Sonntag, Oktober 31, 2010

Menge macht's nicht.

Ich lese ja seit Monaten begeistert in der "Geschichte der Französichen Revolution" von Jules Michelet. Ich bin dort über eine Stelle gestoßen, an die ich anlässlich der Ereignisse um Stuttgart 21 denken musste.

"In Rechtsangelegenheiten ist das Urteil der großen Menge aber merkwürdig trügerisch. Man kann meinetwegen Geschworene wählen, eine kleine Zahl Menschen aus dem Volk nehmen; hält man sie von den Leidenschaften des Tages fern, so werden sie naiv ihrem gesunden Verstande und der Vernunft folgen. Aber ein ganzes, gärendes Volk ist der unzuverlässigte, vielleicht der gefährlichste Richter. Der unbegrenzte, sich jeder Berechnung entziehende Zufall beherrscht seine unsicheren und plötzlichen Entscheidungen; [...] Aber eher wird der Bürgerkrieg daraus hervorgehen als die Gerechtigkeit."

Sätze geschrieben zwischen 1847 und 1853. Das ist jetzt kein Plädoyer für oder gegen das Projekt Stuttgart 21. Ich habe zu wenig valide Informationen darüber und ehrlich gesagt ist mir das Projekt auch egal. Und es geht dabei ja auch nur um ein Verkehrskonzept und nicht um "die Gerechtigkeit". Aber nur, weil viele Menschen ihre Meinung kund tun, muss das noch lange nicht richtig sein. Soviel steht fest.

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