Samstag, August 28, 2010

Intranet und freie Natur?

Über Saim Alkan bin ich auf einen lesenserten Artikel von Oscar Berg über Wissensmanagement im Zusammenhang mit Intranets hingewiesen worden. Dort werden Informationssnutzung und -verteilung als Long-Tail Graph dargestellt: Nur wenige Informationen werden sehr oft benutzt, sehr viele Informationen werden nur selten benutzt.

Charakteristisch für "Wissensarbeit" ist, dass man vorher nicht weiß, wann und für welches Problem man welche Informationen benötigt. Darum reicht es nicht, oft benötigtes "Standardwissen" zu speichern. Man benötigt eigentlich permanent Zugriff auf alle Informationen, die es gibt. Traditionelle Wissensspeicher, z.B. Intranets, sind dieser Herausforderung nicht gewachsen sind, da sie überwiegend etabliertes Wissen speichern und ihnen die Vernetzung von Informationen (Social Intranet) fehlt.

"When it comes to information supply, the previously dominating 'less is more' paradigm is being replaced by a 'more is more' paradigm. A social intranet must necessarily be designed for information abundance. "

Mir sind mir Parallelen zur Problematik aussterbender Arten aufgefallen: Man weiß nicht, welche Pflanzen und Tiere noch einmal nützlich werden können, z.B. für die Ernährungsversorgung oder in der Medizin. Darum ist es wichtig, möglichst viele Arten zu kennen und zu erhalten. Artenkenntnis wiederum hat sehr viel mit Denken in Vernetzungen zu tun, weil da darußen alles irgendwie mit allem zusammenhängt (um das mal so platt zu sagen).

Diese Analogie ist jedoch gar nicht erstaunlich, weil Lebewesen letztlich auch nur Informationsspeicher sind. Nur dass man diese - vor allem die seltenen - nicht in Intranets speichert, sondern im Zoo, in Reservaten und im Idealfall - in freier Natur.

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