Mittwoch, April 21, 2010

Begriffe bestimmen die Weltsicht.

Gestern gab es beim Industrie- und Handesclub in Bielefeld einen Vortrag von Götz Werner - Gründer, Gesellschafter und Aufsichtsratmitglied von dm-drogerie markt. Das war einer der besten Vorträge, die ich dort gehört habe (und man muss sagen, der IHC hat immer außergewöhnlich hochkarätige Referenten). 

Zum einen lag das daran, dass Götz Werner ein brillanter Rhetoriker ist. Habe selten jemand gesehen, der sein Auditorium so häufig einbezieht und mit ihm kommuniziert (hatte für mich allerdings manchmal auch etwas Manipulatives). Jedenfalls großes Kino.

Zum anderen lag das auch an den interessanten Thesen, die der Mann vertritt. Man muss ja nicht jede seiner Ansichten teilen, aber ich stimme überein, dass  Begriffe bestimmen , wie wir die Welt sehen. Ein schönes Beispiel war das Wort Kundenbindung, das Werner völlig falsch findet. Begründung: Wer lässt sich gerne fesseln? Warum soll man das mit seinen Kunden tun? Was soll daran positiv sein? Die Einstellung hinter diesem Begriff ist falsch. Einen anderen hat er allerdings nicht genannt (und ich hab nicht danach gefragt). 

Auch gut auf den Punkt gebracht:

  • Immer zuerst auf den Kunden schauen und dann auf den Chef. Sonst verlierst Du den Grund aus den Augen, weshalb du das alles machst.
  • Die Menschen leben nicht vom Einkommen. Geld kann man nicht essen. Menschen leben von der Leistung anderer.

Ich glaube auch, dass das mehr als nur Wortspiele oder Haarspaltereien sind. Mit Begriffen kann man die Welt ändern. Ich habe mich gestern gefragt, schön und gut, aber  sehen das seine 30 TSD KollegInnen (keine Mitarbeiter!) ebenso? Wenn ich diesem Artikel bei Wikipedia glauben kann, dann funktioniert dieser Ansatz in der Praxis tatsächlich.

Keine Kommentare: