Sonntag, Oktober 28, 2007

Allzeit bereit

Ich gehöre ja bereits beruflich zu einer Bevölkerungsgruppe, die eine hohe Erreichbarkeit (auch im Sinne von Arbeitsverfügbarkeit) und Kommunikationsfrequenz hat. Und ich denke, ich kann da auch gut mit umgehen. Es ist natürlich trotzdem keine neue Erkenntnis, dass dauernde Erreichbarkeit und Präsenz die Gesundheit gefährden können. Der ZEIT-Artikel Wie wollen wir leben? beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Thematik:

"Nach dem ersten freudigen Staunen darüber, welche Möglichkeiten diese Technikrevolution eröffnete, wird nun deutlich, dass Arbeitsplatzangst und der Stress der dauernden Erreichbarkeit eine ungesunde Mischung ergeben: Arbeit entgrenzt sich völlig, schwappt ins Wochenende und in den Urlaub, in die Nächte und ins Familienleben."

Natürlich tauchen in dem Artikel auch die Modeworte Entschleunigung und Work-Life-Balance auf. Aber - es heißt auch ganz richtig:
"Naive Sozialromantik? Darin wäre eine Bewegung für Langsamkeit nicht unverwandt den einst frisch gegründeten Grünen, die sich ja nicht auf Atomausstieg und Nachrüstung beschränkten, sondern einen sozialen und umweltfreundlichen Lebensstil repräsentierten. Heute gehören viele »alternative« Ex-Spinnereien zum Mainstream einer ökologisch verantwortlichen Bürgerlichkeit. Warum sollte das mit einem ähnlich existenziellen Thema nicht noch einmal gelingen können, wenn die Zeit reif ist?"

Ich bin mir sicher, dieses Thema wird Politik und Gesellschaft - also uns alle - noch viel beschäftigen.

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