Mittwoch, Juli 27, 2011

Das Kreuz mit dem Schließen.

Eine subtile Variante, um dem Nutzer das Schließen eines Popup-Fensters zu erschweren, ist mir bei der Telekom aufgefallen. Das Kreuz zum Schließen "zu verstecken" ist ja eine bekannte Variante. Ich kannte allerdings noch nicht den Trick, das Kreuz zum Schließen (oben in der blauen Leiste) bei jedem Aufruf des Popups an eine andere Stelle zu setzen. Da klickt man dann auch schon mal an die falsche Stelle...




Sonntag, Juli 24, 2011

EIN soziales Netzwek?

Am 15.Juli schrieb der von mir geschätzte Pausanias auf twitter:












Nach einer ersten spontanen Zustimmung (und einem Retweet) glaube ich allerdings nicht, dass diese These das Wesen sozialer Beziehungen trifft. Die Summe aller sozialen Beziehungen eines Menschen stellt sein soziales Netzwerk dar. Das kann man als Fakt so stehen lassen. Nur hat das keine praktische Relevanz, weil die meisten Menschen das so nicht wahrnehmen.

Um bei der Metapher NETZwerk zu bleiben: Für die meisten Menschen ist es in ihrer Kommunikation sehr wohl entscheidend, in welchem sozialen Netz sie sich gerade befinden. Das hat auch nichts mit technischen Plattformen zu tun, sondern gilt grundsätzlich für soziale Gruppen: Familie, Verwandte, Freunde, Bekannte, Berufskollegen, Sportfreunde, etc.. Hinzu kommen inzwischen die sozialen Online Netzwerke.

Und gerade in sozialen Online Netzen ist es relevant, in welchem Netz ich mich befinde. Denn dort kann ich z.B. eine Rolle spielen, die ich in anderen sozialen Netzen gar nicht durchhalten könnte. Ich kann sogar eine andere Identität simulieren. Und wenn ich mir so anschaue, wer wie in verschiedenen sozialen Online Netzen kommuniziert, dann ist dieses netzwerkspezifische soziale Verhalten weit verbreitet.

Die Feststellung, es gibt nur EIN soziales Netzwerk, mag zwar faktisch korrekt sein, hilft mir dabei aber nicht.

Kindisch?

Ich lese gerade die "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht" (Immanuel Kant, 1784). Die neun "Sätze", in denen Kant eine teleologisch ausgerichtete Weltgeschichte skizziert, kann man zwar vergessen, aber in der Einleitung findet sich eine leider oft zutreffende Charakterisierung menschlichen Handelns:

"Man kann sich eines gewissen Unwillens nicht erwehren, wenn man ihr Tun und Lassen auf der großen Weltbühne aufgestellt sieht; und bei hin und wieder anscheinender Weisheit im einzelnen, doch endlich alles im großen aus Torheit, kindischer Eitelkeit, oft auch kindischer Bosheit und Zerstörungssucht zusammengewebt findet: wobei man am Ende nicht weiß, was man sich von unserer auf ihre Vorzüge so eingebildeten Gattung für einen Begriff machen soll."

Interessant finde ich, dass er die negative Bedeutung von Eitelkeit, Bosheit und Zerstörungssucht durch das Adjektiv "kindisch" mildert. Tatsächlich sind das jedoch Eigenschaften, die sich ein ganzes Menschenleben erhalten können. Und sie sind irgendwann auch nicht mehr kindisch.