Montag, Mai 28, 2007

Gefahr durch Fußgänger

Als wir jetzt Pfingsten auf der Autobahn unterwegs waren, kam im Verkehrsfunk die bekannte Durchsage "Gefahr durch Fußgänger auf der Fahrbahn."

Warum heißt das eigentlich DURCH Fußgänger und nicht FÜR Fußgänger?! Liegt das an einer mehr autozentrierten Sicht oder eher daran, dass die betroffenen Fußgänger vermutlich den Verkehrsfunk nicht hören?

Ansonsten haben wir traditionell Pfingsten sehr nett mit Freunden verbracht. Diesmal zum zweiten Mal nach 2005 in der alten Dorfschule in St. Katharinen Hesseln im Westerwald (Nähe Koblenz). Sehr beschaulich und erholsam.


Donnerstag, Mai 24, 2007

Deutsch mit Tücken

Ja, ja - die deutsche Sprache hat so ihre Tücken. Leider auch in tragischen Fällen:

"Das Opfer wurde in der nahe gelegenen Herzklinik notoperiert und schwebt seitdem in Lebensgefahr."

Ob DAS wohl wirklich so gemeint war...?

Mittwoch, Mai 23, 2007

Unfreiwillig makaber

Gerade in den 18:00 Uhr Nachrichten im Radio gehört: "Die toten Soldaten aus Afghanistan sind in Köln angekommen."

Sonntag, Mai 20, 2007

Filmtipps

Keine aktuellen Kassenfüller, aber sehr sehenswert:

Hunger auf Leben erzählt die authentische Geschiche der DDR Schriftstellerin Brigitte Reiman, gespielt von einer - mal wieder - hinreißenden Martina Gedeck.

In dem neuseeländischen Film Whale Rider wirft "Regisseurin Niki Caro einen bewegenden Blick auf den Kampf eines mutigen Mädchens gegen überkommene Traditionen und um Liebe und Anerkennung." Die Filmusik stammt von der von mir sehr geschätzten Lisa Gerrard (ehemals Sängerin bei den von mir ebenfalls sehr geschätzten Dead Can Dance).

Userbility?!

In einem Börsenmagazin habe ich kürzlich einen Beitrag darüber gelesen , was eine gute Website ausmacht. Nun ja - mehr als "Zielgruppe berücksichtigen und individuelle Gestaltung, um aus der Masse vervorzuheben" kam da nicht bei raus. Der Artikel war absolut dilettantisch.

Irritiert hat mich jedoch die Schöpfung des Begriffes "Userbility". Obwohl ich täglich beruflich mit "Usability" zu tun habe, habe ich sicherheitshalber recherchiert, ob dieser Begriff nicht vielleicht doch etabliert ist und ich da eine peinliche Bildungslücke habe. Denn irgendwie klingt auch Userbility wie ein Begriff, den es geben könnte. Sozusagen die "Nutzerfähigkeit" bzw. "den Nutzer befähigen, etwas zu tun" - warum nicht.

Ein Blick bei Google zeigte mir, dass "Userbility" tatsächlich ab und zu auftaucht. Vor allem in Foren. Dort meiner Meinung nach allerdings in Unkenntnis des etablierten Begriffes. Klingen tut ja beides fast gleich.

Die Eingabe bei leo.org hat mich aber beruhigt: Userbility ist unbekannt und taucht nicht mal als ähnlicher Begriff auf.

Text-Bild-Trichter

Von der Text-Bild-Schere hat man ja schon öfter gehört. Bei Spiegel Online habe ich gestern einen Text-Bild-Trichter entdeckt: Eigentlich haben die Meldung und das Werbebanner daneben nichts miteinander zu tun. Trotzdem passt das Bild zur Meldung wie die Faust auf's Auge.



Donnerstag, Mai 17, 2007

Klicken, Tanzen, Geld verdienen

Ich bin ja nun auch seit einiger Zeit Einwohner von Second Life. Na ja - so richtig viel habe ich ja noch nicht gemacht, aber ab und zu schaue ich doch mal rein.

Hier sieht man, wie ich gerade meine ersten Linden-Dollars verdiene. Einfach nur, indem ich meinen Avatar tanzen lasse. Gibt 2 Linden Dollar für 10 min. Ich hab eigentlich GAR NICHTS gemacht, außer auf der Tanzfläche mit der rechten Maustaste auf die Option "Dance" zu klicken. Ist ganz schön abgefahren. Nebenan tanzen übrigens Kadisha und Sonea.


Meine sonstigen Erfahrungen mit SL sind durchwachsen. Vielleicht berichte ich mal von Zeit zu Zeit darüber. Sicher mit die besten deutschsprachigen Informationen rund um Second Life findet man übrigens bei Markus.

Donnerstag, Mai 10, 2007

"Thoeeeelke!"

Ich habe im Autoradio in der Sendung "Stichtag" einen wider Erwarten interessanten Bericht über Wim Thoelke gehört. Ja genau - der vom Großen Preis. Natürlich musste ich mir das als Kind/Jugendlicher auch ansehen und habe Thoelke als eher langweiligen Menschen in Erinnerung. Ich wusste nicht mal mehr, wie man den Namen richtig schreibt.

Und jetzt unter anderem diese Informationen:
"Thoelke war ein ausgesprochen vielseitiges Talent. Schon in jungen Jahren gründete der begeisterte Hobbypilot eine Fluglinie, er erfand [...] die Dehnbundhose [...], hatte eine eigene Modekollektion, war Autohändler, Pferdezüchter und Geschäftsführer des Deutschen Handballbundes. Jahrelang verdiente Thoelke sein Geld als Fußballreporter [...]. Und noch mehr hier. Da kann man mal sehen - wer hätte das gedacht?

Beim Großen Preis hat er übrigens alles "bis ins Detail selbst entworfen." Das einzige, was dort nicht von ihm stammte war wohl die Idee mit Wum und Wendelin. Und er hat mit seiner Sendung über die Jahre 1,7 Milliarden Mark für die Behindertenhilfe gesammelt. Das ist ja wohl nicht schlecht.

Ich glaube, es piept

Heute morgen las ich im Lokalteil einen dieser typischen Jubiläumsberichte zum 80sten, 90sten, etc. xsten Geburtstag, dass die betreffende Jubilarin zur Kükensortiererin ausgebildet war.

Ich konnte es kaum glauben und hab mal recherchiert. Und es stimmt: Kükensortierer ist ein Gewerbeberuf (BFH vom 16.8.1955, BStBl III S. 295). Und was machen Kükensortierer? Professionelle Kükensortierer trennen in großen Aufzuchtbetrieben Hähnchen und Hühnchen direkt nach dem Schlupf.

Was es nicht alles gibt.

Samstag, Mai 05, 2007

Jeder gehört zu einer Minderheit

In der Zeit vom 4.Mai findet man unter der Überschrift "Lohn und Leistung: Der deutsche Widerspruch" unter anderem folgendes Statement:

"Längst gibt es eine Flut unterschiedlicher Gerechtigkeitsbegriffe: Generationengerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Zeitgerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit. Je heftiger die Deutschen in den vergangenen Jahren über Verteilung stritten, desto mehr neue Kategorien wurden erfunden. Doch das hat viele Deutsche zu Verlieren gemacht, denn nach irgendeinem Gerechtigkeitskriterium kommt fast jeder zu kurz: Rentner und Jugendliche, Arbeitslose und gut verdienende Steuerzahler, Kinderreiche und Kinderlose, Frauen und Männer."

Über den Gerechtigkeitsbegriff will ich mich nicht jetzt auch noch auslassen. Jedenfalls erinnert mich das an den Song "Minderheit" des von mir sehr geschätzten Wolfgang Ambros (auf dem Album "Live ...auf ana finstern Strassn"), in dem er bereits 1979 treffend singt: "Ein jeder gehört zu einer Minderheit, einen jeden geht's was an."

Es kommt eben nur auf die Kategorisierung an.

Mut tu lesen

In einem Beitrag über die verschiedenen Verwendungen des Begriffes "Mut" schreibt der Zwiebelfisch unter anderem:

"Extrovertierte Affektbegriffe sind meist maskulin, introvertierte meist feminin", heißt es in einem Grammatikwerk. [...] Hochmut, Übermut und Wagemut werden als extrovertiert und männlich empfunden, Sanftmut, Wehmut und Schwermut als weiblich-introvertiert. Ob das noch zeitgemäß ist? Wenn ich drüber nachdenke, fallen mir mehr wehmütige Männer als Frauen ein, und die Zahl der edelmütigen Frauen in meinem Bekanntenkreis ist nicht kleiner als die der edelmütigen Männer."

Und der Zwiebelfisch wundert sich:

"Viel rätselhafter aber ist für mich die Tatsache, dass eine derart feine Unterscheidung wie die zwischen extrovertierten und introvertierten Affekten bereits in früheren Jahrhunderten ihren Niederschlag in der Grammatik finden konnte. Woher nahmen die Menschen zu jener Zeit, als Wörter wie Hochmut, Kleinmut, Langmut und Großmut entstanden, jenes hoch entwickelte Sprachgefühl, das es ihnen erlaubte, zwischen nach innen und nach außen gewandten Eigenschaften zu unterscheiden? Heute kann zwar fast jeder Deutsche irgendwie lesen und schreiben, und jeder Zweite war auch schon mal im Fernsehen oder im Radio, aber nur die wenigsten sind in der Lage, ihre Gemütszustände zu beschreiben, geschweige denn, ihnen eine grammatische Qualität zuzuweisen."

Hmm - ich finde das NICHT rätselhaft. Gerade in einer Zeit, in der diese Begriffe entstanden sind, ist es doch klar, dass
a) ein Bedürfnis für die Schaffung dieser Begriffe bestand und
b) auch ein entsprechendes Sprachgefühl vorhanden war, denn
c) sonst hätten sich diese Unterscheidungen doch gar nicht entwickelt.

Es erscheint mir plausibel, dass Menschen in einer Zeit des Analphabetismus sich besonders differenziert in dem einzigen Medium ausgedrückt haben, das ihnen zur Verfügung stand: Der Sprache.

Oder?

"Ich bin Harry!"

Die Idee finde ich witzig, auch wenn der Hintergrund alles andere als lustig ist. Eben typisch britischer Humor. Die Paralle zu der Szene aus "Das Leben des Brian" war mir übrigens noch gar nicht aufgefallen.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Das Ewig-Weibliche

In der letzten Woche sind mir mehrere Beiträge zum Thema "Frau und Gleichberechtigung" aufgefallen. Zum einen liegt das an 50 Jahren Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Zum anderen liegt das daran, dass ich gerade sowieso gehäuft einige "Frauen-Bücher" lese und mir das deshalb auffällt. Und das wiederum liegt daran, dass ich mir vor einiger Zeit bei Zweitausendeins ein Buchpaket "Starke Frauen" bestellt habe, welches ich gerade "abarbeite".

Aufgefallen war mir der Satz "Ich möchte über der Frau stehen, und nicht die Frau über mich" in einem Artikel über Gehaltsunterschiede trotz Gleichstellungsgesetz. Ein paar statistische Fakten sind in diesem Zusammenhang auch nicht schlecht.

Der Zwiebelfisch hat interessant ironische Anmerkungen zu "Die weibliche Mut" gemacht und auch Ehrensenf beleuchtet heute wichtige Aspekte zum Thema Gleichberechtigung.