Samstag, August 31, 2013

Politiker im Kasten.

In der Berliner Morgenpost vom 30.08.2013 werden die Gesten von Angela Merkel und Peer Steinbrück von Peter Ditko, dem Chef der Deutschen Rednerschule analysiert. Die Interpretation kann man hier lesen. Peter Ditko spricht dabei hauptsächlich die mögliche Wirkung dieser Gesten auf das Publikum bei dem morgigen TV-Duell an.

Aus einer anderen Sicht kann die Auslegung auch anders aussehen. Ich habe mal die zwei Szenen genommen, in denen  Merkel und Steinbrück von der Körperhaltung her am "weitesten" aus sich heraus gehen und zur Verdeutlichung einen schulterbreiten "Zentralbereich" markiert. Ich bin kein Fachmann für nonverbale Komunikation, aber ich denke, dass dieser Bereich eine "Sicherheitszone" darstellt, die man nur ungerne verlässt und die man auch gerne hinter dem Rednerpult versteckt (das kennen viele sicher aus eigener Erfahrung von Vorträgen in Schule, Studium, Beruf).

Unter diesem Aspekt fällt auf, dass Merkel mit ihren Gesten in keine der Szenen diese Zone überschreitet. Und das einzige Mal, bei dem sie das macht, hält sie sich am Rednerpult fest. Könnte man auch so auslegen: "Ich komme einfach nicht aus meinem Kasten raus. Und wenn ich ihn verlasse dann nur, um mich an meiner Position festzuhalten." 




Steinbrück ist mit seinen Gesten auffallend ausladender und überschreitet die markierte Zone oft. Könnte heißen: "Ich fühle mich nicht in einem Kasten eingesperrt und bin auch bereit, meine Komfortzone zu verlassen."



Die Gesten aus dem Artikel in der Berliner Morgenpost kann man also auch anders auslegen. Meine Meinung.

Keine Kommentare: