Dienstag, November 18, 2008

Energie sparen ist teuer.

Gerade habe ich in ZEIT ONLINE einen interessanten Artikel über ein Energiespar-Wohnprojekt in Winterthur gelesen. Fazit: "Keine Heizung, kein Öltank: Die Bewohner einer Schweizer Siedlung leben mit einem Minimum an Energie. Verzichten müssen sie dabei auf – gar nichts."

Klingt spannend. Und so, als ob "2000-Watt-Wohnen" heute schon in nennenswertem Umfang realisiert werden kann. Leider steht dort nichts über die Kosten für ein solches Haus. Ich vermute mal, das können sich nur Gut-Verdiener leisten. Das hat mich an einen anderen Artikel erinnert, in dem über Erfahrungen bei der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen berichtet wird:

"Aber leider funktionieren einfache Lösungen nicht. Und billige schon gar nicht. Energiesparen ist dreckig, teuer und weitaus komplizierter, als es einem die ganzen Schlauberger weismachen wollen. Ich kann das beurteilen, denn ich habe im vergangenen Jahr einen Altbau energietechnisch aufgerüstet. [...] Nehmen wir mal die Fenster. Ein normales Einfamilienhaus könne allein durch neue Fenster jährlich 2.180 Kilowattstunden Energie sparen. Das schreibt die Deutsche Energieagentur, eine Instanz in Sachen Ökologie. Beim derzeitigen Gaspreis wären das rund 150 Euro. Aber fragen Sie mal einen Handwerker, wie viele neue Fenster Sie für 150 Euro bekommen. Der lacht Sie aus, und zwar laut."

Ich kann aus eigenen Rechenbeispielen bestätigen, dass es schnell 20 Jahre dauert, bis sich eine Maßnahme (z.B. Kellerdecke dämmen) überhaupt "rechnet". Bei richtig großen Projekten, z.B. Dachdämmung, Solarthermie oder Erdwärme rechnet sich das irgendwie gar nicht mehr in akzeptablen Zeiträumen, wenn man das nur auf die Kosten bezieht und nur für sich alleine berechnet (es gibt ja auch externen Nutzen, den man auch berücksichtigen muss).

Eine Entscheidung darüber ist aus meiner Sicht allerdings nicht nur eine Frage der finanziellen Amortisation "Rechnet sich das?", sondern vor allem der Einstellung "Will ich mir das leisten?". Und natürlich "Kann ich mir das leisten?" Darum teile ich das Fazit aus dem ZEIT Artikel:

"Letztlich darf man den Nichtstuern aber keinen Rechtfertigungsgrund liefern. Schließlich geht es beim Energiesparen auch um persönliches Einstellung – und Verantwortungsgefühl. "

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