Mittwoch, Dezember 30, 2009

2010 - Das Jahr der Helden?

Ich selber habe es ja nicht so mit Vorsätzen zum Jahreswechsel. Habe ich eigentlich noch nie gemacht. Aber falls jemand heldenhaftes vorhat, so kann ich ihn/sie nur ermutigen. Denn wie schreibt Sören Kierkegaard in seinen Problemata - Furcht und Zittern:

"Wenn der, welcher handeln soll, sich nach dem Erfolge beurteilen will, so kommt er niemals dazu, anzufangen. Wenn der Erfolg auch die ganze Welt erfreuen mag, dem Helden nützt dies nichts, denn der Erfolg wurde ihm erst bekannt, als das Ganze vorüber war, und dadurch wurde er nicht zum Helden, sondern er war es dadurch, daß er anfing."

In diesem Sinne. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Haut rein in 2010!

Donnerstag, Dezember 24, 2009

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Frohe Weihnachtstage und einen Guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2010! Und denkt an die Gesundheit! Ohne Gesundheit ist alles nichts.

Samstag, November 21, 2009

Erfahrungstransformation.

Ich habe in dieser Woche am eigenen Leib ein schönes Beispiel dafür erlebt, wie sehr Online Denken das Offline Handeln beeinflussen kann. Ich musste ein Printformular ausfüllen, auf dem es zu einer Frage diverse Antworten zum Ankreuzen gab und zwar nach dem Muster:
o Antwort 1
o Antwort 2
o Antwort 3
o ...
o Antwort n

Ich hab' mich einige Zeit gefragt, wie ich die Frage durch das Ankreuzen EINER Antwort richtig beantworten soll, denn irgendwie passte keine der Antworten so richtig. Bis jemand sagte "Dann kreuz doch zwei Antworten an." (das war nicht auf dem Formular ausgeschlossen). Das war die Lösung.

Und dann fiel bei mir der Groschen: Die kleinen Kreise vor den Antworten (für das Kreuz) waren für mich ganz selbstverständlich Radio-Buttons! Und davon kann man immer nur einen auswählen. Bei mehreren möglichen Antworten hätten da in meinem Verständnis kleine Kästchen sein müssen. Ich bin alleine nicht darauf gekommen, dass das auf einem Papierformular überhaupt keine Rolle spielt (sofern nichts anderes vermerkt ist) - zumindest aus technischer Sicht. Da kann man mal sehen, wie Online Erfahrungen Offline transformiert werden.

Schluss mit Kilometer fressen.

Heute habe ich mich von meinem geliebten Rennrad (andere würden sagen Rennmaschine...) getrennt und es meinem Neffen geschenkt. Es ist mir schwer gefallen, aber ich muss ehrlich zu mir sein: Die letzte Fahrt mit dem Rad war zum Umzug von der alten in die neue Wohnung. Das war 2005.... Seitdem habe ich 1x im Jahr Luft aufgepumpt und ab und zu die Räder etwas weiter gedreht, damit der Schlauch nicht "durchsteht". Und leider - nach meiner Bandscheiben-OP im letzten Jahr ist Rennrad fahren nicht die optimale Sportart für meinen Rücken. Schluss mit Kopf runter und Kilometer fressen. Mein Neffe (16) hat dagegen dieses Jahr bereits 10.000 (!) Kilometer abgerissen und kann ein zweites Trainingsrad gut gebrauchen. Ich hab ja noch das Foto...

Mittwoch, November 04, 2009

Online wird mobil.

Gerade gesehen: In einem Werbespot der Postbank wurde das Thema Online Banking mit einer Frau visualisiert, die über ihr Handy offensichtlich gerade Bankgeschäfte abgewickelt hat. Keine Spur von einem PC oder Laptop. Diese Gleichsetzung von Online und Mobile habe ich so deutlich noch nirgends gesehen. Spricht aber Bände.

Sonntag, Oktober 11, 2009

Alles nur ein Irrtum.

In dem heutigen Essay Die metaphysischen "Mucken der Mathematik" steht ein schönes Zitat von Robert Musil: "Man muss daraufhin annehmen, dass unser Dasein bleicher Spuk ist; wir leben es, aber eigentlich nur auf Grund eines Irrtums, ohne den es nicht entstanden wäre." (Der mathematische Mensch, 1913).
Also - ich für meinen Teil habe damit kein Problem.


Samstag, Oktober 10, 2009

Unverdient, aber...

Seit gestern diskutiert die ganze Welt, ob Obama den Friedensnobelpreis verdient habe. Ich halte diese Diskussion für überflüssig, weil die Antwort "Nein" ist. Womit soll er das in der kurzen Zeit verdient haben? Aber das sagt er ja auch selber. Nur - was soll er machen?! Er hat diese Auszeichnung nun mal bekommen. Eine Ablehnung wäre auch keine gute Alternative.

Darum finde ich Obamas Interpretation dieser Anerkennung angemessen: "Let me be clear, I do not view it as a recognition of my own accomplishments, but rather as an affirmation of American leadership on behalf of aspirations held by people in all nations." Das "...affirmation of American leadership..." musst du als amerikanischer Präsident einfach sagen, das würde ich nicht zu hoch hängen. Und besser eine Führungsrolle bei "guten" Themen als bei schlechten. Ich meine - wenn 1994 Jassir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis bekommen haben...

Jedenfalls hat das Nobel Komitee mit der Verleihung des Friedensnobelpreises Obama nicht nur einen Gefallen getan. Der Artikel Der Preisträger, der sich nicht freuen darf beschreibt das ganz gut.

Sonntag, September 27, 2009

Geschwätz, Dieter Kronzucker!

Vor kurzem beschäftigte sich die Johannes B. Kerner Show im ZDF mit dem Phänomen Twitter. An diversen Stellen im Web, z.B. hier, wurde vor allem die oberflächliche Art kritisiert, in der Kerner Twitter abkanzelt ("Braucht kein Mensch.").

In der Sendung war auch Urgestein Dieter Kronzucker. Er vertrat die Meinung: "Twittern, das ist eigentlich Geschwätz. Und wenn man das auf Deutsch Geschwätz nennen würde und nicht Twitter, dann würde man's nicht so ernst nehmen." Mit Verlaub, Herr Kronzucker, das verhält sich anders:

Twitter bedeutet genau so gut "Zwitschern, Geschnatter" und hat bei Tieren eine lebenswichtige Bedeutung. Auf diese Art "unterhalten" sich vor allem Vögel mit Artgenossen und tauschen wichtige Informationen aus. Man denke an die berühmten Stimmfühlungslaute, die dem Zusammenhalt in der Gruppe dienen. Abgesehen davon soll Geschnatter von Gänsen sogar schon einmal die Römer vor einem Angriff der Gallier gewarnt haben. Und es gibt viele andere Tierarten, in denen vergleichbare "Kurzmitteilungen" lebenswichtige Informationen für die soziale Gruppe sind.

Darum ist "Zwitschern" eine sehr treffende Metapher. Twitter ist schlicht und ergreifend einer von vielen Kommunikationskanälen. Und den kann ich mit Schwachsinn oder auch mit nützlichen Informationen füllen (wie das Fernsehen auch). Und - Herr Kronzucker - Kommunikation IST wichtig und sehr wohl ERNST zu nehmen (das Beispiel Iran nannte dann ja auch Steffen Seibert in der Sendung).

Donnerstag, September 17, 2009

Vertriebsarzt.

Als ich vor kurzem ein Rezept (Rücken Physiotherapie) beim Hausarzt abgeholt habe, sagte mir die Assistentin: "Der Herr Doktor würde Sie gerne einmal wieder in seiner Sprechstunde sehen. "Hatte ich da etwa einen fordernden Unterton gehört?! Das gab mir zu denken - und zwar zuerst "Was soll das denn?! Wird man jetzt schon zum Arzt zitiert? Außerdem - mir fehlt nichts."

Und dann habe ich mir bewusst gemacht, dass ein Arzt in erster Linie ein Dienstleister ist. Er bietet seine Leistung an und ich kaufe sie oder kaufe sie nicht. Ich MUSS ja nicht in die Sprechstunde. Ist ja meine freie Entscheidung. Und wenn man bedenkt, wie regelmäßig ich nach meiner Bandscheiben-OP wg. Nachsorge und ReHa bis vor einem viertel Jahr in die Sprechstunde musste, dann ist es doch so unverschämt eigentlich nicht, wenn er mal nachfragt?!

Natürlich hat sich die Sprechstundenhilfe ziemlich unglücklich ausgedrückt. "Wir bieten Ihnen bei Bedarf gerne eine individuelle Gesundheitsberatung an" hätte sich irgendwie besser angehört.

Na ja - ich finde es jedenfalls legitim, wenn ein Dienstleister sich um seinen Umsatz kümmert. Und wenn ich die Leistung annehme, habe ich ja auch was davon - z.B. Gesundheitscheck. Allerdings war mir eine so offensive Vertriebsstrategie bei einem Arzt noch nicht begegnet und vielleicht hatte mich nur das so irritiert.

Mittwoch, August 12, 2009

Mehrwert im Foto-Fachhandel?!

Der Wunsch nach einer digitalen Spiegelreflexkamera war seit längerem latent, aber noch nicht virulent. Das hat sich in den letzten Tagen "schleichend" geändert und heute war es dann soweit: Ich musste so ein Ding haben. Ich hatte mich bisher nicht mit dem Thema beschäftigt, mir aber als Obergrenze 1.000 Euro gesetzt.

Es war nach einem Händlerbesuch schnell klar, dass es eine Nikon wird, weil ich dort meine alten Autofokus-Objektive verwenden kann. Das, was ich da spare, kann ich in eine bessere Kamera investieren. Und ich war auch bereit, im Fachhandel etwas mehr zu bezahlen.
  1. Der Foto-Fachhändler (wirkte kompetent) bot mir eine Nikon D90 für 946 EUR Kaufpreis an. Das sei eigentlich der Nettopreis und darunter könne er nicht gehen (Service, Beratung und so), Speicherchip war auch nicht dabei ("Sprit ist beim Autokauf auch nicht dabei").
  2. Im Mediamarkt (Verkäufer 1 inkompetent, Verkäufer 2 kompetent.) hätte ich die Kamera für 860 EUR bekommen (hätte allerdings bestellt werden müssen).
  3. Webrecherche: In Onlineshops bekommt man die D90 ab etwa 700 EUR (z.B. bei Fotopoint).
Selbst, wenn ich beim Fachhändler noch was runter bekommen hätte: 700 EUR wären nicht zu toppen gewesen und welchen Mehrwert hätte ich für die 860 EUR bekommen? Das bissschen Beratung? Und wozu brauche ich Service, wenn ich eine Garantie bekomme? Und die gibt's auch bei Onlineshops. Mediamarkt kam irgendwie auch nicht wirklich in Frage (zumal ich die Kamera nicht gleich hätte mitnehmen können). Letztlich ist es dann eine D90 für 699 EUR bei ebay geworden (neuwertig, 22 Monate Restgarantie), inkl. 4GB SD-Karte.

Fazit: Ich hätte wirklich gerne den Fachhandel unterstützt, aber man konnte mir dort keinen Mehrwert vermitteln, der DEN Preisunterschied gerechtfertigt hätte.

Montag, August 10, 2009

Online Potential Screening.

Die ersten Eltern suchen den Vornamen ihrer Kinder ja schon danach aus, ob ein entsprechender Domainname oder ein Facebookprofil frei ist. Als wir am Wochenende mit Bekannten (Kind 2 Jahre) darüber sprachen, kam mir der Gedanke, dass bald die ersten Personalagenturen damit beginnen werden, bereits Kinder und Schüler auf Social Media Plattformen auf spätere Potentials zu checken.

Man muss ja nur die Profile nach gewünschten Qualifikationen screenen und die Ergebnisse aggregieren (Tools gibt es ja jetzt schon genug). Unternehmen könnten auf diese Weise schon während der Schulzeit mögliche spätere Mitarbeiter ins Auge fassen und "rechtzeitig" kontaktieren, bevor andere Unternehmen das tun. Wenn Know how zum kritischen Wettbewerbsfaktor wird, dann wird das so kommen. Oder wird das schon gemacht? Ich weiß es nicht.

Klingt etwas nach Orwell, aber auch Schulen und Unis könnten das nutzen, um schon früh besondere Talente zu entdecken und zu fördern. Das muss ja nicht schlecht sein. In vielen Sportarten z.B. gibt es schon lange eine frühzeitige Begabtenförderung. Es kommt darauf an, wie eine Gesellschaft damit umgeht.

Donnerstag, August 06, 2009

Der Skoda-Vogel.

Ich fahre als Firmenwagen einen Skoda Superb (bin übrigens sehr zufrieden) und habe mich schon immer gefragt, was das Logo eigentlich darstellen soll.













Die offizielle Erklärung lautet: "Der Schwarze Kreis steht für den Globus, der Flügel für Fortschritt. Der Pfeil soll das Bautempo darstellen, das Auge die Skoda-Vision."

Hmmm - warum erkenne ich eigentlich immer nur einen Wiedehopf?!

Sonntag, Juli 19, 2009

Wer parkt denn da?!

Carport zuparken passiert uns ja öfter, aber einfach drin parken finde ich schon dreist. So geschehen am 17.07. um 8:30 Uhr (der schwarze Fiesta).










Ich meine, es mag ja vielleicht eventuell unter bestimmten Bedingungen einen plausiblen Grund geben, den ich akzeptieren könnte. Aber ohne Zettel oder Hinweis oder kurz Klingeln und Bescheid sagen?! Leider konnte ich mich nicht darum kümmern, weil ich dringend zur Arbeit musste.

Das Kennzeichen habe ich nach kurzem Überlegen NICHT anonymisiert. Der Fahrer war so frei, sein Auto bei uns unter zu stellen, ich bin so frei, das hier zu zeigen.

Donnerstag, Juli 16, 2009

Trau dir.

Eine Beobachtung bringt mich auf die Suggestionskraft von Marken. Mir gegenüber im Zug schreibt eine Frau fleißig in ein Moleskine. Ich fand diese kleinen Notizbücher schon immer unpraktisch, da viel zu klein für meine Art zu schreiben.

Dann hatte ich im Web gelesen, dass dieses Büchlein berühmte Leute auf Reisen begleitet haben und dachte mir, wenn Ernest Hemnigway und Oscar Wilde dort ihre Reiseerlebnisse reingeschrieben habe, dann werde ich da ja wohl auch Notizen drin machen können. Da ist mir auch zum ersten Mal diese Klapplasche hinten in dem Heft aufgefallen, in die man z.B. Reiseandenken einstecken kann. Jedenfalls hatte so ein Moleskine auf einmal eine kultige Note.

Und dann las ich, dass diese Reisenotizen-Story berühmter Leute schlicht und ergreifend ein Werbegag war. Nun - bei mir hat das zeitweise sogar funktioniert. Jetzt finde ich Moleskines wieder so unpraktisch wie vorher. Man sollte halt doch lieber seiner eigenen Einschätzung trauen.

Samstag, Juni 27, 2009

Die Job-Dekade.

Ich habe es ja nicht so mit Jubiläen und so habe ich doch glatt einen eigenen Jahrestag verpasst. Ich wusste nur noch so etwa "Ende Juni 1999 hast du in deinem jetzigen Job angefangen." Gestern habe ich dann doch mal im Notizbuch von 1999 nachgeschaut (ja - die habe ich alle noch). Den exakten 10ten Jahrestag habe ich zwar schon um eine Woche verpasst, aber nun bin ich schon seit einer Dekade hier am Start. Hätte ich damals auch nicht erwartet.

Der Blick ins Notizbuch zeigte aber auch, dass ich heute vor 10 Jahren hierhin umgezogen bin. Also ist heute doch ein kleines Jubiläum. Nicht wirklich wichtig, aber da ich heute abend sowieso auf einer Fete bin, trinke ich darauf vielleicht einen im Stillen für mich.

Donnerstag, Juni 11, 2009

Marktwirtschaft im Darwin Jahr.

"Die soziale Marktwirtschaft ist nicht dazu da, jeden zu retten, der die Strukturkrise nicht meistert. Wir sind im Darwin'schen Jahr. Wer sich nicht anpasst, stirbt." (Frank Lehmann, Wirtschaftsjournalist, zitiert aus der Neuen Westfälischen, 11.06.2009).

Das klingt ziemlich hart und der Vergleich mit der Evolutionsmechanik hinkt etwas - wie alle Vergleiche. Immerhin haben Lebewesen im Laufe ihres Lebens keine Gelegenheit mehr, ihre genetische Ausstattung anzupassen.

Unternehmen haben diese Chance sehr wohl im Laufe ihres Lebens. Eigentlich können sie sogar täglich damit beginnen, spätestens bei der Planung für's nächste Geschäftsjahr. Und wenn man mal Geschäftsjahre als Generationen im Sinne der Evolution betrachtet, dann ist der oben angeführte Vergleich doch gar nicht so weit her geholt.

Montag, Juni 08, 2009

Europa: Hoffnung Korruption?

Eigentlich paradox, dass gerade Euro-Skeptiker und sogar Gegner bei der Wahl zum Europäischen Parlament in manchen Ländern starke Stimmengewinne hatten. Sich für Europa wählen lassen, weil man gegen Europa ist. Aber gut - nur so kommt man ins System und kann es von innen verändern.

Doch genau hier liegt auch Hoffnung. Wenn man erst mal drin ist... hängen viele dann doch an ihrem Posten und ihren Pfründen. Und ich bin mal gespannt, ob sich die ganzen Euroskeptiker selber so schnell wieder abschaffen, wie sie sich haben wählen lassen.

Macht korrumpiert. Ich glaube, auf dieses Prinzip kann man bauen.

Samstag, Juni 06, 2009

Gegen ein rechtes Europa!

Bei den Europawahlen in den Niederlanden ist die rechtspopulistische Partei für die Freiheit (PVV) zur zweitstärksten politischen Kraft geworden. Das ist unzulässigerweise bereits bekannt geworden und ist sehr bitter. Da kann man mal sehen, wie latent Chauvinismus und Borniertheit selbst in einem vermeintlich liberalen Land vorhanden sind.

Ich bin politisch eher wenig engagiert, aber die frühzeitige Bekanntgabe hat vielleicht auch etwas Gutes. Noch kann man an alle bisher Unentschlossenen oder potenziellen Nichtwähler appellieren: Tut Euch und allen anderen einen großen Gefallen. Wählt morgen gegen Rechts!

Donnerstag, Mai 28, 2009

Virenproduktion durch Sex.

In Krisenzeiten haben sich schon immer "Fundamentalisten" verstärkt zu Wort gemeldet. So auch heute im Leserforum der Neuen Westfälischen, Ausgabe Gütersloh.

Walfried K. aus H. sieht in der Gottlosigkeit den "Hauptgrund für die Krise." Zugegeben, ich kann nicht das Gegenteil beweisen.

Aber der Hammer kommt von Helmut B. aus S.: Er fordert "Mehr sexuelle Enthaltsamkeit" und vertritt die Theorie, dass die "neue Grippe aus Mexiko" durch die vielen Menschen entstanden ist. "Mein Vorschlag als Christ ist, dass die Menschen dort mehr sexuelle Enthaltsamkeit üben, damit nicht bald wieder neue Viren entstehen."

Ein gefundenes Fressen für jeden Pharmakonzern. Schluss mit den teuren Forschungsarbeiten! Einfach genug Leute in einen Raum sperren, Licht aus und los geht's mit der Virenproduktion im Dienste der Medizin.

Samstag, Mai 23, 2009

Eingebrannt.

Als ich diese Werbung auf einer Website gesehen habe...











...musste ich sofort an die Challenger-Katastrophe vom 28.01. 1986 denken, so sehr hat sich dieses Bild eingebrannt.

Kein Kauf aktuell.

Jeden Samstag werde ich daran erinnert, wie sehr die Wirksamkeit eines Werbekanals von der Situation abhängt, in der man diesen nutzt. Also ein typisches Usability Thema.

Früher kam bei uns die Werbung aus der Region am Samstag immer als dicke Beilage zur Tageszeitung. Da ich den Zeitungsteil meistens sehr schnell durch habe, habe ich diese Beilagen tatsächlich zum Frühstücksende hin oft durchgeblättert. Sozusagen zum Ausklang der eigentlichen Zeitungslektüre. Gekauft habe ich aufgrund der Werbung sicher selten, aber immerhin.

Seit einigen Jahren kommt die regionale Samstagswerbung als separate Werbesendung "Einkauf aktuell" (eingeschweißt in Folie) mit der Post. Also NACH dem Frühstück. Typischerweise bin ich dann gerade auf dem Weg zum Altpapiercontainer. Also nehme ich "Einkauf aktuell" aus dem Briefkasten, entferne die Plastikfolie und schmeiße die Werbung ungelesen mit ins Altpapier. Denn auspacken und extra nur die Werbung lesen, das mache ich dann doch nicht. So kriegt man mich nicht zum Kaufen.

Geht das anderen Leuten auch so?

Montag, Mai 18, 2009

Gewissensfrage.

Vorhin beim Einkaufen an einer Imbissbude gesehen: "Wir verwenden für die Zubereitung nur beste und frische Zutaten, mit bestem Wissen und Gewissen." Ist wohl positiv gemeint, klingt aber beunruhigend. So als ob die schon damit rechnen, vor Gericht zu landen.

Sonntag, Mai 10, 2009

dot.was?!

In der W&V 19/2009 steht ein Artikel über neue Top-Level-Domains, die Ende 2009/Anfang 2010 freigegeben werden. Zukünftig sind neben Länder- und Organisationskürzeln auch "Begriffe wie 'auto' oder 'pharma' ... ebenso denkbar wie Konzern- und Produknamen ('beiersdorf', 'nivea')". Also - ich weiß nicht...

Marketingmäßig scheint mir das wenig Erfolg zu versprechen. Wenn ich da so an mich selber denke, ich käme allenfalls darauf, eine Domain unter dot.org zu probieren, maximal unter dot.net. Im übrigen suche ich Websites, deren Domain ich nicht kenne, sowieso über Google.

Und dann die Gebühren: "Die Vergabestelle Icann verlangt 185.000 Dollar für einen Antrag - Geld, das im Fall einer Ablehnung nicht erstattet wird. Pakete mit 50.000 frei wählbaren Subdomains ('obi.stadt', 'hornbach.stadt') kosten 25.000 Dollar pro Jahr. Hinzu kommen Betriebskosten von jährlich 100.000 Dollar."

Im Ernst - wie soll sich DAS rechnen?!

Dienstag, Mai 05, 2009

Bin ich spießig?!

Wir wohnen in einer kleinen Sackgasse (7 Häuser), an deren Ende in dieser Woche eine Therapie-Praxis eröffnet wird. Zu diesem Anlass fanden wir eine Einladung im Briefkasten mit einem handschriftlichen Anschreiben. Dort steht, dass zur Einweihung "viele Besucher" erwartet werden und weiterhin der gute Ratschlag: "Um ein Zuparken ihrer privaten PKWs auszuschließen, bitten wir Sie ihre Fahrzeuge deutlich sichtbar vor die Garagen zu stellen oder Privatparkplätze selbst zu belegen."

Hmmm - gut gemeint aber wäre es nicht eher Sache des Veranstalters dafür zu sorgen, dass die Leute nicht wild parken? Ich meine - ICH soll extra das Auto vor die Garage stellen?! Nur damit ICH nicht zugeparkt werde?! Und was heißt "deutlich sichtbar"?! Abgesehen davon, dass es vor Zuparken nicht hilft - das kennen wir täglich vom Kindergarten gegenüber - die lieben Eltern parken regelmäßig sogar das deutlich sichtbare Auto im Carport zu.

Wir reden von einer etwa 100m langen Straße: Ist es zuviel verlangt, für die Dauer der Veranstaltung jemanden abzustellen, der da vielleicht eine wenig aufpasst und die Leute freundlich darauf hinweist, wenn sie ANDERE Leute zuparken?

Bin ich spießig?!

Sonntag, April 26, 2009

Hodenhammer.

Ich hab' vor einiger Zeit mal zum Thema Nacktwandern was geschrieben, weil ich kaum glauben konnte, dass es sowas gibt. Jetzt gibt es dazu eine Meldung bei Spiegel Online:

"In einem bei FKK-Anhängern beliebten Schweizer Kanton ist Nacktwandern ab sofort strafbar - bis zu 200 Franken kann ein Vergehen in Appenzell-Innerrhoden kosten. Jetzt will Appenzell-Ausserrhoden nachziehen."

Ich schrei' mich weg: Innerrhoden und Ausserrhoden im Zusammenhang mit Nacktwandern. Das ist doch der Hammer - oder?

Dienstag, April 21, 2009

Think different.

Ich verlinke nur selten auf Videos, aber das hier finde ich einfach Klasse! Irgendwie imponierend: Dieser Zeitgenosse macht sich die Welt so, wie er sie haben will.



Erinnert mich an die uralte Apple Werbung, bei der ein kleiner Junge einen eckigen Baustein durch ein rundes Loch hämmert. Think different.

Sonntag, April 19, 2009

Zahlen bitte.

Auf Gran Canaria ist mir wieder aufgefallen, dass viele europäische Länder in Restaurants und Cafes weitaus elegantere Methoden des Bezahlens kennen als in Deutschland üblich.
  1. Man bekommt zum Bezahlen die Rechnung auf einem kleinen Tablett, die Bedienung entfernt sich und man kann in Ruhe sein Geld drauf legen.
  2. Die Bedienung kommt wieder, nimmt Tablett und Geld mit, bringt es mit Wechselgeld zurück und entfernt sich diskret wieder.
  3. Man nimmt in aller Ruhe sein Wechselgeld, lässt Trinkgeld drauf liegen (oder auch nicht) und geht seiner Wege.
Das ist deutlich angenehmer als hier, wo die Bedienung den Preis verkündet, in der Regel stehen bleibt und beobachtet, wie man sein Geld rausfummelt, gleichzeitig über die Höhe des Trinkgeldes nachdenkt und ebenfalls gleichzeitig verzweifelt das Wechselgeld ausrechnet... Ich bin stark dafür, die "europäische" Variante bei uns einzuführen.

Abstand halten.

Früher war es mir eigentlich egal, ob ich mir im Urlaub zuhause ein paar ruhige Tage mache oder ob ich verreise. Ich bin immer noch nicht der große Urlauber, aber inwischen merke ich, dass Abschalten und Erholung einfach leichter gelingen, wenn ich auch räumlichen Abstand zum Alltag habe.

Dazu gehört inzwischen übrigens auch, im Urlaub möglichst weder Handy noch Internet zu nutzen. Online Kommunikation, speziell über bleeper, twitter und yammer, ist inzwischen so stark Teil meines (Arbeits)Alltags, dass ich im Urlaub möglichst offline bin (auch wenn's manchmal schwer fällt - gerade im Urlaub könnte man gut rumdaddeln...).

Aber sonst schafft man sich immer wieder Berührungspunkte, über die das Abschalten doch wieder gestört wird. Und das ist ja auch irgendwie schade: Da verschafft man sich für teures Geld räumlichen Abstand zum Abschalten und hebt ihn über das Internet wieder auf.

Montag, März 23, 2009

Zeichensetzung statt Schwertkunst!

Ich habe gerade in einem dubiosen Flyer den Slogan gefunden "Wo ein Schwert, mehr als nur Worte ist!" Na ja, dachte ich, so ein Kommafehler in einem einfachen Hauptsatz kann ja mal vorkommen. Fehler beim Druck. Und ich habe mal auf die Website geschaut. Einige Kostproben:

  • "Seit meiner frühesten Kindheit, bin ich..."
  • "... ich bin der Inhaber, der Firma ... "
  • "Bei der Wahl des Firmen-Logos, stellte sich die Frage..."

Scheint sich um eine chronische Kommaschwäche zu handeln. Dazu passt auch der Satz "es wird Zeit mich Ihnen an dieser Stelle einmal vorzustellen" (ohne Komma, da gehört aber eines hin).

Ich empfehle Zeichensetzung statt Schwertkunst.

Sonntag, März 22, 2009

Stadt, Land, Fluss.

Erstes Frühlingswochenende und alles sitzt gleich draußen. Sieht aus wie in Frankreich?


Oder Norddeutschland?


Nein - Enschede in den Niederlanden.


Sonntag, März 15, 2009

twitter überholt Wirklichkeit?

Im Zusammenhang mit dem Amoklauf von Windelen in der letzten Woche gab es heftige Kontroversen über die Art der Berichterstattung in diversen Medien, darunter auch in twitter. In Anbetracht der quasi-Echtzeit-Kommunikation per Handy und Smartphone über Kanäle wie twitter oder YouTube fällt mir immer wieder der blöde Spruch ein "Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage?"

Die Abwandlung in Bezug auf unsere Realitätswahrnehmung über die genannten Kanäle heißt "Woher soll ich wissen, was passiert ist, bevor ich es nicht auf twitter gelesen habe?" Eine noch drastischere Version wäre "Woher soll ich wissen, was passiert ist, bevor ich es getwittert habe?"

Klingt etwas überkandidelt, aber für mich bekommt die alte Frage "Was ist Wirklichkeit?" oder "Wie entsteht das Weltbild in meinem Kopf?" durch solche Phänomene neue Facetten.

Der Ton macht die Musik.

Man sagt ja schon lange "Ich bin arbeitssuchend." oder "Ich orientiere mich neu." und nicht "Ich bin arbeitslos." Gerade habe ich in der W&V eine nette Formulierung gelesen: "Informationen zufolge spricht er mit Werbeagenturen über seine Zukunft."
Nannte man das früher nicht "Bewerbungsgespräch"? Diese Werber - die wissen, wie man es schreibt.

Montag, Februar 23, 2009

Redlich müht sich...

Ich habe heute eine Rechnung vom Arzt bekommen. "Für ärztliche Bemühungen erlauben wir uns zu berechnen:..." Fast schon Realsatire - die Formulierung. Eigentlich bin ich nur bereit, für Leistungen zu bezahlen, nicht schon für Bemühungen. Aber geschenkt...

Das würde ich mir auch für die Arbeit wünschen: "Für unsere Projektbemühungen erlauben wir uns zu berechnen:" Das wäre ja noch besser, als nach Aufwand zu berechnen! Da muss man seine Tätigkeiten ja noch nicht einmal begründen. Bemühung reicht.

Samstag, Februar 21, 2009

Gesundheitskosten und Wirtschaftsförderung.

So ein Bandscheibenvorfall hat neben den unmittelbaren Kosten durch Arbeitsausfall und medizinische Behandlung weitere Folgekosten, an die ich zunächst gar nicht gedacht hatte. Da sind zunächst einmal die Kosten für eine rückengerechte Arbeitsplatzausstattung: Es mussten ein ordentlicher Bürostuhl und ein höhenverstellbarer Schreibtisch her. Das ist ja noch relativ nahe liegend und wird zum größten Teil auch durch die Rentenversicherung bezuschusst (aber nicht alles). Für den privaten Schreibtisch hatte ich mir schon vor Jahren einen ergonomisch korrekten Hocker angeschafft (sonst wäre das jetzt auch fällig).

Nach der Bandscheiben-OP habe ich gemerkt, dass auch mein geliebter Sessel nichts mehr für meinen Rücken ist: Also neuen Sessel gekauft. Und heute habe ich mich schweren Herzens von meinem Trekking-Rad getrennt, das mich seit etwa 14 Jahen durch dick und dünn begleitet hat. Aber der ungefederte Rahmen und die Sitzposition sind inzwischen Gift für meine Bandscheiben. Darum habe ich es in Zahlung für ein neues Trekking-Rad gegeben. Mit Trapezrahmen (für den tiefen Einstieg), Federgabel und gefederter Sattelstütze.

Tja - die Zeiten sind vorbei, wo ich den harten Mann markieren konnte. Und teuer ist es auch noch. Aber zum einen geht es nicht anders und zum anderen helfe ich der Wirtschaft dadurch in schweren Zeiten.

Sonntag, Februar 15, 2009

Donnerstag, Februar 12, 2009

The Wall - Die überlebt haben.

Ich war gestern in The Wall von der Australian Pink Floyd Show. Akustisch, musikalisch und optisch ein Traum und der absolute History Flashback. Ich habe "The Wall" im Original von Pink Floyd schon 1980 (1981?) in Dortmund gesehen und war vorher schon von dem Album begeistert. Seitdem kenne ich fast jeden Ton und jedes Wort davon. Ich war also voll im Element.

Und die Musiker der Australian Pink Floyd Show haben das echt grandios nachgespielt! Besonderes Highlight waren für mich die zwei Gitarrensoli von Comfortably Numb. Perfekt nachgespielt und dann noch etwas "zugelegt". Apropos zugelegt - ich hatte nicht erwartet, dass man NACH The Wall noch Zugaben spielen kann. Aber sie konnten. Es ab sogar fünf Zugaben aus älteren Alben. Darunter ein beeindruckendes The great gig in the sky aus The dark side of the moon.

Alles in allem sehr großes Kino und wir Besucher hatten ein Durchschnittsalter von 45-50. Schon zwischendurch gab es für einzelne Parts stehende Ovationen. Und ich glaube, im Grunde haben wir uns alle selber dafür gefeiert, dass wir so lange überlebt haben.

Samstag, Februar 07, 2009

Lottokratie.

Ja - ich habe in der letzten Woche ausnahmsweise auch mal wieder Lotto gespielt, weil ich die 34 Mio gewinnen wollte. Ich habe weder den Jackpot geknackt, noch überhaupt etwas gewonnen (1 Zahl war richtig...). Eigentlich hätte ich mir den Einsatz von 4,60 EUR auch sparen können. Doch halt! Ich finde, das war gut angelegtes Geld!

Meine These: Geld allein macht nicht glücklich, aber genug davon zu haben, um finanziell "ausgesorgt" zu haben, fände ich eine klasse Sache! Das wäre für mich der Fall, wenn ich allein von den Zinsen meinen aktuellen Lebensstandard halten könnte. Soweit so gut. Es ist für mich allerdings ziemlich ausgeschlossen, soviel durch normale Erwerbstätigkeit zu verdienen oder durch "normale" Geldanlagen anzusparen. Außer illegalen Geschäften und exzessivem Glücksspiel (kostet Geld) bleibt eigentlich nur Lotto übrig.

Im Grunde kauft man sich für seinen Lottoeinsatz einen Traum! Klar, dass man nicht gewinnt bei den Chancen. Aber wo kann ich für nur 4,60 EUR BERECHTIGT hoffen, auf einen Schlag finanziell unabhängig zu werden?! Also - ich finde, das ist gut angelegtes Geld.

Geringe Gewinnchance hin oder her: Bis zur Ziehung darf sich jeder Teilnehmer REALISTISCHE Hoffnungen auf einen großen Gewinn machen. Auch die späteren Lottomillionäre sind BIS zur Ziehung genau so kleine Würmchen wie alle anderen Teilnehmer. Und warum soll man nicht selber zu den Gewinnern gehören?! Vor dem Lottoglück und VOR der Ziehung sind alle Menschen gleich. Lottokratie - eigentlich die ideale Demokratieform.