Sonntag, Januar 06, 2008

Kant'sche Weltbürgergesellschaft und Web 2.0

Ich weiß auch nicht warum, aber in letzter Zeit habe ich es mit den Philosophen. Zur Zeit lese ich die Biographie Kants Welt. Und bei den Ausführungen zu Kant's Ansatz über die "Weltbürgergesellschaft" (S. 202) ist mir aufgefallen, dass wir diesen Zustand im Zeitalter des Web 2.0 erreicht haben:

"Unter dem öffentlichen Gebrauch seiner eigenen Vernunft versteht Kant dagegen, [...] was der Mensch als vernünftiges Wesen einem Publikum mitteilen kann, das nicht begrenzt ist. Letztlich ist es die universale "Weltbürgergesellschaft", vor der sich der öffentliche Vernunftgebrauch in voller Freiheit zu entfalten vermag. Denn es ist, Kant zufolge, das uneingeschränkte Recht, ... zu seinem eigenen Publikum, "nämlich der Welt" zu sprechen und sich dabei nur seines eigenen Verstandes ohne Leitung durch religiöse, staatliche oder militärische Vormünder zu bedienen."

Ich kann den Begriff Web 2.0 eigentlich nicht mehr hören. Aber wer hätte gedacht, dass gerade dadurch das hehre Menschenbild des alten Kant zur Wirklichkeit wird?

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