Samstag, Juli 28, 2007

Frische Fische

Gestern kamen wir unter Kollegen irgendwie auf die Sprachverwirrungen von Ex-Bundespräsident Heinrich Lübke zu sprechen. Das nehme ich als Anlass, auf ein besonders eklatantes Beispiel zu verweisen. Unglaublich, aber passiert. Da kommt selbst die Flughafenrede von Edmund Stoiber nicht mit.

Sonntag, Juli 22, 2007

Membranen und Weltenscharniere

Ein weiteres Buch, das ich im Urlaub endlich durchgelesen habe, ist "synthetic Worlds" von Edward Castranova (das Weihnachtsgeschenk eines geschätzten Kollegen). Es geht um "Business and Culture of Online Games". Profund, nett und flott geschrieben.

Ein Grundgedanke von Castranova ist die "Durchlässigkeit" zwischen virtuellen Welten und der "realen" Welt. Er benutzt dabei das Bild einer permeablen Membran und gibt auch eine Reihe Beispiele, die das anschaulich belegen (wen's interessiert, der soll es lesen).

Dieses Bild wird inzwischen offensichtlich auch an anderen Stellen verwendet. Man hat auch schon ein Tool für das Durchdringen der Membran gefunden: "Mittels Sensoren, Lautsprechern oder Display-Ansteckern sollen Online-Welten wie Second Life oder World of Warcraft mit der realen Umgebung der Spieler verwoben werden. Dreh- und Angelpunkt ist das Mobiltelefon." Es fällt dort sogar der Begriff "Weltenscharnier". Wie eng verwoben bereits beide Welten sind, kann man z.B. hier lesen.

In dem Buch von Castranova findet man zum Thema Avatare z.B. diese Stelle: "Our body motions could send commands to avatars who then perform the required search and retrieval tasks. What could be more intuitive than to browse the net by having the avatar actually browse an imaginary library?"

Genau dieses Beispiel habe ich (wirklich zufällig) vor einiger Zeit als paradoxe Endversion der Web Navigation beschrieben. Das mag ja intuititv sein, aber wo wäre der Vorteil, wenn ich auch im virtuellen Leben genau das machen muss wie im "realen" Leben?

Wenn ich in einem Buch nachschlagen will, dann gehe ich ans Bücherregal. Wenn ich im Web etwas finden will, dann klicke ich irgendwo drauf und dann will ich die entsprechende Info haben. Dann will ich NICHT SO TUN müssen, als würde ich an ein Bücherregal gehen und in einem Buch nachschlagen.

Auch dieser Aspekt wird ansatzweise bereits im Web diskutiert: "SPIEGEL ONLINE [...] klärt die Frage, ob der Mensch noch die Kreatur kontrolliert oder schon umgekehrt."

Kantst du das verstehen?

Im Urlaub hatte ich endlich Gegenheit, einige Bücher zu lesen, die bereits seit einiger Zeit auf Halde lagen. Darunter "Kant" von Roger Scruton. Kant ist laut Klappentext "... die Schlüsselfigur modernen Denkens." Es gelingt laut der BBC-Zeitschrift Listener "Roger Scruton, auf äußerst elegante und gewandte Weise eine elementare Darstellung der Philosophie Kants zu geben."

Ich gehe deshalb davon aus, dass die Darstellung in dem Buch recht sachverständig ist. Trotzdem habe ich lange kein Buch mehr gelesen, dass schwerer zu verstehen war. Und ich glaube nicht, dass es an der Darstellung lag oder daran, dass es vielleicht doch nicht die passende Urlaubslektüre war. Ich glaube auch nicht, dass mir zum Verstehen ein Philosophiestudium fehlt.

Ich glaube eher, es liegt daran, dass weder Roger Scruton noch sonst jemand Kant wirklich verstanden hat. Es wird dort auch immer wieder betont, wie schwer durchdringbar das Gedankengebäude von Kant sei. Ich werde jetzt nicht anfangen, Kant im Original zu lesen oder Philosophie zu studieren. Mein Eindruck auf Basis der Kant-Zitate in dem Buch ist jedoch: Da gibt es auch nichts zu verstehen.

Das mag ja recht beeindruckend und eloquent sein, was Kant so alles geschrieben hat. Ich aber glaube, Kant wusste genau so wenig, was die Wahrheit ist und wie die "Dinge an sich sind" wie Du und ich. Und er wusste auch nicht, wie man WIRKLICH zu den Antworten auf diese Fragen kommt. Und falls er es wusste, dann konnte er es nicht erklären.

Diese Fragen sind bis heute genau so aktuell wie zu Zeiten Kants, hier ein Beispiel.

Werbespezialisten

Heute in der Werbe-Beilage eines Möbelhauses in einem der üblichen Sontagsblättchen: "Ein Spezialist kann mehr."

Klingt wie selbstgemacht: Ein Spezialist kann es BESSER (bzw. sollte es besser können), aber er kann eigentlich nicht mehr. Außer auf seinem Spezialgebiet. Aber das ist für Werbung im Grunde schon zu weit um die Ecke gedacht.

Na ja. Außer mir denkt da bestimmt niemand drüber nach. Werbetreibender und Kunde sind wahrscheinlich glücklich mit dieser Formulierung. So what?

Samstag, Juli 21, 2007

Tour de Trance

Mir ist jetzt erst aufgefallen, wie ähnlich Tour de France und Tour de Trance klingen. Einige Bilder belegen sogar die nahe Verwandschaft.



































Ein Schelm, wer dabei auch an Doping denkt.

Donnerstag, Juli 19, 2007

Vom Rad in den Boxring

Vorhin habe ich im Autoradio eine Sendung über den aktuellen Doping Skandal bei der Tour de France gehört. Einer der Teilnehmer war ein offitzieller Vertreter der ARD, die ja gestern spontan die Live Berichterstattung aufgrund des Sinkewitz Vorfalls eingestellt hat. Als ein Argument wurde dabei die Verantwortung gegenüber der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Sport genannt (von wegen Vorbildfunktion der Sportler und so).

Mag sein. Da frage ich mich allerdings schon, warum Boxveranstaltungen (fast) wöchentlich so spektakulär inszeniert werden. Irgendwie boxt doch ständig irgendein Boxer irgendeines Verbandes um den Weltmeistertitel. Selbst, wenn dort nicht gedopt würde: Gesund sieht so ein Boxkampf nicht aus. Müsste man konsequenterweise auch aus dem Programm nehmen.

Samstag, Juli 14, 2007

Der Papst ist ein Filmstar

Das ZDF meldet: "Rummel wie beim Papstbesuch". Gleichzeitig heißt es dort "David Beckham wurde bei seiner Ankunft am Flughafen von Los Angeles wie ein Filmstar empfangen."

Wenn A=B ist und B=C, dann ist der Papst ja wohl ein Filmstar.

Ehrensenf

Ich hätte ja nicht gedacht, dass Ehrensenf auch ohne Katrin sehenswert ist. Aber es ist wohl so, click here.

Der neue Rückschritt - "Revolution"

Vor kurzem ist mir aufgefallen, wie ernsthaft die Evolutionstheorie zur Zeit diskutiert wird. Inzwischen hat die Diskussion sogar offline die Leserbrief-Ecke der beschaulichen "Neue Westfälische" erreicht. Gründe sind z.B. Beiträge von Bischof Mixa oder der Hessischen Kultusministerin Karin Wolff. Zu solchen Einstellungen fällt mir - ehrlich gesagt - nicht viel ein. Da passt es ja gut, dass in Berlin eine "Gegenveranstaltung" eröffnet wurde.

Documenta 12

Gestern war ich auf der Documenta 12 in Kassel. Mein Eindruck: Meine dritte und langweiligste Documenta. Keine Ästhetik, kein Witz, keine Größe. Ich beurteile das mal ganz laienhaft ohne Kunstverstand.

Natürlich ist die Frage: "Muss Kunst ästhetisch, witzig oder groß sein?" Keine Ahnung. Sicher gibt es Experten, die begründen können, warum die ausgestellten Werke künstlerisch wertvoll sind. Ich kann allerdings nur sagen, dass mich kaum ein Kunstwerk angesprochen hat. Auf welcher Ebene auch immer.

Dahinter steht die alte Frage "Was ist Kunst?". Ich kann sie nicht beantworten. Die beste Definition von Kunst, die ich kenne, lautet "Etwas eine Idee hinzufügen." Das ist sehr pragmatisch.

Letztlich können sich Künstler so bemühen, wie sie wollen: Es bleibt die Feststellung "Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters".

Freitag, Juli 06, 2007

Zurück aus Zypern

Gestern abend aus Zypern wieder angekommen. Erst mal nur soviel: Kristallklares Mittelmeer, blauer Himmel und 14 Tage lang über 30°C (teilweise über 40°C). Wie das aussieht, sieht man z.B. hier












und hier