Donnerstag, Oktober 13, 2011

Der Masterplan. Von Kant.

Kant skizziert in der Analytik der Kritik der praktischen Vernunft (1788) mal eben den Masterplan, der uns zeigt, welche Freiheit wir in Sachen Gut und Böse haben - die "Tafel der Kategorien der Freiheit in Ansehung der Begriffe des Guten und Bösen":


Quelle

Und ganz Weltphilosoph: "Ich füge hier nichts weiter zur Erläuterung gegenwärtiger Tafel bei, weil sie für sich verständlich genug ist. [...] So weiß man, z.B., aus obiger Tafel und der ersten Nummer derselben sogleich, wovon man in praktischen Erwägungen anfangen müsse: von den Maximen, die jeder auf seine Neigung gründet, den Vorschriften, die für eine Gattung vernünftiger Wesen, so fern sie in gewissen Neigungen übereinkommen, gelten, und endlich dem Gesetze, welches für alle, unangesehen ihrer Neigungen, gilt, usw. Auf diese Weise übersieht man den ganzen Plan, von dem, was man zu leisten hat, so gar jede Frage der praktischen Philosophie, die zu beantworten, und zugleich die Ordnung, die zu befolgen ist."

Na dann ist ja alles ganz einfach.

Mittwoch, Oktober 12, 2011

Erfahrung und Vernunft.

Ab und zu finde ich bei Kant Stellen, die ich meine zu verstehen UND denen ich zustimme. So auch in der Analytik zur Kritik der praktischen Vernunft (1788):

"Nun ist aber alle menschliche Einsicht zu Ende, so bald wir zu Grundkräften oder Grundvermögen gelanget sind; denn deren Möglichkeit kann durch nichts begriffen, darf aber auch eben so wenig beliebig erdichtet und angenommen werden. Daher kann uns im theoretischen Gebrauche der Vernunft nur Erfahrung dazu berechtigen, sie anzunehmen."

Die Erfahrung, dass viele Dinge so zu sein scheinen, wie unsere Vernunft uns sagt, dass sie sind, ist ein Indiz dafür, dass der Gebrauch unserer Vernunft zu hinreichend "wahrhaften" Erkenntnissen führen kann. Etwas anderes haben wir nicht.