Sinn:
"Nach Angaben von Wissenschaftlern werden die Ökosysteme der Meere vier bis zehn Mal schneller vernichtet als die tropischen Regenwälder. [...] Da die enorme Zerstörung mit bloßen Augen kaum feststellbar sei, wird sie noch viel weniger behandelt und wahrgenommen als die Abholzung der Regenwälder. Dabei, so die Experten, würden jährlich fünf bis neun Prozent der natürlichen Lebensräume in küstennahen Gebieten zerstört."

Selten so gelacht: "
Während Web-Gurus hierzulande noch über Web 3.0, das Semantische Web oder Typo3 als das "nächste große Ding" schwadronieren, ist man im Googleplex schon 100.000 Google-Meilen weiter und arbeitet unter höchster Geheimhaltungsstufe daran, das "non-evil empire" des Technologiegiganten über den Cyberspace hinaus zu erweitern."

Wie weit ist das von der Realität entfernt? Hier ist eine Antwort.

Gerüchte sind stärker als die Wahrheit. Diese Meldung passt zu einem kürzlichen Posting: "
Ob wir es wissen oder nicht: Gerüchte beeinflussen unser Handeln, auch wenn wir Zugang zur Wahrheit haben."

Sonntag, Oktober 28, 2007

Musikkassetten und Grenzwellen

Ich bin nach längerer Zeit mal wieder auf meine alten Musikkassetten - oder muss ich Audio Tapes sagen? - im Keller gestoßen und lasse die jetzt mal wieder "durchlaufen" (das weckt Erinnerungen und ist gut für die Bänder). Im Vergleich zu digitalen Speichermedien ist das inzwischen geradezu eine vorsintflutliche Technologie. Welcher mechanische Aufwand für die Kassettengehäuse und die Bandführung!

Und darum bin ich sehr angenehm von der immer noch hohen Wiedergabequalität überrascht. Immerhin sind viele Aufnahmen davon über 12 Jahre alt. Ich habe übrigens den Eindruck, dass sich Musikbänder deutlich länger und besser halten als Videotapes (ja - habe ich auch noch...).

Zur Zeit laufen Aufnahmen der legendären Radio ffn "Grenzwellen". Das ist das Ergebnis jahrelanger Aufnahmearbeit vieler Sonntagabende zwischen 22:00 und 24:00 Uhr. So richtig mit Band einmessen, am Radio sitzen und Record/Pause-Taste drücken und so. Kinders - waren das Zeiten!

Allzeit bereit

Ich gehöre ja bereits beruflich zu einer Bevölkerungsgruppe, die eine hohe Erreichbarkeit (auch im Sinne von Arbeitsverfügbarkeit) und Kommunikationsfrequenz hat. Und ich denke, ich kann da auch gut mit umgehen. Es ist natürlich trotzdem keine neue Erkenntnis, dass dauernde Erreichbarkeit und Präsenz die Gesundheit gefährden können. Der ZEIT-Artikel Wie wollen wir leben? beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Thematik:

"Nach dem ersten freudigen Staunen darüber, welche Möglichkeiten diese Technikrevolution eröffnete, wird nun deutlich, dass Arbeitsplatzangst und der Stress der dauernden Erreichbarkeit eine ungesunde Mischung ergeben: Arbeit entgrenzt sich völlig, schwappt ins Wochenende und in den Urlaub, in die Nächte und ins Familienleben."

Natürlich tauchen in dem Artikel auch die Modeworte Entschleunigung und Work-Life-Balance auf. Aber - es heißt auch ganz richtig:
"Naive Sozialromantik? Darin wäre eine Bewegung für Langsamkeit nicht unverwandt den einst frisch gegründeten Grünen, die sich ja nicht auf Atomausstieg und Nachrüstung beschränkten, sondern einen sozialen und umweltfreundlichen Lebensstil repräsentierten. Heute gehören viele »alternative« Ex-Spinnereien zum Mainstream einer ökologisch verantwortlichen Bürgerlichkeit. Warum sollte das mit einem ähnlich existenziellen Thema nicht noch einmal gelingen können, wenn die Zeit reif ist?"

Ich bin mir sicher, dieses Thema wird Politik und Gesellschaft - also uns alle - noch viel beschäftigen.

Wahres Leben

In der W&V Nr. 42 ist ein Bericht über ein geplantes TV-Format, in dem das "wahre Leben" gezeigt werden soll.

"In der Wohnung oder im Geschäft werden mehrere bewegliche Hightech-Kameras installiert. Diese halten den Alltag fest, es gibt kein Skript und kein Drehbuch. Zusätzlich sind Reporter mit einer Kamera unterwegs und können am Ort Stimmen und Stimmungen einfangen."

Hmm - ganz so originell finde ich das bei all den Wir-begleiten-Leute-im-wahren-Leben-Dokus nicht und vor allem lange nicht so konsequent, wie das Justin.TV schon seit längerem treibt. Dass man dieses Format nun auch ins Fernsehen bringen will zeigt allerdings, wie richtig Justin mit seiner Idee lag.

Guter Geschmack geadelt

In einem Spiegel Online Bericht erzählt Vicco von Bülow alias Loriot, welche deutschen Künstler er schätzt:

"Beispielsweise sei Olli Dittrich "ein Mann, den ich hervorragend finde", sagte Loriot. Auch die Arbeit von Piet Klocke etwa schätze er. Beide seien "Leute, die aus der Sprache kommen", deren Arbeit von "Ruhe und Ernst" geprägt sei."

Na - wenn dieses Urteil vom Goßmeister des feinen Hunors meinen Geschmack nicht adelt! Beide gehören zu den wenigen deutschen Komikern (?), Comedians (?), die ich selber gerne sehe. Also "Ditsche" von Olli Dittrich ist schon eine schräge Nummer. Piet Klocke habe ich schon mal live gesehen. Sein "Scheitern als Weg" ist ebenfalls große Klasse.

Sonntag, Oktober 21, 2007

Wider besseren Wissens

Vor kurzem hatte ich über die Macht des Affekts über unser Verhalten gepostet. Jetzt gab es wieder einen experimentellen Beleg für dieses Phänomen: "Menschen glauben eher Klatsch als Wahrheit".

Das passt zu Befunden, die ich kürzlich bei Eibl-Eibesfeldt in Die Biologie des menschlichen Verhaltens gelesen habe. Dort gibt er eine evolutionsbiologische Erklärung für die nur schwer zu verstehende Erscheinung, dass "von Eltern misshandelte Kinder im allgemeinen eine sehr starke Bindung an die Eltern haben..." Ein Thema, dass in den letzten Monaten durch viele Presseberichte aktuell ist.

"Strafreize wirken nicht immer abdressierend. [...] Submission ist eine Antwort auf Strafreize, die von Artgenossen kommen. Durch Submission entzieht man sich weiteren Mißhandlungen. Ähnlich zeigen von Müttern mißhandelte Kinder keineswegs immer Meidereaktionen. Vielmehr erweisen sie sich in der Regel als stark an die Mutter gebunden. [...] Solches Verhalten ist unter natürlichen Bedingungen adaptiv, denn bei Schmerz sucht man am besten bei der Mutter Schutz."

Es blieb über die längste Zeit der menschlichen Evolution einem Kind gar keine andere Überlebenschance, als sich trotzdem der Mutter anzuschließen. "Alleine ginge das Kind sicherlich zugrunde." Und das ist bis heute so in unserem Verhalten angelegt. Man mag zu Eibl-Eibesfeldt stehen, wie man will (er ist umstritten in seinen Ansichten), aber diese Argumentation finde ich nachvollziehbar.

Noch einen Aspekt finde ich interessant: "...vom Menschen wissen wir, daß Angst das Bedürfnis nach einer starken, führenden Persönlichkeit wachruft. In Diktaturen nützt man diese Bindung über die Angst. [...] Daher sind Erwachsene unter Angst ideologisch leichter umdrehbar. [...]" Man wird "einem Menschen ängstliches Verhalten kaum durch Strafreize abgewöhnen können." Aber man kann aufgrund der gleichen Mechanismen Angst und Unterwürfigkeit durch Strafe verstärken und das kennen wir ja zu Genüge.

Laufen gegen die Vergesslichkeit

Bei Spiegel Online fand ich diesen Artikel über den "Kampf gegen das Altern im Kopf". Da heißt es "Alterungsprozesse sind normal - man kann sie nicht verhindern. Wohl aber aufschieben. Und jeder altert anders. [...]"

"Körperliche Betätigung, da sind sich alle Wissenschaftler einig, ist das bislang bestuntersuchte und belegte Rezept gegen das Altern im Kopf. Eine Studie ergab, dass sich das Gedächtnis 72-Jähriger verbesserte, die ein Laufprogramm begannen. Dreimal die Woche Laufen ergab bereits eine Annäherung ihrer Hirnaktivitätsmuster an jüngere Leute."

Da passt es ja gut, dass ich in diesem Jahr so häufig gejoggt bin wie schon Jahre nicht mehr. Ich muss es nur noch auf drei Mal pro Woche bringen...

Samstag, Oktober 20, 2007

Wie man nicht gesehen wird

Den Artikel "UNSICHTBARE OBJEKTE - Mathematiker entwirft Tarnzylinder" wollte ich schon letzte Woche hier posten, hatte aber entweder keine Zeit oder keine Lust. Darum kommt er etwas spät, aber immer noch rechtzeitig. Denn bei dieser Technologie läuft die Zeit (noch) nicht weg, aber sie schreitet offensichtlich voran.

Im Moment kann ich mir "Unsichtbarkeit im Einsatz" nur schwer vorstellen. Das gehört so ähnlich wie Zeitreisen zu den Dingen, wo der Verstand (oder das Gefühl?!) mir sagt "Das wird nie gehen". Aber die Implikationen in dem Beitrag erscheinen mir auf jeden Fall plausibel. Und ich bin mir sicher, WENN das geht, dann WERDEN das auch kluge Köpfe früher oder später praxisreif entwickeln (das wird wohl auch für Zeitreisen gelten).

Vor 100 Jahren konnte sich auch keiner vorstellen, dass man zum Mond fliegt. Wenn man dann noch bedenkt, wie schnell sich Technologien heute entwickeln... Unter dem Aspekt erscheint mir eine Einsatzreife der beschriebenen Unsichtbarkeitstechnologie innerhalb von 50 Jahren durchaus denkbar. Ich denke, dass heutige Technologien ("Stealth") sogar schon in diese Richtung gehen.

Auch der von mir heiß geliebte Sketch "
Wie man nicht gesehen wird" aus Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft erhält so eine ganz andere Dimension.

Sonntag, Oktober 14, 2007

Leben auf Pump

Nach einem Artikel bei Telepolis lebt die Menschheit seit dem 6. Oktober 2007 auf Pump von den Ressourcen der Erde. Bis dahin haben wir von den Erträgen gelebt, jetzt geht es an die Substanz.

Keine Ahnung, ob das so stimmt, aber trotzdem ein Artikel, der zum Nachdenken anregt und der gut zur aktuellen Berichterstattung Sachen Klimawandel, Ressourenausbeutung, etc. passt. Und er ist erschienen, noch bevor der Friedensnobelpreis an Al Gore et al. gegangen ist.

Freitag, Oktober 12, 2007

Kleider machen Musik

Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Musik. Weil mir mein iPod zu schwer für die Brusttasche ist, zu groß für die Hosentasche und ich auch nicht immer einen Gürtel zum Anklipsen trage, ziehe ich häufig beim iPod-Hören eine Weste an. Dort kann ich das Teil bequem unterbringen und tragen. Ist schon interessant, dass so ein Gadget den Kleidungsstil beeinflussen kann.

Leben 2.0

Ich hatte drei Wochen Urlaub und habe Blog Blog sein lassen. Jetzt habe ich wieder was. Heute wurde in RTL Aktuell die Videoaufnahme eines Unfallopfers gezeigt, das seinen eigenen tödlichen Unfall gefilmt hat. Es handelte sich um ein illegales Autorennen auf der Autobahn und war wohl nicht die erste Aufnahme dieser Art des 20 Jährigen - aber seine letzte.

Da ist mir wieder klar geworden - es wird ALLES (irgendwann und irgendwie) gefilmt und es wird auch ALLES (irgendwann und irgendwo) gezeigt. Überall kann man dabei sein: Leben 2.0.

Samstag, September 15, 2007

Mittelalter - oder was?!

In die aktuelle Debatte um den Begriff "entartete Kultur" in der umstrittenen Rede von Kölns Erzbischof Kardinal Meisner will ich mich gar nicht einmischen. Mir reicht schon, dass Meisner Kultur offensichtlich nur im Zusammenhang mit Gottesverehrung gelten lässt:

"Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet."

Das geht ja gar nicht. Bin ich im Mittelalter - oder was?!

Sonntag, September 09, 2007

Matrix?!

Eigentlich aus der Rubrik amüsant und skurril, und trotzdem hoch interessant: ein Bericht über die Luftgitarren WM im finnischen Oulu. Als ich mir die Fotostrecke zu dem Bericht angeschaut habe, ist mir einmal wieder bewusst geworden, welchen Einfluss die Macht der Gedanken über uns hat: Ich bin mir sicher, dass die Teilnehmer an diesem Wettbewerb bei ihren Auftritten TATSÄCHLICH das Gefühl hatten, sie spielten dieses Stück "in echt". Die Fotos legen diesen Eindruck verdammt nahe - ein Beispiel:











Das Gehirn schafft es offensichtlich, sogar den eigenen "Besitzer" selbst in hochkomplexen Situationen zu "täuschen". Ob wir doch alle in derMatrix leben?

Samstag, September 08, 2007

Real trifft virtuell

Man muss schon länger kein Wahrsager mehr sein, um die zunehmende Verflechtung von sogen. virtuellen Welten und der sogen. realen Welt vorherzusagen (z.B. hier). Ein schönes Beispiel habe ich im Berliner Tagesspiegel gefunden:

"In der österreichischen Stadt Linz hat der Berliner Künstler Aram Bartholl die virtuelle Welt [Anm.: gemeint ist Second Life] in einer ganzen Straße für eine Woche real nachgebaut." Normalerweise wird die reale Welt in Second Life nachgebaut. Hier ist es mal andersrum. Eine spannende Entwicklung. Ein weiteres - amüsantes - Beispiel für die Vermischung beider Welten gab es vor einiger Zeit hier.

Ich habe vor einigen Tagen in der Kantine einem Kollegen gegenüber behauptet, dass in 8-10 Jahren Avatare zwischen uns hin und herlaufen werden. OK - diese Prognose ist etwas gewagt (was den Zeitraum angeht - meine ich), aber Ideen für ein Miteinander beider Welten gibt es offensichtlich bereits. Eigentlich IST das schon im weiteren Sinne ein Miteinander, denn sonst würde man auf diese Ideen gar nicht kommen (können).

Anlieferungszustand: diagnostisch getötet

In einer Tagesschau Meldung gestern wurde im Zusammenhang mit aktuellen Vogelgrippe Fällen berichtet, dass einige Tiere "diagnostisch getötet" worden seien. Ich habe das für einen Versprecher gehalten. Semantisch komt mir das falsch vor. Aber das ist offenbar ein stehender Begriff in der Veterinärmedizin (wie Google zeigt).

So findet sich in dem Formular Untersuchungsauftrag Diagnostische Untersuchungen vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz unter der Kategorie Anlieferungszustand (auch nicht schlecht) neben Kennzeichen wie lebend und verendet auch die Kennzeichnung diagnostisch getötet. Na dann. Wieder was gelernt.

Donnerstag, September 06, 2007

Zeichen von Zukunft?

Ich habe in dieser Woche zwei Beiträge gefunden, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Doch sie haben in zwei ganz unterschiedlichen Bereichen viel damit zu tun, wie wir zukünftig mit der Welt umgehen werden.

Der erste Beitrag handelt vom Umgang mit unserem Erbgut: "Der amerikanische Genpionier Craig Venter hat sein Erbgut komplett sequenzieren lassen und es im Internet veröffentlicht." Ich glaube zwar nicht, dass später einmal alle Menschen ihr genetisches Profil ins Internet stellen werden. Ich glaube aber fest, dass genetische Profile eimal eine große Rolle spielen werden (z.B. in der Kriminalistik, im Gesundheitswesen, für militärische Zwecke). Ich weiß nicht, ob ich das alles gut finde, aber es wird kommen.

Der zweite Beitrag handelt von einem ganz neuen Ansatz von Citroën, Autos zu bauen: "Weniger Bauteile, weniger Schnickschnack, viel weniger Spritverbrauch." Klingt noch etwas spinnert und irgendwie lustig, aber hochinteressant.

Zur Zeit bin ich noch optimistisch, dass die Spezies Mensch noch eine Menge Innovationskraft an den Tag legen wird, ehe vielleicht doch alles mal den Bach runter geht.

Montag, September 03, 2007

Na dann...

...weiß ich ja, woran es liegt, wenn alles mal nachlässt.

Friss oder stirb!

Ich habe mich schon in der Schule für Evolutionsbiologie interessiert. Jetz habe ich mal wieder einen Beleg über den "Einfallsreichtum" der Evolution gelesen. Da wird die ewige Herausforderung "Friss oder stirb" auf eine ganz eigene Weise beantwortet. Weitere Einzelheiten hier. Faszinierend.

Sonntag, August 26, 2007

Webweite Kommunikation

Seit einigen Monaten probiere ich Weblin aus. " Weblin macht dich und die Menschen im Internet als kleine Avatar- Figuren sichtbar." Die Avatare sieht man dann am unteren Bildrand der Seiten, die man gerade besucht. Das sieht dann so aus:
















Und wie das bei Web 2.0 Anwendungen so üblich ist, kann man seinen Avatar konfigurieren, hat einige Aktivitäten im Repertoire und kann natürlich auch mit den anderen Teilnehmern chatten.

Das praktische an Weblin ist, dass man es "so nebenbei" nutzen kann, während man "seine" Websites besucht. Beim Aufrufen einer Website sieht man die Avatare, die auch gerade dort sind. Man muss dazu Weblin lediglich einmal starten. Selbstverständlich kann man auch einstellen, wenn man auf einer Seite NICHT gesehen werden möchte.

Ich stelle fest, dass ich über Weblin die Chatfunktion deutlich häufiger nutze als in Second Life. Das hängt damit zusammen, dass ich auf den besuchten Websites "mein Ding" machen kann und trotzdem die Möglichkeit habe zu kommunizieren. Diese Möglichkeit der webweiten Kommunikation finde ich ziemlich cool. Darum nutze ich Weblin auch deutlich häufiger als Second Life (ich weiß - das ist ein wenig wie Äpfel mit Birnen vergleichen). Ich kann es einfach so mitlaufen lassen.

Nach meiner Erfahrung wird übrigens bei Weblin die Möglichkeit kaum genutzt, sich über die Websites (bzw. Themen) zu unterhalten, auf denen man ich gerade trifft. Meistens ist es unspezifischer Smalltalk. Das finde ich interessant, weil sich gerade bei Weblin ein themenspezifischer Austausch anbieten würde. Immerhin weiß man ja, auf welchen Seiten man sich trifft und ein gemeinsames Interesse liegt nahe.

Na ja - auf special interest sites ist das ja vielleicht auch so. Noch ist Weblin auch nicht so weit verbreitet. Aber es liegt sicher auch daran, dass der Aspekt "Community" bei Web 2.0 Anwendungen einfach eine sehr starke Rolle spielt. Das zeigen ja auch die Erfahrungen bei Second Life: Eine Location kann noch so gut gemacht sein, wenn dort nichts los ist, dann geht auch keiner zweimal hin.

Sowas passiert schon mal

Wieder eine überraschende Entdeckung in unserem Universum, welche die Wissenschaft in Erklärungsnot bringt. Passt zu einer Äußerung von Edward B. Tryon von der Columbia Universität, die ich zufällig gerade in "Eine kurze Geschichte von fast allem" gelesen habe:

"Unser Universum ist schlicht und einfach eines von diesen Dingen, die von Zeit zu Zeit passieren" (sinngemäß übernommen). Eine sehr nette Bescheibung.

Dienstag, August 21, 2007

Das Reh

Dieses Video, auf das ich über Ehrensenf gestoßen bin, erinnert mich an eines meiner Lieblings-Nonsens-Gedichte:

Das Reh springt hoch,
das Reh springt weit,
Warum auch nicht?
Es hat ja Zeit.

Montag, August 20, 2007

Der Kurswert der Eitelkeit

Einen sehr schön beschriebenen Zusammenhang zwischen Schmeichelei und Eitelkeit habe ich in "Das Rettende in der Gefahr" von Jean Starobinski gefunden:

"Schmeichelten wir uns nicht selber, so könnte die Schmeichelei der anderen uns nicht schaden. Schmeichelei ist Falschgeld, das nur durch unsere Eitelkeit Kurswert gewinnt." (nach La Rouchefoucaud)

Wenn ich darüber nachdenke: Da ist was dran.

Samstag, August 18, 2007

Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Im Urlaub vor einigen Wochen habe ich auch ein Buch über Albert Einstein und seine Theorien gelesen. Zugegeben - ich habe nicht alles verstanden. Es sieht aber so aus, als ob zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch genau so viele grundlegende Fragen offen sind wie vor 100 Jahren.

I pod, I groove

Es hat mich schon länger genervt, dass ich den Akku in meinem iPod nur über den PC aufladen kann. Darum habe ich mir vor zwei Wochen in einem Sonderangebot eine Dockingstation mit Lautsprecher für 19,99 EUR gekauft. Nach dem Motto "für so wenig Geld kann man nichts falsch machen". Doch - man kann: Das Ding war dermaßen quäkig, dass ich es nach zwei Tagen wieder zurück gegeben habe.

Es musste definitiv etwas Besseres her. Nach etwas Recherche bei eBay fiel die Wahl auf den iGroove von Klipsch, von denen auch das legendäre Klipsch-Horn stammt (High-End-Freaks kennen das).














Und ich muss sagen - eine gute Wahl. Sieht cool aus und hat richtig fetten Sound.

Freitag, August 17, 2007

Turnvater Jahn lässt grüßen

Gestern abend habe ich im WDR einen Bericht über energiefreundliches Bauen gesehen. Dort war von "energetischer Ertüchtigung des Wohnungsbestandes" die Rede. Komischer Ausdruck in diesem Zusammenhang. Habe mal nach dem Begriff recherchiert. Und siehe da, es handelt sich um ein offizielles Programm der Bundesregierung. Dann mal zackig!

Im Zusammenhang mit dem Wort "Ertüchtigung" fällt mir neben Turnvater Jahn auch sofort der von mir hoch geschätzte Wilhelm Busch ein, dessen "Turner Hoppenstedt" mit den "Folgen der Kraft" zu kämpfen hat. Und das fängt so an:

"Mit kühnem Mut aus seinem Bett
Schwingt sich der Turner Hoppenstedt.

Schon ist das Hantelpaar bereit
Zu frisch-fromm-freier Tätigkeit.

Der Bizeps wird zuerst geübt,
Er, der dem Arm die Spannkraft gibt

Einseitig aber ist der Mann,
Der's nicht mit beiden Händen kann."

Herrlich. Das ganze Gedicht gibt es z.B. hier.

Mittwoch, August 15, 2007

Tapetenwechsel für Yahoo Fotos

Seit dem Kauf von flickr durch Yahoo war es ja abzusehen, dass Yahoo seinen eigenen Fotobereich aufgeben wird und zu flickr umschwenken wird. Jetzt war es so weit. Ich muss schon sagen, die Art und Weise der Kommunikation hat mich angenehm überrascht. Gestern wollte ich in meinen Yahoo Fotos etwas machen und bekam folgenden Hinweis:






















Es war sofort zu sehen, bis wann die Yahoo-Lösung noch läuft und welche beiden Optionen es gibt:
1. Move your photos oder
2. Download.

Ich habe kurz entschlossen auf "Move your photos" geklickt und bekam folgende Seite:
























Auch hier klare Anweisungen und ein fetter Button "Import". Per Mail wurde ich dann über den Beginn des Transfers sowie den abgeschlossenen Transfer informiert. Von der Kommunikation her fühlte ich mich gut durch den Prozess begleitet.

Auf den ersten Blick sind meine Fotos mit den wichtigsten Informationen Bildtitel, Bildinfos, angelegte Alben , etc. auch gut bei flickr angekommen. Alles in allem fand ich das ziemlich cool. Mit etwa drei Klicks war der ganze Prozess durch.

Eine andere Frage ist, ob ich es gut finde, zu dem Wechsel GEZWUNGEN zu werden, weil Yahoo seinen Fotobereich einstampft. Ich weiß auch noch nicht, was passiert, wenn die geschenkten drei Monate Premium Account bei flickr ausgelaufen sind. Vermutlich werde ich dann zahlen müssen? Wenn ich nicht zahle, werden dann Fotos gelöscht? Verliere ich den Zugriff? Da muss ich mal die FAQ studieren.

BILD anonymisiert

BILD online hat in seinen Beiträgen ja immer wieder Probleme mit dem Anonymisieren persönlicher Daten. Das wird häufig im Bildblog aufgegriffen. Gestern war in einem Beitrag, der um etwas anderes ging, ein besonders witziges Beispiel dafür, dass BILD online das mit dem Anonymisieren einfach nicht peilt:

Diese Überschrift mit Absicht nicht lesen.

Gestern habe ich ein neues BILD Plakat gelesen "Ich habe die Pille mit Absicht vergessen." Aha: Mit Absicht vergessen. Wie geht das denn?! Ich habe ja immer was übrig für Wortspielerei (z.B. "unkaputtbar"), wenn sie absichtlich und gezielt eingesetzt wird. Das ist in diesem Fall aber bestimmt nicht so.

Samstag, August 11, 2007

Bitte nicht!

Gerade habe ich gelesen, dass Edmund Stoiber als nächster Bundespräsident ins Gespräch gebracht wird. "Stoiber verfügt über große bundespolitische Erfahrung, er kennt sehr genau die Verhältnisse in den neuen Bundesländern, er hat sozialpolitisches Fingerspitzengefühl. [...] "

Ach du meine Güte.

Samstag, Juli 28, 2007

Frische Fische

Gestern kamen wir unter Kollegen irgendwie auf die Sprachverwirrungen von Ex-Bundespräsident Heinrich Lübke zu sprechen. Das nehme ich als Anlass, auf ein besonders eklatantes Beispiel zu verweisen. Unglaublich, aber passiert. Da kommt selbst die Flughafenrede von Edmund Stoiber nicht mit.

Sonntag, Juli 22, 2007

Membranen und Weltenscharniere

Ein weiteres Buch, das ich im Urlaub endlich durchgelesen habe, ist "synthetic Worlds" von Edward Castranova (das Weihnachtsgeschenk eines geschätzten Kollegen). Es geht um "Business and Culture of Online Games". Profund, nett und flott geschrieben.

Ein Grundgedanke von Castranova ist die "Durchlässigkeit" zwischen virtuellen Welten und der "realen" Welt. Er benutzt dabei das Bild einer permeablen Membran und gibt auch eine Reihe Beispiele, die das anschaulich belegen (wen's interessiert, der soll es lesen).

Dieses Bild wird inzwischen offensichtlich auch an anderen Stellen verwendet. Man hat auch schon ein Tool für das Durchdringen der Membran gefunden: "Mittels Sensoren, Lautsprechern oder Display-Ansteckern sollen Online-Welten wie Second Life oder World of Warcraft mit der realen Umgebung der Spieler verwoben werden. Dreh- und Angelpunkt ist das Mobiltelefon." Es fällt dort sogar der Begriff "Weltenscharnier". Wie eng verwoben bereits beide Welten sind, kann man z.B. hier lesen.

In dem Buch von Castranova findet man zum Thema Avatare z.B. diese Stelle: "Our body motions could send commands to avatars who then perform the required search and retrieval tasks. What could be more intuitive than to browse the net by having the avatar actually browse an imaginary library?"

Genau dieses Beispiel habe ich (wirklich zufällig) vor einiger Zeit als paradoxe Endversion der Web Navigation beschrieben. Das mag ja intuititv sein, aber wo wäre der Vorteil, wenn ich auch im virtuellen Leben genau das machen muss wie im "realen" Leben?

Wenn ich in einem Buch nachschlagen will, dann gehe ich ans Bücherregal. Wenn ich im Web etwas finden will, dann klicke ich irgendwo drauf und dann will ich die entsprechende Info haben. Dann will ich NICHT SO TUN müssen, als würde ich an ein Bücherregal gehen und in einem Buch nachschlagen.

Auch dieser Aspekt wird ansatzweise bereits im Web diskutiert: "SPIEGEL ONLINE [...] klärt die Frage, ob der Mensch noch die Kreatur kontrolliert oder schon umgekehrt."

Kantst du das verstehen?

Im Urlaub hatte ich endlich Gegenheit, einige Bücher zu lesen, die bereits seit einiger Zeit auf Halde lagen. Darunter "Kant" von Roger Scruton. Kant ist laut Klappentext "... die Schlüsselfigur modernen Denkens." Es gelingt laut der BBC-Zeitschrift Listener "Roger Scruton, auf äußerst elegante und gewandte Weise eine elementare Darstellung der Philosophie Kants zu geben."

Ich gehe deshalb davon aus, dass die Darstellung in dem Buch recht sachverständig ist. Trotzdem habe ich lange kein Buch mehr gelesen, dass schwerer zu verstehen war. Und ich glaube nicht, dass es an der Darstellung lag oder daran, dass es vielleicht doch nicht die passende Urlaubslektüre war. Ich glaube auch nicht, dass mir zum Verstehen ein Philosophiestudium fehlt.

Ich glaube eher, es liegt daran, dass weder Roger Scruton noch sonst jemand Kant wirklich verstanden hat. Es wird dort auch immer wieder betont, wie schwer durchdringbar das Gedankengebäude von Kant sei. Ich werde jetzt nicht anfangen, Kant im Original zu lesen oder Philosophie zu studieren. Mein Eindruck auf Basis der Kant-Zitate in dem Buch ist jedoch: Da gibt es auch nichts zu verstehen.

Das mag ja recht beeindruckend und eloquent sein, was Kant so alles geschrieben hat. Ich aber glaube, Kant wusste genau so wenig, was die Wahrheit ist und wie die "Dinge an sich sind" wie Du und ich. Und er wusste auch nicht, wie man WIRKLICH zu den Antworten auf diese Fragen kommt. Und falls er es wusste, dann konnte er es nicht erklären.

Diese Fragen sind bis heute genau so aktuell wie zu Zeiten Kants, hier ein Beispiel.

Werbespezialisten

Heute in der Werbe-Beilage eines Möbelhauses in einem der üblichen Sontagsblättchen: "Ein Spezialist kann mehr."

Klingt wie selbstgemacht: Ein Spezialist kann es BESSER (bzw. sollte es besser können), aber er kann eigentlich nicht mehr. Außer auf seinem Spezialgebiet. Aber das ist für Werbung im Grunde schon zu weit um die Ecke gedacht.

Na ja. Außer mir denkt da bestimmt niemand drüber nach. Werbetreibender und Kunde sind wahrscheinlich glücklich mit dieser Formulierung. So what?

Samstag, Juli 21, 2007

Tour de Trance

Mir ist jetzt erst aufgefallen, wie ähnlich Tour de France und Tour de Trance klingen. Einige Bilder belegen sogar die nahe Verwandschaft.



































Ein Schelm, wer dabei auch an Doping denkt.

Donnerstag, Juli 19, 2007

Vom Rad in den Boxring

Vorhin habe ich im Autoradio eine Sendung über den aktuellen Doping Skandal bei der Tour de France gehört. Einer der Teilnehmer war ein offitzieller Vertreter der ARD, die ja gestern spontan die Live Berichterstattung aufgrund des Sinkewitz Vorfalls eingestellt hat. Als ein Argument wurde dabei die Verantwortung gegenüber der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Sport genannt (von wegen Vorbildfunktion der Sportler und so).

Mag sein. Da frage ich mich allerdings schon, warum Boxveranstaltungen (fast) wöchentlich so spektakulär inszeniert werden. Irgendwie boxt doch ständig irgendein Boxer irgendeines Verbandes um den Weltmeistertitel. Selbst, wenn dort nicht gedopt würde: Gesund sieht so ein Boxkampf nicht aus. Müsste man konsequenterweise auch aus dem Programm nehmen.

Samstag, Juli 14, 2007

Der Papst ist ein Filmstar

Das ZDF meldet: "Rummel wie beim Papstbesuch". Gleichzeitig heißt es dort "David Beckham wurde bei seiner Ankunft am Flughafen von Los Angeles wie ein Filmstar empfangen."

Wenn A=B ist und B=C, dann ist der Papst ja wohl ein Filmstar.

Ehrensenf

Ich hätte ja nicht gedacht, dass Ehrensenf auch ohne Katrin sehenswert ist. Aber es ist wohl so, click here.

Der neue Rückschritt - "Revolution"

Vor kurzem ist mir aufgefallen, wie ernsthaft die Evolutionstheorie zur Zeit diskutiert wird. Inzwischen hat die Diskussion sogar offline die Leserbrief-Ecke der beschaulichen "Neue Westfälische" erreicht. Gründe sind z.B. Beiträge von Bischof Mixa oder der Hessischen Kultusministerin Karin Wolff. Zu solchen Einstellungen fällt mir - ehrlich gesagt - nicht viel ein. Da passt es ja gut, dass in Berlin eine "Gegenveranstaltung" eröffnet wurde.

Documenta 12

Gestern war ich auf der Documenta 12 in Kassel. Mein Eindruck: Meine dritte und langweiligste Documenta. Keine Ästhetik, kein Witz, keine Größe. Ich beurteile das mal ganz laienhaft ohne Kunstverstand.

Natürlich ist die Frage: "Muss Kunst ästhetisch, witzig oder groß sein?" Keine Ahnung. Sicher gibt es Experten, die begründen können, warum die ausgestellten Werke künstlerisch wertvoll sind. Ich kann allerdings nur sagen, dass mich kaum ein Kunstwerk angesprochen hat. Auf welcher Ebene auch immer.

Dahinter steht die alte Frage "Was ist Kunst?". Ich kann sie nicht beantworten. Die beste Definition von Kunst, die ich kenne, lautet "Etwas eine Idee hinzufügen." Das ist sehr pragmatisch.

Letztlich können sich Künstler so bemühen, wie sie wollen: Es bleibt die Feststellung "Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters".

Freitag, Juli 06, 2007

Zurück aus Zypern

Gestern abend aus Zypern wieder angekommen. Erst mal nur soviel: Kristallklares Mittelmeer, blauer Himmel und 14 Tage lang über 30°C (teilweise über 40°C). Wie das aussieht, sieht man z.B. hier












und hier

Mittwoch, Juni 20, 2007

Ich bin dann mal weg

...und zwar nach Paralimni-Protoras (Zypern).

Kreationismus und Intelligent Design

Mit Erstaunen nehme ich eine zunehmende Diskussion über die Evolutionstheorie zur Kenntnis, die offensichtlich zur Zeit ein Thema ist. Da ich gleich in Urlaub fahre, kann ich darauf hier nicht weiter eingehen, möchte aber doch zwei Links nennen, welche die diversen Standpunkte ganz gut darstellen.

Einmal die Diskussion um den der Beitrag "Wie naturwissenschaftlich ist Intelligent Design”? und einmal die Diskussion um den Beitrag "Die erschöpfte Theorie - ein erster Nachschlag." Beide Beiträge erschienen auf der Deutschen Website der Brights, doch ich habe in den letzten Tagen ähnliche Diskussionen und Thesen auch an anderer Stelle gelesen. Doch die suche ich jetzt nicht mehr raus :-)

Besonders überrascht mich die Feststellung, dass es offensichtlich eine Menge Leute gibt, welche die Evolutionstheorie ernsthaft in Frage stellen und das Konzept des "Intelligent Design" entwickelt haben. Ich dachte, das hätten wir alles hinter uns. Bin ich denn so weltfremd?

Bin gespannt, wie sich die Diskussion in den nächsten Wochen entwickeln wird.

Montag, Juni 18, 2007

First Life Avatare

Einen witzigen Seitenhieb auf das Verhalten der Avatare in Second Life gibt es hier. Die Pointen kann man auch ohne SL-Erfahrung teilweise verstehen.

Sonntag, Juni 17, 2007

Aua Safari

Als traditioneller Apple Sympathisant habe ich mir gleich die Beta des neuen Safari Browsers für Windows heruntergeladen und installiert. Erster Eindruck: schlanke, aufgeräumte Oberfläche. Gefällt.

Zweiter Eindruck: Einige meiner Favoritenseiten, z.B. Bloglines, werden nicht korrekt und/oder unvollständig angezeigt, es fehlen Navigationselemente. Außerdem stellt Safari - zumindest bei mir - ständig Fehler fest und stürzt ab. Also instabil. Ich habe ihn erst mal wieder deinstalliert.

Ach ja - meine Audio Einstellungen sind auch alle verschwunden und ich kann zur Zeit keinen Ton aktivieren. Ob das direkt mit der Safari Installation zusammen hängt, weiß ich nicht. Zumindest der zeitliche Zusammenhang war da. Schade eigentlich.

Donnerstag, Juni 14, 2007

Des Rätsels Lösung

Endlich wird eine Frage beantwortet, die ich mir schon seit Jahren stelle: Wie sehen Webseiten eigentlich von hinten aus!?

Die Antwort kommt von Jonathan Schwartz, Sun Microsystems, bei der Präsentation von Looking Glass (die entscheidende Stelle kommt in dem insgesamt sehr unterhaltsamen Video nach genau 3 Minuten...).

Freitag, Juni 08, 2007

SL - Mitten im Leben

Ich habe mal wieder festgestellt, wie dicht Second Life bereits am "echten" Leben ist. Bei meinen Streifzügen durch die virtuelle Welt habe ich ein Vermisstenplakat von Madeleine gefunden. Ein Fall, der zur Zeit in ganz Europa kommuniziert wird. Das finde ich nur konsequent, dass man nun auch Second Life als Plattform für die Suche nach dem vermutlich entführten Kind nutzt.

Dienstag, Juni 05, 2007

Zweiter!

Mir fiel soeben die Ähnlichkeit von "Web2Null" mit "Web2Müll" auf. Ein kurzes Googlen (Googeln?) ergab nur 3 Treffer (allerdings aus 1 Quelle) . Das finde ich sehr überraschend für ein so naheliegendes Wortspiel. Na super - ich bin Zweiter!

Und um das auch noch zu sagen: Ich kann zwar den Begriff Web2.0 auch nicht mehr hören, aber das, was dahinter steckt, finde ich immer noch gut und spannend.

Montag, Juni 04, 2007

Hang the DJ, beat the Hang

Ich bin durch die heutige Folge von Ehrensenf auf ein unglaubliches Musikinstrument gestoßen, von dem ich noch nie etwas gehört hatte - die Hang Drum.

"Das Hang, ein von den Instrumentenbauern Felix Rohner und Sabina Schärer (Firma PANArt) in Bern entwickeltes Schlaginstrument, wurde auf der Frankfurter Musikmesse 2001 vorgestellt."

Welch faszinierenden Klänge man diesem unscheinbaren Ding mit den Händen entlocken kann, hört man z.B. hier, hier oder hier. Da braucht man fast keine anderen Instrumente mehr. Ich bin begeistert.

Sonntag, Juni 03, 2007

Nicht auf den Bildschirm packen

"Finger weg vom Bildschirm" - das war mal. Die Entwicklung neuer Navigationsformen durch den Informationsraum geht weiter. Dazu habe ich ja eine Theorie.

Samstag, Juni 02, 2007

Katzen, Second Life und First Life

Die Online Welt Second Life ist ja nun seit knapp zwei Jahren in aller Munde. Viele finden sie gut, viele finden sie schlecht. Ich glaube inzwischen, dass alleine der Name Second Life ein wichtiger Grund für die kontroversen Debatten ist.

Der Name Second Life suggeriert, dass diese Plattform ein "zweites" Leben ist. Im schlimmsten Fall eine Flucht vor der Realität oder ein Ersatz für das "erste" Leben. Hätte diese Plattform einen anderen Namen, dann gäbe es viele Diskussionen nicht. Immerhin gibt es auch andere virtuelle Welten, über die kein Mensch redet. Und was ist mit Büchern, Fernsehen, Internet oder Spielhallen?! Dort wird mit Sicherheit noch mehr Lebenszeit verbracht.

Und haben nicht angeblich Katzen sogar sieben Leben? Dann kann ja ein Second Life wohl nicht so schlimm sein. Passend dazu habe ich im Multimediablog einen wirklich guten Linktipp auf eine TAZ-Satire zum First Life gefunden.

Bright side of life

Berichte wie diese sind ein Grund dafür, dass ich ein Mitglied der Brights bin.

Man weiß es nicht

Ein Beitrag in dem von mir geschätzten Telepolis-Newsletter handelt von der Unsicherheit von Prognosen. Der Autor der zitierten Studie "zieht ... allgemein interessante Schlussfolgerungen.

[...] Das liegt, meint McWilliams, an einer Computersimulationen immanenten, nicht reduzierbaren Unfähigkeit, die Natur nachzustellen. Das hat seine Ursache unter anderem darin, dass die zu betrachtenden Einflüsse zeitlich und örtlich von stark unterschiedlicher Dimension sind. [...] Selbst mit optimistischstem Blick auf künftige Supercomputer scheint es unmöglich, in Zukunft all diese Faktoren angemessen zu berücksichtigen.

Das führt zu zwei wichtigen Einschränkungen: ... Modelle werden besonders ungenau, wenn man zeitlich und örtlich an ihre Auflösungsgrenzen heranrückt. Und sie enthalten künstliche Vereinfachungen, bei der Erzeugung des Modells fix gewählte Parameter, die sich nicht auf grundlegende Prinzipien zurückführen lassen."

Na super. Für die Erkenntnis brauche ich keine Studie.



Herdentrieb und Eigensinn

In der ZEIT gab es jetzt einen Foto-Beitrag über Burschenschaftler. Habe ich schon mal gesagt, dass mir JEDE Art von Herdentrieb zuwider ist? Egal, ob von links, rechts oder mitte. Zufällig fiel mir zeitgleich ein Artikel bei Spiegel Online auf, der vom "Überlebensvorteil Eigensinn" berichtet. Das ist schon mehr nach meinem Geschmack.

Montag, Mai 28, 2007

Gefahr durch Fußgänger

Als wir jetzt Pfingsten auf der Autobahn unterwegs waren, kam im Verkehrsfunk die bekannte Durchsage "Gefahr durch Fußgänger auf der Fahrbahn."

Warum heißt das eigentlich DURCH Fußgänger und nicht FÜR Fußgänger?! Liegt das an einer mehr autozentrierten Sicht oder eher daran, dass die betroffenen Fußgänger vermutlich den Verkehrsfunk nicht hören?

Ansonsten haben wir traditionell Pfingsten sehr nett mit Freunden verbracht. Diesmal zum zweiten Mal nach 2005 in der alten Dorfschule in St. Katharinen Hesseln im Westerwald (Nähe Koblenz). Sehr beschaulich und erholsam.


Donnerstag, Mai 24, 2007

Deutsch mit Tücken

Ja, ja - die deutsche Sprache hat so ihre Tücken. Leider auch in tragischen Fällen:

"Das Opfer wurde in der nahe gelegenen Herzklinik notoperiert und schwebt seitdem in Lebensgefahr."

Ob DAS wohl wirklich so gemeint war...?

Mittwoch, Mai 23, 2007

Unfreiwillig makaber

Gerade in den 18:00 Uhr Nachrichten im Radio gehört: "Die toten Soldaten aus Afghanistan sind in Köln angekommen."

Sonntag, Mai 20, 2007

Filmtipps

Keine aktuellen Kassenfüller, aber sehr sehenswert:

Hunger auf Leben erzählt die authentische Geschiche der DDR Schriftstellerin Brigitte Reiman, gespielt von einer - mal wieder - hinreißenden Martina Gedeck.

In dem neuseeländischen Film Whale Rider wirft "Regisseurin Niki Caro einen bewegenden Blick auf den Kampf eines mutigen Mädchens gegen überkommene Traditionen und um Liebe und Anerkennung." Die Filmusik stammt von der von mir sehr geschätzten Lisa Gerrard (ehemals Sängerin bei den von mir ebenfalls sehr geschätzten Dead Can Dance).

Userbility?!

In einem Börsenmagazin habe ich kürzlich einen Beitrag darüber gelesen , was eine gute Website ausmacht. Nun ja - mehr als "Zielgruppe berücksichtigen und individuelle Gestaltung, um aus der Masse vervorzuheben" kam da nicht bei raus. Der Artikel war absolut dilettantisch.

Irritiert hat mich jedoch die Schöpfung des Begriffes "Userbility". Obwohl ich täglich beruflich mit "Usability" zu tun habe, habe ich sicherheitshalber recherchiert, ob dieser Begriff nicht vielleicht doch etabliert ist und ich da eine peinliche Bildungslücke habe. Denn irgendwie klingt auch Userbility wie ein Begriff, den es geben könnte. Sozusagen die "Nutzerfähigkeit" bzw. "den Nutzer befähigen, etwas zu tun" - warum nicht.

Ein Blick bei Google zeigte mir, dass "Userbility" tatsächlich ab und zu auftaucht. Vor allem in Foren. Dort meiner Meinung nach allerdings in Unkenntnis des etablierten Begriffes. Klingen tut ja beides fast gleich.

Die Eingabe bei leo.org hat mich aber beruhigt: Userbility ist unbekannt und taucht nicht mal als ähnlicher Begriff auf.

Text-Bild-Trichter

Von der Text-Bild-Schere hat man ja schon öfter gehört. Bei Spiegel Online habe ich gestern einen Text-Bild-Trichter entdeckt: Eigentlich haben die Meldung und das Werbebanner daneben nichts miteinander zu tun. Trotzdem passt das Bild zur Meldung wie die Faust auf's Auge.



Donnerstag, Mai 17, 2007

Klicken, Tanzen, Geld verdienen

Ich bin ja nun auch seit einiger Zeit Einwohner von Second Life. Na ja - so richtig viel habe ich ja noch nicht gemacht, aber ab und zu schaue ich doch mal rein.

Hier sieht man, wie ich gerade meine ersten Linden-Dollars verdiene. Einfach nur, indem ich meinen Avatar tanzen lasse. Gibt 2 Linden Dollar für 10 min. Ich hab eigentlich GAR NICHTS gemacht, außer auf der Tanzfläche mit der rechten Maustaste auf die Option "Dance" zu klicken. Ist ganz schön abgefahren. Nebenan tanzen übrigens Kadisha und Sonea.


Meine sonstigen Erfahrungen mit SL sind durchwachsen. Vielleicht berichte ich mal von Zeit zu Zeit darüber. Sicher mit die besten deutschsprachigen Informationen rund um Second Life findet man übrigens bei Markus.

Donnerstag, Mai 10, 2007

"Thoeeeelke!"

Ich habe im Autoradio in der Sendung "Stichtag" einen wider Erwarten interessanten Bericht über Wim Thoelke gehört. Ja genau - der vom Großen Preis. Natürlich musste ich mir das als Kind/Jugendlicher auch ansehen und habe Thoelke als eher langweiligen Menschen in Erinnerung. Ich wusste nicht mal mehr, wie man den Namen richtig schreibt.

Und jetzt unter anderem diese Informationen:
"Thoelke war ein ausgesprochen vielseitiges Talent. Schon in jungen Jahren gründete der begeisterte Hobbypilot eine Fluglinie, er erfand [...] die Dehnbundhose [...], hatte eine eigene Modekollektion, war Autohändler, Pferdezüchter und Geschäftsführer des Deutschen Handballbundes. Jahrelang verdiente Thoelke sein Geld als Fußballreporter [...]. Und noch mehr hier. Da kann man mal sehen - wer hätte das gedacht?

Beim Großen Preis hat er übrigens alles "bis ins Detail selbst entworfen." Das einzige, was dort nicht von ihm stammte war wohl die Idee mit Wum und Wendelin. Und er hat mit seiner Sendung über die Jahre 1,7 Milliarden Mark für die Behindertenhilfe gesammelt. Das ist ja wohl nicht schlecht.

Ich glaube, es piept

Heute morgen las ich im Lokalteil einen dieser typischen Jubiläumsberichte zum 80sten, 90sten, etc. xsten Geburtstag, dass die betreffende Jubilarin zur Kükensortiererin ausgebildet war.

Ich konnte es kaum glauben und hab mal recherchiert. Und es stimmt: Kükensortierer ist ein Gewerbeberuf (BFH vom 16.8.1955, BStBl III S. 295). Und was machen Kükensortierer? Professionelle Kükensortierer trennen in großen Aufzuchtbetrieben Hähnchen und Hühnchen direkt nach dem Schlupf.

Was es nicht alles gibt.

Samstag, Mai 05, 2007

Jeder gehört zu einer Minderheit

In der Zeit vom 4.Mai findet man unter der Überschrift "Lohn und Leistung: Der deutsche Widerspruch" unter anderem folgendes Statement:

"Längst gibt es eine Flut unterschiedlicher Gerechtigkeitsbegriffe: Generationengerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Zeitgerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit. Je heftiger die Deutschen in den vergangenen Jahren über Verteilung stritten, desto mehr neue Kategorien wurden erfunden. Doch das hat viele Deutsche zu Verlieren gemacht, denn nach irgendeinem Gerechtigkeitskriterium kommt fast jeder zu kurz: Rentner und Jugendliche, Arbeitslose und gut verdienende Steuerzahler, Kinderreiche und Kinderlose, Frauen und Männer."

Über den Gerechtigkeitsbegriff will ich mich nicht jetzt auch noch auslassen. Jedenfalls erinnert mich das an den Song "Minderheit" des von mir sehr geschätzten Wolfgang Ambros (auf dem Album "Live ...auf ana finstern Strassn"), in dem er bereits 1979 treffend singt: "Ein jeder gehört zu einer Minderheit, einen jeden geht's was an."

Es kommt eben nur auf die Kategorisierung an.

Mut tu lesen

In einem Beitrag über die verschiedenen Verwendungen des Begriffes "Mut" schreibt der Zwiebelfisch unter anderem:

"Extrovertierte Affektbegriffe sind meist maskulin, introvertierte meist feminin", heißt es in einem Grammatikwerk. [...] Hochmut, Übermut und Wagemut werden als extrovertiert und männlich empfunden, Sanftmut, Wehmut und Schwermut als weiblich-introvertiert. Ob das noch zeitgemäß ist? Wenn ich drüber nachdenke, fallen mir mehr wehmütige Männer als Frauen ein, und die Zahl der edelmütigen Frauen in meinem Bekanntenkreis ist nicht kleiner als die der edelmütigen Männer."

Und der Zwiebelfisch wundert sich:

"Viel rätselhafter aber ist für mich die Tatsache, dass eine derart feine Unterscheidung wie die zwischen extrovertierten und introvertierten Affekten bereits in früheren Jahrhunderten ihren Niederschlag in der Grammatik finden konnte. Woher nahmen die Menschen zu jener Zeit, als Wörter wie Hochmut, Kleinmut, Langmut und Großmut entstanden, jenes hoch entwickelte Sprachgefühl, das es ihnen erlaubte, zwischen nach innen und nach außen gewandten Eigenschaften zu unterscheiden? Heute kann zwar fast jeder Deutsche irgendwie lesen und schreiben, und jeder Zweite war auch schon mal im Fernsehen oder im Radio, aber nur die wenigsten sind in der Lage, ihre Gemütszustände zu beschreiben, geschweige denn, ihnen eine grammatische Qualität zuzuweisen."

Hmm - ich finde das NICHT rätselhaft. Gerade in einer Zeit, in der diese Begriffe entstanden sind, ist es doch klar, dass
a) ein Bedürfnis für die Schaffung dieser Begriffe bestand und
b) auch ein entsprechendes Sprachgefühl vorhanden war, denn
c) sonst hätten sich diese Unterscheidungen doch gar nicht entwickelt.

Es erscheint mir plausibel, dass Menschen in einer Zeit des Analphabetismus sich besonders differenziert in dem einzigen Medium ausgedrückt haben, das ihnen zur Verfügung stand: Der Sprache.

Oder?

"Ich bin Harry!"

Die Idee finde ich witzig, auch wenn der Hintergrund alles andere als lustig ist. Eben typisch britischer Humor. Die Paralle zu der Szene aus "Das Leben des Brian" war mir übrigens noch gar nicht aufgefallen.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Das Ewig-Weibliche

In der letzten Woche sind mir mehrere Beiträge zum Thema "Frau und Gleichberechtigung" aufgefallen. Zum einen liegt das an 50 Jahren Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Zum anderen liegt das daran, dass ich gerade sowieso gehäuft einige "Frauen-Bücher" lese und mir das deshalb auffällt. Und das wiederum liegt daran, dass ich mir vor einiger Zeit bei Zweitausendeins ein Buchpaket "Starke Frauen" bestellt habe, welches ich gerade "abarbeite".

Aufgefallen war mir der Satz "Ich möchte über der Frau stehen, und nicht die Frau über mich" in einem Artikel über Gehaltsunterschiede trotz Gleichstellungsgesetz. Ein paar statistische Fakten sind in diesem Zusammenhang auch nicht schlecht.

Der Zwiebelfisch hat interessant ironische Anmerkungen zu "Die weibliche Mut" gemacht und auch Ehrensenf beleuchtet heute wichtige Aspekte zum Thema Gleichberechtigung.

Montag, April 30, 2007

Gut Ding will Weile haben

Zuerst erkennen elf christliche Kirchen erstmals gegenseitig die Taufe an und dann sollen "Abgetriebene und ungetauft gestorbene Kleinkinder ... nicht mehr in der Vorhölle landen." Und dafür braucht man - wieviel hundert Jahre...?

Gestatten, Roboter.

Es war nur eine Frage der Zeit für diese Nachricht: "Ein japanischer Wissenschaftler hat einen ihm ähnlichen Androiden gebaut, den er aus der Ferne steuern kann." Und es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass das auch richtig gut funktioniert. Und ich gehe mal davon aus, dass ich das noch erlebe.

Samstag, April 28, 2007

Weltstadt des Grillens

Wer hätte gedacht, dass meine alte Heimat die Weltstadt des Grillens wird?! Mehr Informationen gibt es hier.

Loriot for President

Gestern abend bin ich beim Durchzappen bei der ZDF-Show «Unsere Besten Komiker & Co.» hängen geblieben. Das war schon sehr nostalgisch - all die Aufnahmen aus den 60er und 70er Jahren: Karl Valentin, Heinz Erhard, Peter Alexander, Peter Frankenfeld, Rudi Carell, ... da kamen eine Menge Erinnerungen hoch (als Kind fand ich diese Shows allerdings nicht so interessant...).

Besonders beeindruckend war der Auftritt von Vicco von Bülow alias Loriot. Spontan haben sich Publikum und die anwesende Comedy Prominenz (u.a. Otto, Dieter Hallervorden, Rüdiger Hoffman, Dieter Nuhr, Hugo Egon Balder, ...) erhoben und es gab Standing Ovations, als Vicco von Bülow den Saal betrat. Und ich wäre auch beinahe aufgestanden...

Hut ab vor diesem Mann und seinem Lebenswerk. Kein Wunder, dass Vicco von Bülow vor vielen Jahren von einer Künstler- und Kultur-Initiative ernsthaft als Kandidat für das Amt des deutschen Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde (ich glaube, das war 1994 die Wahl mit Roman Herzog) und dass er "die Wahl zu Deutschlands beliebtesten Spaßmacher vor Heinz Erhardt und Otto" gewonnen hat.

Zweimal im Leben

Vor einiger Zeit hatte ich beruflich mit Laurent Burdin ein Treffen in Hamburg. Es ging darum, wie wir unsere Online Aktivitäten für einen großen deutschen Automobilkonzern abstimmen können. Nun ist er offensichtlich zu einem Wettbewerber gewechselt. Na - man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Donnerstag, April 26, 2007

Netter Zug

Auf meiner Foto-Safari rund um den neuen Berliner Hauptbahnhof ist mir dieses Schild aufgefallen - finde ich ganz witzig und auch sympathisch: "Kiss&Ride" - das hat doch was.





Ansonsten bedanke ich mich bei einer alten Freundin, die mir mit dieser Legitimation Ansichten aus dem Zentrum der Macht ermöglicht hat, die ich sonst nie bekommen hätte...

Sonntag, April 22, 2007

Fotos vom Osterurlaub

Wen's interessiert... Die Fotos von unserem Osterurlaub in und um Dresden liegen hier (im Moment spiele ich ein wenig mit Online Fotoalben rum, darum kann es sein, dass ich demnächst einige Fotos auf verschiedenen Wegen hier einbaue).

Samstag, April 21, 2007

Recht so

Ich habe in den letzten Tagen die "Eristische Dialektik" von Arthur Schopenhauer gelesen. Es geht dabei um "Die Kunst, Recht zu behalten". Schopenhauer führt dort 38 Kunstgriffe auf, "so zu disputiren, daß man Recht behält, also per fas et nefas (mit Recht wie mit Unrecht)."

Besonders gut gefallen hat mir diese Empfehlung: "Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren; sondern allein mit solchen die man kennt, und von denen man weiß, daß sie Verstand genug haben, [...]. Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer ist, der werth ist daß man mit ihm disputirt. Die Uebrigen lasse man reden was sie wollen, denn desipere est juris gentium (unverständig sein ist Menschenrecht), [...]."

Sic.

Freitag, April 20, 2007

Lesetipps

Die Woche in Dresden war nett. Vielleicht schreibe ich da noch was zu. So kam bei mir die Frage auf "Was macht so eine historische Stadt eigentlich aus? Warum zum Teufel gibt eine Gesellschaft Unsummen an Geld für alte Gebäude aus?" Das hat mich schon ein wenig beschäftigt, denn in Dresden wird renoviert und restauriert ohne Ende. Und überall stehen blöde Baukräne vor/hinter den besten Motiven...

An dieser Stelle wollte ich allerdings erst mal zwei Lesetipps los werden (das Buch habe ich in Dresden zuende gelesen): "Hannas Töchter" von Marianne Fredriksson. Ist die Lebensgeschichte von drei Frauen über drei Generationen in Schweden. Karges Leben, Schicksalschläge, Kampf um das Nötigste, Durchhalten. Toll erzählt und ein Buch zum Verschlingen.

Eine Stelle, die mir besonders gut gefallen hat: "Nichts wird man je verstehen können, dachte sie. Aber im Kleinen können wir ahnen."

Erinnert mich von Grundstimmung und Erzählstruktur an "Segen der Erde" von Knut Hamsun. Ebenfalls ein absoluter Lesetipp.

Samstag, April 07, 2007

Respekt

Ich kenne die genauen Hintergründe nicht, aber es verdient immer Respekt, wenn ein Mensch Verantwortung übernimmt, wenn etwas SO RICHTIG schief gelaufen ist.

Freitag, April 06, 2007

Pläne für den Osterurlaub

So also fühlt sich Urlaub an. Und das gleich drei Wochen! Wann gab es das das letzte Mal? Ob ich damit wohl umgehen kann...

Von Ostersonntag bis zum nächsten Samstag fahren wir nach Dresden. Danach habe ich noch zwei Wochen "zur freien Verfügung". Wahrscheinlich fahre ich auch noch für je 2-3 Tage nach Berlin und/oder Göttingen.

In Berlin würde ich mir gerne einen Tag Zeit nehmen, um den neuen Hauptbahnhof zu fotografieren. Kann ich das überhaupt noch? Fotografieren - meine ich. Ich habe schon lange keine "anspruchsvollen" Fotos mehr gemacht. Also so "richtig" mit Spiegelreflexkamera, Wechselobjektiven und Stativ.

Ansonsten viel Lesen, regelmäßig Joggen - auch mal Rennrad? - und einiges im Web probieren. Ich habe eine lange Linkliste mit Web 2.0 Anwendungen, die ich mir gerne ich Ruhe mal ansehen würde. Man muss ja mitreden können.

Sieht jedenfalls so aus, als ob ich mich in den nächsten drei Wochen nicht langweilen werde.

Sonntag, April 01, 2007

Sag ich doch...

In der W&V Nr. 13 vom 29. März 2007 steht ein Interview mit Bernd Kundrun, Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr. Offensichtlich teilt er - zumindest grundsätzlich - meine Meinung zum Thema Web 2.0:

"Eine Community ist nur so relevant, wie es die Informationsergebnisse für den Nutzer sind. [...] Neben die großen Communities wie YouTube werden bald spezialisierte Einheiten treten. Hier schlägt die Stunde der medialen Qualitätsmarken."

Sag ich doch.

Das braucht man...

... am Wochenende: Nach der Nummer mit dem neuen WLAN-Router kam ja gestern noch hinzu, dass ein Reifen an meinem Auto platt war. Ich habe gestern von Winter- auf (eingelagerte) Sommerreifen wechseln lassen. Dabei sagte mir der freundliche Mensch aus der Werkstatt beim Abholen: "Übrigens - der rechte Vorderreifen war platt. War denn da vorher schon was mit? Wir haben den Reifen erst mal aufgepumpt und aufgezogen. Da müssen Sie ein Auge drauf haben."

Mein Auge sagte mir gestern abend bereits: Wieder platt. Na super. Weiß eigentlich jemand, wie toll die Vorfreude auf Reifenwechsel ist, wenn man handwerkliche Arbeit so HASST wie ich...?! Aber was hilft's?! Und so habe ich heute mittag den Reservereifen aufgezogen. Alles in allem hat das sogar ganz gut funktioniert (für meine Verhältnisse) und ich konnte das Ganze in etwa einer Stunde unter "kontrollierten" Bedingungen im Carport erledigen. Ich habe allerdings alleine etwa 15 min gebraucht, um zu verstehen, wie der verdammte Wagenheber funktioniert und wo er angesetzt werden muss.

Morgen kann ich also sehen, wie ich das mit einem neuen Reifen organisiere. Das nervt mich schon wieder total, denn: Die nächste (Arbeits)Woche hat wegen Ostern nur vier Tage, ab (Kar)Freitag habe ich drei Wochen Urlaub, ich muss bis dahin noch eine Menge machen und ich habe eigentlich KEINE ZEIT für solche Aktionen. Aber ohne vernünftige Reifen ist ein Urlaub mit dem Auto auch ein gewisses Risiko.

Na ja - immerhin habe ich bei der Nummer gelernt, dass ich zuküftig für den Fall eines Reifenwechsels z.B. auf der Autobahn neben der Sicherheitsweste noch drei weitere Dinge im Kofferraum haben werde:
  1. Arbeitshandschuhe
  2. Einmal-Overall
  3. Kniekissen

Samstag, März 31, 2007

Never change...

... a running system. Ich habe meinen WLAN-Router auch nicht freiwillig ausgetauscht. Nein - er war defekt. Ich habe also von der Telekom vor zwei Wochen ein Austauschgerät bekommen. Kostenlos. Den Speedport W 700 V. Ich habe schon Schlimmes geahnt (immerhin hat der T-Com Fachmann damals etwa 1 Stunde gebraucht, um unsere 2 Laptops anzuschließen) und habe den Zeitpunkt der Umstellung auf den spätest möglichen Zeitpunkt gelegt: Heute. Denn heute musste ich den alten Router zurück schicken.

Und es kam, wie es kommen musste. Mein PC erkennt zwar den Router ("Empfang hervorragend"), das habe ich immerhin geschafft. Aber auch nach über 2 Stunden Ausprobieren komme ich immer noch nicht DRAHTLOS ins Internet. Keine Ahnung, was ich da falsch mache. Bin ich zu blöd? Bestimmt ist es irgend EINE beknackte Option, die nicht korrekt ausgewählt/eingestellt ist und die ist gut versteckt. Also behelfe ich mich erst mal MIT Draht (das gelbe Kabel im Bild).

Ich hasse das.

Nachtrag: Eine Nacht drüber geschlafen. Nach dem Frühstück noch mal gaaaanz ruhig die Konfiguration durchgegangen. Jetzt klappt's auch drahtlos. Na also.

Freitag, März 30, 2007

Kontrastprogramm

Vorgestern Blue Man Group, gestern abend Die Große Bastian Sick Schau. Das ist schon ein Kontrastprogramm. Aber auch Bastian Sick ist ein dringender Veranstaltungstipp! Man kann auch ohne Technik eine sehr unterhaltsame Schau machen.

Und es zeigt sich mal wieder, dass es auf ein schlüssiges Gesamtkonzept ankommt. Und das Konzept von Bastian Sick heißt "Deutsche Sprache". Mit all ihren teilweise absurden Regeln, aber vor allem mit ihren Irrungen und ihrer unfreiwilligen Komik im Alltag. Beispiel einer Zeitungsüberschrift: "Lehrer-Fortbildung zu Neonazis". Auch nett - der Aushang eines Schützenvereins: "Mitglied werden, Schießen lernen, Freunde treffen."

Manche solcher Beispiele sind bestimmt jedem von uns schon mal aufgefallen. Ich denke nur an die unsäglichen Lautsprecherdurchsagen auf Bahnhöfen oder in Zügen. Aber man schmunzelt und belässt es dabei. Bastian Sick jedoch sammelt all diese Beispiele aus dem Alltag, erzählt kleine Geschichten dazu und macht konsequent eine unterhaltsame Idee daraus. Und das macht er sehr gut.

Donnerstag, März 29, 2007

Unbedingt ansehen!

Wir waren gestern abend in einer Vorstellung der Blue Man Group im Metronom Theater Oberhausen. DAS ist Live Perfomance des 21. Jahrhunderts! Optische und akustische High End Unterhaltung. Und das ganze garniert mit einer Prise Humor. Wie das zusammen passt? Unbedingt selber ansehen , wenn es geht.

Dringende Empfehlung: Keinen Platz in den ersten zehn Reihen wählen (und wenn doch, die ausgehändigten Plastik Umhänge überziehen...). Und egal, welchen Platz man bekommt: Ohrenstöpsel verwenden! Sonst bläst es einem das Trommelfell weg. Ohrenstöpsel werden übrigens wohlweislich von freundlichen Helfern vor der Vorstellung kostenlos verteilt.

Mittwoch, März 28, 2007

Life on air

Gerade bei Ehrensenf gefunden: Justin TV. Konsequenter kann man den Begriff "user generated content" kaum ausleben: Justin trägt eine Kopfkamera und sendet 365 und 24/7 live ins Internet. "Even in the bathroom. Even on a date."

Und - Respekt: "Justin will wear the camera until the day he dies." Bisher trägt er das Ding laut Zähler auf der Homepage allerdings erst seit 9,5 Tagen.

Wir sind gespannt. Zumal der Tageszähler bisher nur 3 Stellen hat, also nur 999 Tage anzeigen kann... Aber auch das wäre eine reife Leistung und damit wohl der längste Film der Welt.

Das ist allerdings noch nichts - aber auch gar nichts - im Vergleich zum längsten Musikstück der Welt von John Cage, das auf 639 Jahre (!) angelegt ist.

Montag, März 26, 2007

Lernen im Alltag

Vielleicht oute ich mich jetzt ganz fürchterlich, aber bisher ist mir der "Dorn" in der Verschlusskappe von Tuben nie aufgefallen. Neulich auf einer Party habe ich das Ding zum ersten Mal überhaupt wahrgenommen... und zwar, als eine Frau damit die Alufolie einer noch verschlossenen Senftube durchstochen hat.

Verdammt hilfreich, das Ding. Und ich habe das Problem immer umständlich mit einem Gabelzinken oder sowas gelöst. Asche über mein Haupt! Aber so vergeht kein Tag, an dem man nicht noch etwas lernen kann.

Mittwoch, März 21, 2007

Profilfoto

Weiß eigentlich jemand, warum mein Profilfoto alle paar Tage verschwindet?

Montag, März 19, 2007

unddu - oder me too?

Die Meldung ist nicht mehr taufrisch, aber egal. Unter der Überschrift "Web.de attackiert Myspace" berichtet die FTD von einer neuen Internet Plattform. Dort "bietet der Portalbetreiber im Internet Raum, um sich darzustellen oder mit Freunden, Vereins- oder Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben."

Aha. Sensationell. Es gibt ja im Moment einige Unternehmen, die darauf setzen, "..., dass sich durch die enorme Zahl möglicher Nutzer einträgliche Geschäfte mit Online-Werbung machen lassen." All diese Firmen werden sich das bestimmt gut überlegt haben (lassen). Und doch - mir kommen Zweifel, ob das für neue Plattformen noch Erfolg haben kann oder ob der Zug nicht schon abgefahren ist. Zumindest, wenn man da so ran geht wie Web.de.

So will Web.de ein breites Publikum als Nutzer gewinnen. "Die heutigen Angebote haben zu spitze Zielgruppen", sagt Matthias Greve, Chef von Web.de. Was heißt "zu spitz"?! Wenn ich kein auf mich zugespitztes Angebot bekomme, warum sollte ich dann dieses Portal nutzen?! Alle reden von "targeting", doch Web.de schießt mit Schrot.

Wie soll ich z.B. die oben genannten Zielgruppen Freunde, Vereins- oder Arbeitskollegen über EINE Oberfläche erfolgreich ansprechen?! "Gelingen soll dieses ehrgeizige Ziel mit einem Ansatz, der es Nutzern ermöglicht, verschiedenen Gruppen bestimmte Zugriffsrechte auf die eigenen Inhalte ... zu erteilen." Ja ja, das mag in der Theorie gut klingen. Aber ich glaube nicht, dass sich das noch gegen etablierte Portale mit klarer Zielgruppe durchsetzen kann (z.B. Xing, Stayfriends, MySpace, StudiVZ). Ich persönlich jedenfalls würde mich nicht bei NOCH EINEM Portal registrieren und ein Netzwerk aufbauen. Das ist doch viel zu viel Arbeit. Es sei denn... ja es sei denn, ich bekomme dort etwas total Tolles, das ALLE ANDEREN NICHT haben. Das sehe ich aber zumindest in der Ankündigung von Web.de nicht.

Bezeichnenderweise ist der Name der neuen Plattform "unddu.de - das einzigartige Netzwerk für einzigartige Menschen. Hier finden Sie interessante Kontakte, spannende Blogs, wichtige Informationen und unzählige Möglichkeiten". Das klingt alles nach "me too", aber mehr auch nicht. Eine Attacke auf MySpace ist das jedenfalls nicht.

Donnerstag, März 15, 2007

EvD - immer noch aktiv

Erich von Däniken kommt nach Bielefeld. Mein Gott, ist der immer noch aktiv?! Das erinnert mich an meine Zeit in Göttingen, als ich EvD einmal live erleben "durfte". Das muss irgend wann in den 80er Jahren gewesen sein.

Ich hatte als Jugendlicher die Bücher mit großem Interesse gelesen (natürlich alle aus der Bücherei geliehen und nicht gekauft) und fand damals seine "Außerirdische-waren-auf-der-Erde-Theorie" zumindest, sagen wir mal, faszinierend. Und ich dachte darum Jahre später "Den schauste dir mal an."

Der Eindruck war dann doch stark ernüchternd. EvD wirkte völlig unseriös und auf seine Quellen und Auslegungen kann man offensichtlich nichts geben. Der glaubt selber nicht an das, was er da verzapft.

Aber was soll's? Die Bücher hatte ich trotzdem gerne gelesen. Um den Eintritt war es allerdings schade.

Mittwoch, März 14, 2007

Service Überfall

Ja - Abenteuer Autobahn: Yadzia schreibt über ihre Erkenntnisse über Sanifair Toiletten und ich bin heute an der Tankstelle Schloss Röttgen (zwischen Bonn und Köln) mal wieder vom Shell Tank Service überfallen worden.

Ich rolle vor die Zapfsäule, steige aus. Freundlicher junger Mann in Overall "Herzlich willkommen an der Shell Station. Kann ich etwas für Sie tun? Service? Öl, Reifendruck - alles in Ordnung?" "Ja" sage ich "alles in Ordnung - vielen Dank" und greife zum Zapfhahn. Sagt der junge Mann "Aber das kann ich doch machen". Ich denke mir, na ja, dafür kann er ja wohl kein Geld nehmen.

Der junge Mann lächelt freundlich und zapft Diesel. Warten. Freundlich lächeln. "Ich wische mal kurz über die Frontscheibe. Soll ich?" Ich denke mir, na ja, dafür kann er ja wohl kein Geld nehmen. Und danach fragen ist auch zu blöd. "Ja - ok. Dann machen Sie mal." Er säubert die Frontscheibe (war eigentlich gar nicht schmutzig).

Inzwischen ist Tank voll, er hängt Zapfhahn wieder zurück. Drückt mir ein Plastikkärtchen (1 Euro Service Pauschale) in die Hand "Und wenn Sie mit meinem Service zufrieden waren, dann geben Sie bitte diese Karte beim Bezahlen ab. Vielen Dank." "Hm" denke ich, "ich wusste es! Da bin ich trotzdem mal wieder reingefallen. Selber schuld. Macht ja nichts. Geht ja auf Tankkarte."

Sagt mir der Mann an der Kasse "Das geht aber nicht auf Tankkarte. Das müssen Sie anders zahlen." "Ich habe mein Bargeld aber im Auto und ich habe keine Lust, dafür jetzt raus zu gehen und wieder rein zu kommen." "Hm - das ist aber blöd. Wo kann ich das denn dann buchen" "Ja" sage ich "ich tanke hier öfter und zahle das dann beim nächsten Mal." Sprach's und ging raus.

Also beim nächsten Mal gilt "Kein Service" oder das volle Programm: Alle Scheiben reinigen (auch innen), Reifendruck, Ölstand, Bremsflüssigkeit, Unterbodenschutz, Motorwäsche, ASU ... Oder kostet das dann mehr als 1 Euro?! Sag ich ja - Abenteuer Autobahn.

Mittags - 12 Uhr in Deutschland

Ständig
wechselnder
Mittagstisch.