Montag, März 19, 2007

unddu - oder me too?

Die Meldung ist nicht mehr taufrisch, aber egal. Unter der Überschrift "Web.de attackiert Myspace" berichtet die FTD von einer neuen Internet Plattform. Dort "bietet der Portalbetreiber im Internet Raum, um sich darzustellen oder mit Freunden, Vereins- oder Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben."

Aha. Sensationell. Es gibt ja im Moment einige Unternehmen, die darauf setzen, "..., dass sich durch die enorme Zahl möglicher Nutzer einträgliche Geschäfte mit Online-Werbung machen lassen." All diese Firmen werden sich das bestimmt gut überlegt haben (lassen). Und doch - mir kommen Zweifel, ob das für neue Plattformen noch Erfolg haben kann oder ob der Zug nicht schon abgefahren ist. Zumindest, wenn man da so ran geht wie Web.de.

So will Web.de ein breites Publikum als Nutzer gewinnen. "Die heutigen Angebote haben zu spitze Zielgruppen", sagt Matthias Greve, Chef von Web.de. Was heißt "zu spitz"?! Wenn ich kein auf mich zugespitztes Angebot bekomme, warum sollte ich dann dieses Portal nutzen?! Alle reden von "targeting", doch Web.de schießt mit Schrot.

Wie soll ich z.B. die oben genannten Zielgruppen Freunde, Vereins- oder Arbeitskollegen über EINE Oberfläche erfolgreich ansprechen?! "Gelingen soll dieses ehrgeizige Ziel mit einem Ansatz, der es Nutzern ermöglicht, verschiedenen Gruppen bestimmte Zugriffsrechte auf die eigenen Inhalte ... zu erteilen." Ja ja, das mag in der Theorie gut klingen. Aber ich glaube nicht, dass sich das noch gegen etablierte Portale mit klarer Zielgruppe durchsetzen kann (z.B. Xing, Stayfriends, MySpace, StudiVZ). Ich persönlich jedenfalls würde mich nicht bei NOCH EINEM Portal registrieren und ein Netzwerk aufbauen. Das ist doch viel zu viel Arbeit. Es sei denn... ja es sei denn, ich bekomme dort etwas total Tolles, das ALLE ANDEREN NICHT haben. Das sehe ich aber zumindest in der Ankündigung von Web.de nicht.

Bezeichnenderweise ist der Name der neuen Plattform "unddu.de - das einzigartige Netzwerk für einzigartige Menschen. Hier finden Sie interessante Kontakte, spannende Blogs, wichtige Informationen und unzählige Möglichkeiten". Das klingt alles nach "me too", aber mehr auch nicht. Eine Attacke auf MySpace ist das jedenfalls nicht.

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